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The Unknown - Public Node BBS
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Freitag, 15. Dezember 2006; 14:33:14 #0
Dr. Know

Dr. Knows Tagebuch

Moin,

nachdem dieser Bereich noch so jungfräulich ist, mache ich mal etwas Werbung für Dr. Knows Tagebuch. Schaut einfach mal rein und lest selbst *g*

Viel Spass

Edit: Da ich hier ja eh' öfter unterwegs bin, werde ich das reine Tagebuch hierher verlegen... Ich wünsche viel Spass beim Lesen *g*
Anregungen, Kritik etc. ist gerne gesehen!
« Letzte Änderung: Mittwoch, 24. Januar 2007; 14:16:40 von Dr. Know »

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Mittwoch, 24. Januar 2007; 14:19:28 #1
Dr. Know

12. August 2070, Seattle

Der letzte Auftrag war vorüber und ich nutzte die Zeit, um mich um verschiedene Dinge zu kümmern. Einige Zeit ging in der Matrix drauf, aber meist konnte man kleine Helferlein brauchen, die Zeit war definitiv nicht vertan. Sunny hatte ich gebeten, sich für mich ein wenig umzuhören - ich brauchte noch ein paar Spielzeuge in Form von Drohnen und muste die bestehenden auch ein wenig aufbohren.

Und schließlich und endlich war es auch mal wieder an der Zeit, sich um ein paar alte Bekannte und Freunde zu kümmern - genug zu tun...


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Mittwoch, 24. Januar 2007; 14:41:55 #2
Dr. Know

16. August 2070, Seattle

Sunny hatte mich vor zwei Tagen angerufen und einen neuen Job angekündigt. Es handelt sich ihren Informationen nach um eine Extraktion, NeoNet hat wohl was damit zu tun, soweit sie gehört hat. Das Treffen sollte am 16. August abends im Buddha's Rest stattfinden, einem besseren Restaurant in Seattle Downtown. Da der Johnson auch noch weitere Runner gebrauchen konnte, rief ich noch einen alten Kumpel von mir an.

Um 19:00 Uhr sollte das Treffen beginnen, um 18:30 Uhr waren wir da. Direkt wurden wir in einen etwas abseits gelegenen Raum geführt, der mit vielen Kissen und viel zu niedrigen Tischen ausgestattet war - ich hatte das rumgehocke damals in HongKong schon gehaßt und war auch hier nicht sehr erbaut davon. Gut, daß genügend Kissen herumlagen, um eine halbwegs passable Sitzgelegenheit zu improvisieren.

Nach und nach trudelten weitere Personen ein, darunter auch ein paar Bekannte vom letzten Run, aber auch zwei neue Gesichter. Einer der neuen wirkte wie ein Ganger und ich fragte mich, ob er sich nicht verirrt hatte. Der Run wird zeigen, ob er den Anforderungen gewachsen ist und ich hoffe, er ist mehr eine Hilfe als eine Behinderung. Bei einem weiteren Neuankömmling war ich angenehm überrascht - ein alter Bekannter aus St. Petersburg! Mit ihm hatte ich hier wirklich nicht gerechnet und so tauschten wir natürlich erstmal Neuigkeiten aus.

Während wir noch damit beschäftigt waren, kam schließlich auch Johnson zu uns, begrüßte alle und signalisierte der Bedienung, daß sie mit dem Auftragen des Essens beginnen konnten. Johnson hatte sich - zumindest beim Essen - nicht lumpen lassen, das Menü war sorgfältig ausgesucht und durchweg von guter Qualität!

Wie Sunny schon gesagt hatte, handelte es sich um eine Extraktion. Unsere Zielperson war ein gewisser Herr Arthur Blaze, Projektleiter bei NeoNet. Er arbeitete im Bereich Netzwerkknoten. Herr Blaze war nach den Aussagen des Johnson mundan und auf die Extraktion vorbereitet, er lebt und arbeitet auf Konzerngelände. Anscheinend hoffte Horizon, ihn bei der kürzlichen Aktienübernahme ebenfalls mit zu übernehmen und wollte dies wohl jetzt nachholen...

Bis dahin war alles noch normal, aber dann begann der seltsame Teil: Die Übergabe von Herrn Blaze sollte an eine 3. Partei geschehen, von der wir bis dato nur die Telefonnummer hatten. Auch der Johnson wußte nichts genaueres und bei mir ging die erste Alarmglocke los.

Wir kamen zur Bezahlung und die Sache wäre fast gestorben. Johnson fing mit einer Frechheit an - 5.000 Nuyen für die Extraktion des Mitarbeiters eines AAA-Konzerns an eine unbekannte Partei. Fast hätte ich meine Sachen gepackt und wäre gegangen, wenn er nicht sehr kurzfristig sein Angebot verbessert hätte. Trotzdem war die Bezahlung insgesamt unheimlich mies - Johnson schaffte es, auf 16.000 Nuyen pro Person zu erhöhen und zusätzlich 7.000 Nuyen Spesen locker zu machen. Dem Punk gingen bei der Summe schier die Augen über, aber ich mußte immernoch hart mit mir ringen. Das Problem war nicht nur die an sich schon sehr niedrige Bezahlung für den Job. Mit weiterer Mühe konnten wir ihm 4.000 Nuyen Vorschuss abverlangen. Weitere Infos oder Zugeständnisse konnte der Johnson nicht liefern. Ich schnappte meinen Mantel und ging.
Mir waren zuviele Unbekannte und zuwenig Leistung für mich im Spiel. Dummerweise habe ich ein weiches Herz, sobald es um Chummer geht. Der Pater und ich wechselten in der Tür ein paar Worte, die mich schließlich doch noch zum Umkehren brachten. Immernoch war ich nicht von dem Run überzeugt und war eigentlich nur der Kumpel wegen noch hier. Es wurde nicht besser, als wir erfuhren, daß wir den Rest der Bezahlung erst von der unbekannten 3. Partei bekommen würden. Für mich roch das unheimlich nach Verarsche.

Ich unternahm einen letzten Versuch: Ich wollte die Genehmigung, daß wir sämtliche Paydata, die wir bei dem Run finden würden, für uns nutzen könnten, ohne daß er oder seine Auftraggeber uns dabei blockieren - natürlich unter der Prämise, daß die Paydata den eigentlichen Job nicht gefährden würde. Das würde uns einigermaßen entschädigen, andernfalls hätte er sich einen neuen Matrixspezialisten suchen müssen.

Johnson stimmte zu.



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Mittwoch, 21. März 2007; 01:52:00 #3
Dr. Know

Re: Dr. Knows Tagebuch

Ich organisierte uns eine sichere Unterkunft, in die wir kurze Zeit später umzogen.

Wir sollten also einen eher unwichtigen Typen aus der Seattler Dependance von Horizon rauslocken und ihn an eine ominöse Partei übergeben, die wir nicht kannten. Die Zielperson wußte angeblich von unserem Kommen ,das könnte ein Vorteil, aber auch ein Nachteil sein.

Wir begannen mit Planungen, kamen aber nur langsam weiter. Als absehbar war, daß wir an diesem Tag auf keinen grünen Zweig mehr kommen würden, beschlossen wir die Planung abzubrechen für heute. Ich zog mich zurück, um meine dienstbaren Geister zu kontaktieren und sie zu bitten, mir weitere Tasks zu gewähren.

Am nächsten Tag sah alles schon etwas anders aus. Dr. Stahl schaute sich zusammen mit Ted und unserem Waffenspezialisten nach einem Notunterschlupf um, den er im Orkuntergrund zu finden hoffte. Wir überlegten und einen Plan - wir würden die Zielperson kontaktieren und ihm die Geschichte eines alten Freundes vorgaukeln, der in Not steckte und die Hilfe von X brauchte. Über die Matrix besorgten wir uns genügend Daten, um eine passende Backgroundstory zu diesem Freund zu finden. Über eine ShadowSea-connection organisierten wir dann Nanopaste, die der Pater auftragen würde, um sein Gesicht zu verändern. Wir würden X dieses Gesicht übermitteln und hofften, ihn dann auf diese Weise vom Konzerngelände zu holen. Auf dem Weg zu dem angegebenen Treffpunkt wollten wir X dann abfangen und ihn mitnehmen - wir hofften, er würde das Gesicht wiedererkennen, auch wenn das sehr wage war und wir wahrscheinlich mit einem entsprechenden Datenimpuls nachhelfen mußten.

Mit einigen kurzfristig "geborgten" Fahrzeugen würden wir X vom Platz des Zusammentreffens entfernen und vorerst in Sicherheit bringen - entweder ins Safehouse oder in den Orkuntergrund. Unser Plan hatte einige Schwachstellen - z.B. könnte er eine Cortexbome implantiert haben oder zumindest einen RFID-Chip, den wir ausschalten mußten. Ebenso könnte es natürlich sein, daß wir ihn nur schwer erwischen würden - aber wir mußten es riskieren, alle anderen Pläne waren entweder wesentlich riskanter oder aber mit den verfügbaren Mitteln nicht zu realisieren. Wir verbrachten den Nachmittag mit Vorbereitungen - erst am Sonntagmittag würden wir die Nanopaste bekommen und so nutzen wir die Zeit, um uns noch etwas auszuruhen.

ich nutzte die Zeit und kümmerte mich kurz um meine Drohnen, die während des gesamten Prozesses die Gegend bzw. unsere Zielperson beobachten sollten. Auf der Stadtkarte suchte ich ein paar Orte, die für das Zusammentreffen optimal wären. Nach einigem abwägen entschied ich mich für einen kleineren Parkplatz an der Seite eines Wohngebietes in Snohomish. Die Gegend war grade noch so, daß unsere Zielperson hier problemlos ohne zusätzlichen Schutz durchfahren konnte, aber die Polizeipräsenz sich trotzdem in Grenzen hielt. Dr. Stahl und Ted zogen dann los, um unser erstes Fahrzeug zu borgen. Am Sonntagabend konnten wir die Sache durchziehen - bis dahin entspannten wir uns und ich hielt etwas Kontakt mit einigen Bekannten und Freunden,


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Freitag, 24. August 2007; 13:06:34 #4
Dr. Know

Re: Dr. Knows Tagebuch

[So, dann wollen wir mal wieder. Der letzte Run zog sich outtime einfach sehr lange hin, so daß das Schreiben nicht wirklich sinnvoll war. Schauen wir, wie zügig es jetzt weitergeht. Bei Fragen und Anmerkungen bitte eine PM an mich]

Donnerstag, 04. September
Der letzte Auftrag lag nun schon einige Wochen hinter uns. Die ursprüngliche Extraktion entpuppte sich als Scheinauftrag - das Zielobjekt hatte die Extraktion initiiert, um den Konzern verlassen zu können. Nach ein paar kurzen Differenzen beendeten wir unseren Teil des Deals jedoch und konnten eine zufriedenstellende Bezahlung entgegennehmen. In den nächsten Wochen, die danach folgten, hatte ich quasi einen Langzeitauftrag - unsere Zielperson wollte auf eigenen Füßen stehen und benötigte dazu Starthilfe, bei der Dr. Stahl, Ted und ich ihm behilflich waren.

Das Geld kam mir sehr gelegen - schon lange hatte ich vor, mir ein neues Spielzeug zuzulegen. Nach dem letzten Auftrag und ein paar weiteren Wochen war es dann soweit, daß ich zusammen mit einem nagelneuen Nissan Crafter-Truck bei Dave auf der Matte stand, um ein paar Umbauten vornehmen zu lassen. Als Dave mit dem Truck fertig war, blieb von dem üblichen, langweiligen Mittel- bis Langstreckenlkw nicht mehr viel übrig. Stattdessen hatte sich der Crafter in eine perfekte Operationsbasis für mich verwandelt - genug Platz für Drohnen, ein vollwertiges Computer- und Elektroniksystem für C3-Aufgaben und die Möglichkeit, für begrenzte Zeit in dem Crafter leben und arbeiten zu können. Ich war gespannt, wie er sich im Feld machen würde!

Unser Johnson bei unserem neuen Auftrag war der Chef der R-Gears, einer schon etablierten Gang in den Redmond Barrens. Er suchte eine Shadowrungruppe, die ihm half, ein Problem mit der Nachbargang, den PaperCuts, zu beheben - wir schauten etwas verwundert. Würde er tatsächlich Shadowrunner benötigen - und auch bezahlen? Es stellte sich heraus, daß das Problem nicht unbedingt trivial war - die gegnerische Gang hatte Verstärkung in Form eines Magiers bekommen, der bereits zwei Mitglieder der R-Gears entflammt hat. Meine magischen Hintergrundkenntnisse waren begrenzt, aber ich vermutete, daß der Magier nicht unbedingt einer der Schwächsten war.

Nach einer ersten Nacht in den Barrens, die ich gemeinsam mit Washer bei Dave verbrachte, um einige weitere nette Veränderungen am Truck vorzunehmen, trafen wir uns am nächsten Tag gegen Mittag wieder bei den R-Gears und beschlossen, uns mal ein Mitglied der PaperCuts zu greifen. Wir brauchten unbedingt Daten zu den PaperCuts und weder in der Matrix noch auf den Straßen war etwas brauchbares an Informationen zu finden, daß über allgemeine Basisinfos hinausging.


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Montag, 10. September 2007; 23:13:46 #5
Dr. Know

Re: Dr. Knows Tagebuch

Es wurde beschlossen, das wir uns einen der Paper Cuts schnappen wollten, also machten wir uns auf den Weg, um uns ein wenig Streit zu suchen. Unser Vorrücken gelang ohne größere Probleme, dann entbrannte doch eine kleinere Auseinandersetzung. Der größte Teil des Teams verteilte sich außerhalb von meinem Truck, nur unser neuer magiebegabter hielt sich mit mir im Truck auf - ich schätze mal, er machte irgendwas typisch magisches. Auf einmal hatte ich irgendwas fremdes in meinem Kopf - ein extrem seltsames Gefühl! Der Magier hatte anscheinend irgendwas gemacht, um mit mir per Telepathie zu kommunizieren - eine ganz neue Erfahrung für mich!

Unsere Auseinandersetzung zog sich am Anfang etwas - aber dann ging auf einmal alles ganz schnell. Ich ortete vrschiedenste Signale im Inneren des gegnerischen Gebäudes und speiste die Daten genau wie auch die Sensorenfeeds der Überwachungsdrohne und die Sensordaten des Trucks ins Gruppenpan ein, damit die anderen wußten, was sie wo erwarten würde. Dann sagte mir der Magier auf einmal, daß der gegnerische Magier, um den es ja eigentlich ging, gerade von einem Geist getötet wurde.Tja...das wars dann wohl zum Thema "Nichtlethale Lösung". Nach dieser Nachricht leiteten wir einen taktischen Rückzug ein - unser Job hier war eigentlich erledigt.

Wir harrten noch ein wenig bei den R-Gears aus, um sichrzustellen, daß die gegnerische Gang keine Racheaktioen durchführten, aber schließlich erhielten wir unsere vereinbarte Bezahlung. Und möglicherweise ergab sich sogar, daß wir kampfkräftige Unterstützung bekamen.


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Montag, 17. September 2007; 23:34:53 #6
Dr. Know

Re: Dr. Knows Tagebuch

Nach dem letzten Run hatte es sich einmal mehr gezeigt, daß das aktuelle Team Potential hat - noch ein paar weitere Aufträge, in denen man das Zusammenspiel weiter vertiefen konnte und die Truppe wäre ordentlich schlagkräftig und so ziemlich für jede Art von Einsatz tauglich.

Wir waren gut aufgestellt - wir hatten zwei Mitglieder, die sich auf leises Rein- und Rauskommen verstanden und als Vor-Ort-Operatives eingesetzt werden konnten. Dr. Stahl liefert medizinische Versorgung, kennt sich mit Cyberimplantaten aus und kann auch Rückendeckung geben - außerdem scheint er sich für die Matrix zu interessieren und kann auch dort Unterstützungsarbeit leisten. Die neue Magiefunzel war noch ein etwas unbekannter Faktor, weil er recht frisch dabei war, aber auf jeden Fall stellte er magisches Backup sicher. Ich bin mir nur noch nicht sicher, inwieweit ich ihm trauen kann.
Ich selber kümmerte mich um alle matrixrelevanten Aufgaben - Datensuche, Hacking, Kommunikation...
Aktuell fielen außerdem auch Aufklärung und Fahraufgaben in meinen Bereich. Generell war mir das recht - es bedeutet meistens, daß ich nicht unbedingt in vorderster Front unterwegs bin.

Beim letzen Auftrag war noch ein Schmuggler dabei und ein Straßensamurai - ich war gespannt, ob diese uns treu bleiben würden. Ein Straßensamurai könnte hilfreich sein - jemand fürs Grobe zu haben, kann in einem richtigen Gefecht die Wende bedeuten.  Der Schmuggler schien sich eher aufs organisieren und liefern von Gegenständen aller Art zu verstehen - ob es ihm in den Schatten gefallen würde, bezweifelte ich. Außerdem war er eine Spur zu vorlaut im Verhältniss zu seinen Fähigkeiten.

In den Tagen nach dem letzten Auftrag hatten wir uns nach einer kleinen "Heimatbasis" umgesehen und sind nach einiger Sucherei auch fündig geworden. Der Ort erfüllte nicht alle Parameter, die wir uns gewünscht haben, aber war insgesamt eigentlich sehr brauchbar. Vor allem bot er genügend Platz, um ihn im Laufe der Zeit auszubauen. Jetzt kam es darauf an, was wir daraus machten. Es würde sicher noch einiges an Schotter kosten, daß Teil soweit umzubauen und auszustatten, wie wir uns das wünschten - aber die Investitionen würden sich bestimmt bezahlt machen. Vorher stand uns allerdings noch einiges an Arbeit und an Ausgaben bevor - Zeit für den nächsten Job...


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Mittwoch, 26. September 2007; 23:35:34 #7
Dr. Know

Re: Dr. Knows Tagebuch

- Intermezzo I -

Wir hielten uns auf dem Gelände des Schrottplatzes auf, der in Zukunft unsere Basis werden sollte. Unser Kontakt bestand auf Barzahlung in Form von certified Credsticks, die Washer aktuell holte. Nachdem es draußen doch schon empfindlich kühl wurde, zog ich mich recht schnell wieder in meinen Truck zurück, in dem die Klimaanlage lief und es daher angenehm warm war.

Ich lümmelte mich gerade in meinen bequemen Arbeitssessel, nachdem ich mir eine frische Flasche Wasser aus dem Kühlschrank genommen hatte, als auf einmal ein neues Fenster in meinem periphären AR-Sichtfeld auftauchte:

>>>Incoming Priority-Call on Line Epsilon
>>>Trace initiated ... Successfull
>>>Caller traced -> ID logged in 2070-09-887675-CallID
>>>Open Line? [Y]es / [N]o : Y
>>>Call initiated, rerouting...open Line and enabling Downlink:

"Hoi Doc, Tevion hier. Wir haben hier einen ziemlichen Notfall und ich bitte Dich heute, mir einen kleinen Gefallen zu tun - hast Du grade Zeit und Gelegenheit?"

Ich war einen Augenblick baff - Tevion und ich kannten uns seit einigen Wochen und wann immer es die Zeit zulies, hatten wir uns in den letzten Tagen des öfteren in Chatrooms etc. unterhalten. Alles andere war etwas umständlich - Tevion ist Admin auf Echo Station und daher einiges an Kilometern weg. Bisher verlief unsere Freundschaft auf gegenseitigem Austausch unter quasi Kollegen, aber wir hatten bislang nur selten tatsächliche Gefallen ausgetauscht.

"Um was geht es denn, Tevion? Deine Frage macht mich auf jeden Fall mal neugierig" erwiederte ich dann im Geiste und war auf die Geschichte gespannt.

"Wir hatten heute einen Hacker im System - er hat nicht viel angerichtet, aber es sind einige Steuerelemente im Arsch und außerdem bin ich latent angepißt - zum einen über den kleinen Scheißkerl, der hier eingestiegen ist, zum anderen über mich, weil ich anscheinend nicht genug auf die Sicherheit geachtet habe. Egal, um was ich Dich bitten wollte: Kannst Du mir ein wenig bei der Recherche zur hand gehen? Ich habe hier noch einiges damit zu tun, damit das System wieder in normalen Parametern läuft und bis ich damit fertig bin, sind einige der Spuren eventuell schon kalt. Ich bitte Dch also konkret, mir zur Hand zu gehen und erste Spuren sicherzustellen und zu verfolgen. Ist das ok für Dich?"

Ich war einen Augenblick sprachlos - Tevion lud nicht unbedingt jeden dazu ein, mit in seinem Computersystem rumzuspielen. "Okay, klar - aktuell sollte sich das einrichten lassen. Wie kann ich Dir am besten helfen, was brauchst Du konkret?"

"Es wäre super, wenn Du erste Spuren sicherstellen könntest. Ich hatte bisher noch gar keine Zeit, mir das System vertieft anzugucken, aber da gibt es sicher Spuren, denen man nachgehen kann. Ich schicke Dir Accountdaten, mit denen kannst Du loslegen" erwiederte er und ich war wirklich platt.

"Ok, ich hänge mich gleich mal rein und gucke, was ich machen kann. Wollen doch mal sehen, ob wir den Jungs nicht auf die Schliche kommen können" antwortete ich ihm. Dann wartete ich auf die Accountdaten...


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Donnerstag, 24. Januar 2008; 19:15:08 #8
Dr. Know

Re: Dr. Knows Tagebuch

Februar 2007

Ich genoß ein paar Tage daheim und gönnte mir etwas Ruhe und Entspannung. Einiges war geschehen in den letzten Monaten - einige interessante Aufträge, neue Erkenntnisse und neue Bekanntschaften hatten sich ergeben. Vor ein paar Tagen schließlich hatte mich Frederic kontaktiert - ein Runner, mit dem ich in den vergangenen Wochen zusammengearbeitet hatte. Es ging ihm wohl um eine ziemlich große Sache, für die er Support brauchte. Viele Details gab es nicht zu Beginn - und die Bezahlung ließ auf einen verdammt riskanten Job schließen. Bei jedem anderen hätte ich daher vermutlich abgesagt - aber in diesem Fall war es anders, einen Kollegen läßt man nicht einfach so hängen.

Der Auftrag selber fand außerhalb von Seattle (und auch außerhalb der UCAS) statt - am 02. Februar ging die Reise los, ich hatte mich vorher darum gekümmert, daß mein Supportgefährt vor Ort war. Die Reise führte mich nach Portland - zusammen mit sechs anderen Runnern. Einen von Ihnen kannte ich bereits - ein Pater, mit dem ich früher schon zusammengearbeitet hatte. Wenigstens etwas - mit völlig Unbekannten zusammenzuarbeiten, ist immer etwas problematisch. Der Rest der Truppe war mir allerdings erstmal unbekannt und ich hatte bisher auch keine Ahnung, wo ihre Fertigkeiten lagen.

Gemeinsam reisten wir mit einem Charterjet nach Portland - die Reise verlief inklusive aller Formalitäten für meinen Geschmack zu reibungslos. Ich nutzte den Flug, um mich ein wenig über meine Kollegen zu informieren, außerdem brauchte ich erstmal Kartenmaterial vom möglichen Zielgebiet sowie weitere Reiseinformationen. Ich machte es mir also in einem der Sitze gemütlich und ließ dann meine Sinne abwandern in die heimatliche Welt der virtuellen Realität. Über die Knotensysteme unseres Flugzeuges war es kein Problem, eine Anbindung zu bekommen und so ging die Zeit für mich schnell vorbei - als wir landeten, hatte ich schon ein paar Daten gesammelt, weitere Recherchen liefen noch und würden sicher auch in Kürze Ergebnisse liefern.

Nachdem wir ankamen, erhielten wir ein genaueres Briefing - bei dem Auftrag handelte es sich tatsächlich um ein großes Kaliber, das wurde recht schnell klar. Die mögliche Opposition war nicht gerade gering und sehr schlagkräftig und die Details des Auftrages an sich waren auch heikel zu nennen. Für die Planung und Vorbereitung hatten wir insgesamt fünf Tage Zeit (drei Tage in Portland und zwei Tage vor Ort) - und unser Auftraggeber hatte ein sehr großzügiges Budget für Anschaffungen zur Verfügung gestellt. Die Einkaufsliste würde lang werden - und die Planung wohl einiges an Zeit verschlingen. Der Job war einer der ganz großen - das Salär war fair, aber wollte noch hart verdient werden. Da würden noch interessante Zeiten auf uns zukommen...


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Dienstag, 12. Februar 2008; 01:10:11 #9
Dr. Know

Re: Dr. Knows Tagebuch

06. Februar 2007 - Crater Lake, frühmorgens

Rein theoretisch müßte draußen mittlerweile der Sonnenaufgang zu sehen sein - es wurde Zeit, daß diese Nacht endlich zuende ging und wir konnten nach den letzten turbulenten Stunden etwas Ruhe brauchen - sowohl Pater Markus und ich als auch der Banshee, in dessen Riggerkokon ich immernoch eingehüllt war.
Die Nacht verlief heftig und noch war sie nicht vorbei - aber aktuell hatten wir anscheinend einen Augenblick Pause. Vor knapp einem Tag waren wir angekommen - und jetzt war hier die Hölle los!

Ich fuhr am 04. Februar so gegen 10 in Portland los, nachdem ich noch einmal gecheckt hatte, ob alles, was auf meiner Liste stand, entweder bei mir war oder bereits an unseren Zielort geliefert worden war. Die Drohnen hatte man direkt dorthin gebracht, einige der kleineren Besorgungen hatte ich bei mir. Mit mir fuhr ein gewisser Ramirez, anscheinend ein Exsoldat aus Mexiko, der ebenfalls für diesen Auftrag angeheuert worden war. Die Stunden zuvor hatte ich mit Erkundigungen und Vorarbeit zugebracht, um mich auf meinen Teil der Aufgabe vorzubereiten.

Gegen Abend kamen wir am Crater Lake an - und stießen dort als erstes auf den leicht seltsamen Herren aus New Orleans, der in einem ehemaligen Wachhaus irgendwelche seltsamen Praktiken durchzog, die ich gar nicht genauer wissen wollte... Er war gemeinsam mit dem Pater und einem weiteren Mitglied der Truppe, dessen Name mir entfallen war, schon vorgereist, um Erkundigungen vor Ort einzuholen.

Es stellte sich heraus, daß diese Zufahrtstraße anscheinend schon längere Zeit nicht mehr benutzt wurde - überall versperrte Geröll die Straße und Pater Markus war anscheinend schon dabei, selbiges weiter oben zu beseitigen. Dazu versperrte ein uraltes Modell von Bus die Straße - hervorragend. Der Tag lief ja echt fantastisch - zuerst dieser unfreundliche Kauz an der Tankstelle kurz vor dem Lake, dann das hier. Nkay, ich schaute, ob ic h schon Zugriff auf die Drohnen hatte, vergewisserte mich, daß die beiden Utilitydrohnen einsatzbreit waren und schickte diese dann zum Straße aufräumen - das dauerte natürlich einige Zeit. Ich kehrte erstmal in den Truck zurück und lenkte mich noch ein wenig mit einem Film ab, bis die Drohnen soweit waren, daß wir theoretisch hätten weiterfahren können. Wie gesagt, theoretisch. Praktisch stellte sich heraus, daß der uralte Bus dort vorne dermaßen untermotorisiert war, daß er lieber den Gesetzen der Gravitation folgen wollte, anstatt den Berg hochzufahren. Na prima, da mußte eine Problemlösung her - und entsorgen konnten wir ihn nicht, er gehörte anscheinend einer unserer Auftraggeberinnen. Wir rätselten ein wenig, bis wir dann versuchten, den VW-Bus mit Hilfe der Drohnen und des Trucks den Weg hochzubringen. Ich frage mich immernoch, warum ich nicht einfach die südliche Route genommen habe...

Unser Plan glückte schließlich - kaum zu glauben. Irgendwann, es war mittlerweile schon nach 20:00 Uhr, standen wir tatsächlich auf dem großen Parkplatz des Besucherzentrums - wir hatten es tatsächlich geschafft.

Ich gönnte mir einen kleinen Augenblick der ehrfurchtsvollen Bewunderung, als ich eines unserer - MEINER - Spielzeuge für diesen Einsatz dort geparkt sah - einen noch frisch wirkenden GMC Banshee, aufgetankt, bewaffnet und aufmunitioniert! Daneben verblaßte selbst der Drohnenpark, der sich hier angesammelt hatte (und die für sich alleine schon eine kleine Armee darstellten - gut ein Dutzend Stormclouddrohnen für Überwachungszwecke, 8 Dalmations, die mit feinster Sensorik und Bewaffnung als Jäger einsetzbar waren, ebenso eine Viererstaffel Nimrod-Luftkampfdrohnen. Dazu vier Steel Lynx für Bodeneinsätze und vier Nexus-Carrierdrohnen mit jeweils 10 Mini-Luftkampfdrohnen - eine wahre Freude, all' diese elektronischen Signale zu lenken und zu leiten! Vier spezialisierte Helferlein würden mir bei der Kontrolle und Steuerung der Drohnen zu Hilfe kommen, wenn es notwendig wäre - und ich wußte jetzt schon, daß einer von ihnen einen Ehrenplatz im Banshee bekommen würde.

Es war - wie gesagt - schon reichlich spät und so beschlossen wir, uns langsam zur Ruhe zu begeben. Die anderen Crewmitglieder wollten im Besucherzentrum nächtigen, während ich es mir im Truck gemütlich machte, noch ein paar Runden BattleTech Online spielte und dann eigentlich schlafen wollte, als die Freakshow begann. Auf einmal ging es los - die Sensoren der vier Überwachungsdrohnen, die ich gestartet hatte, fingen auf einmal an, verrückt zu spielen und zeigten seltsame Aufnahmen, eine der vier Drohnen wurde davon so sehr durcheinandergebracht, daß sie auf einmal abstürzte. Und damit fing die Freakshow erst an...

(Fortsetzung in Kürze...)


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Mittwoch, 13. Februar 2008; 00:48:13 #10
Dr. Know

Re: Dr. Knows Tagebuch

06. Februar 2007 - Crater Lake, frühmorgens (Fortsetzung)

Die Sensoren der Drohnen, aber auch des Trucks, lieferten einen Haufen wirrer Daten - irgendwas ging hier wirklich nicht mit rechten Dingen zu! Die Bilder nahmen zu, dazu lag auch ein ganz komischer Ton in der Luft - der dann rüde durch ein sehr reales Klopfen an der Beifahrertür vom Truck in den Hintergrund wanderte. Ich warf einen Blick auf die Außenkameras - draußen stand - klitschnaß und in SEHR komischen Klamotten - Ramirez, der innerhalb des Besucherzentrums keinen Schlaf gefunden hat. Die Schlafkoje vorne im Fahrerhaus war noch frei und so quartierte er sich bei mir im Truck ein. Im ersten Augenblick hatte ich ja bedenken - aber eigentlich war ich auch ganz froh, nicht mehr alleine im Truck zu sein.

Nachdem sich Ramirez hingelegt hatte, verzog auch ich mich in mein Hochbett im Wohnbereich des Trucks und schloß den Aufgang hinter mir. Die seltsamen Geräusche waren immernoch in der Luft, wurden jetzt aber etwas durch die Geräuschdämpfung gemindert. Ich machte es mir in meiner Koje oben gemütlich, dimmte das Licht und schaute mir noch einen alten Agentenklassiker an.

Gegen Mitternacht wurde ich rüde aus meinem Schlummer geweckt - der Freakshow 2. Teil begann. Von Norden her näherte sich eine wahre Schlange von vermummten Gestalten - dreizehn davon in weiß, die anderen davon in dunkel, alle mit Fackeln bewehrt und einen seltsamen Singsang von sich gebend. Und als ob das noch nicht genug wäre, meldeten meine Drohnen mir Daten, die ich im ersten Augenblick gar nicht glauben konnte...

Etwas langes, schwarz-goldenes war mehrere Male zu sehen, wie es an den Drohnen vorbeiflog. Und dann war da noch etwas anderes - eine Art fliegendes Skelett, besser kann ich es nicht umschreiben! Mehrere Male zeigten mir die Drohnen diesen Input und obwohl sie auf knapp 3km Höhe schwebten, schien zumindest eine von ihnen mit dem schwarz-goldenen Ding zusammengestoßen zu sein. Ich führte eine Reihe von Statuschecks durch, aber die Drohnen sowie die Onboardsysteme schienen soweit alle in Ordnung zu sein. Auch lag keine Beeinflussung der Daten von außen vor, auch dies checkte ich. Das Ergebniss stellte mich nicht wirklich zufrieden, denn das hieß, daß das, was ich dachte, daß ich da sehen würde, tatsächlich wahr sein könnte. Mir wurde schlecht.

Die Freakshow kam den Berg hoch, dann zogen sie in das Besucherzentrum ein. Ein kleiner Teil der schwarzen Schergen begleitete die Weißkutten, die anderen nahmen in zweieraufstellung um das Besucherhaus herum Aufstellung, die einen nach außen gewand, die anderen nach innen, zum Gebäude hin! Die ganzen Typen waren echt unheimlich - aber sie waren ausgerüstet vom Feinsten, was die Ware anging. Wiedermal fragte ich mich, warum ich eigentlich so bescheuert gewesen war und diesen Auftrag angenommen hatte. Das würde alles mächtig in die Hose gehen hier, da war ich mir fast sicher.
Ich kompilierte ein Datenpaket aller bisher gesammelten Informationen, Sensordaten etc. und lud es in ein paar Datenspeicher herauf. Nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei und es kehrte zumindest äußerlich wieder etwas Ruhe ein - bis nach ein paar Minuten ein seltsamer Herr an die Tür meines Trucks klopfte und uns auf eine Besprechung mit den Herrschaften hinwies, die in Kürze (also noch mitten in der Nacht) stattfinden würde.

Wir erschienen pünktlich eine halbe Stunde später zur Besprechung im Besucherzentrum. Hier trafen wir auf die 13 weißen Gestalten und wurden von einem Herrn Brackhaus begrüßt, der uns eine Planänderung mitteilte. Statt unserem bisherigen Auftrag, der in Perimeterüberwachung und allgemeiner Bewachung lag, sollten wir nun das Ritual direkt bewachen und uns dazu mitsamt des Ritualteams IN die unterirdische Höhle begeben!

Das war eine ziemliche Umstellung - und ich kam mir mit einem Mal ziemlich verkaspert vor. Was sollte ich in irgendeiner Höhle, umgeben von Mojowerfern, wohl ausrichten können? Ich war hier, um die Gegend zu überwachen und ein eventuelles Vorrücken eines Feindes zu entdecken sowie um Matrixüberwachung, elektronische Kriegsführung etc. durchzuführen - aber ganz sicher nicht als persönliche Leibgarde. Ich brachte meine Bedenken Brackhaus gegenüber zum Ausdruck. Er war davon nicht besonders erfreut und ließ kaum Argumente gelten. Langsam fragte ich mich, was der Eiertanz sollte.

Nachdem diese bescheuerte Besprechung vorüber war, trafen wir uns auf dem Zimmer von Pater Markus. Ein kurzer Check versicherte mir, daß wir nicht abgehört oder beobachtet wurden und so konnten wir uns erstmal in Ruhe über die neue Situation austauschen, von der keiner von uns wirklich begeistert war. Bei unseren Magiern konnte ich noch verstehen, daß sie mit herunter gingen, ebenso wie Ramirez, der wohl ehr auf normalen Kampf ausgerichtet war. Doch auch bei ihnen machte es wahrscheinlich mehr Sinn, wenn sie an der Oberfläche blieben? Wir diskutierten lange in dieser Nacht, wobei am Ende herauskam, daß Pater Martin und die anderen beiden zusammen mit den Mojobuben in die Höhlen gehen würden, während ich versuchte, oben zu bleiben. Zum einen hätte ich dort unten einige Probleme gehabt, mit meinen Drohnen in Verbindung zu bleiben und meine Möglichkeiten effektiv einzusetzen, zum anderen behagte mir die Vorstellung, sieben Tage lang in einer Höhle eingesperrt zu sein (und dazu noch mit haufenweise Mojo) überhaupt nicht!

[Fortsetzung folgt in Kürze...)


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Montag, 18. Februar 2008; 19:31:06 #11
Dr. Know

Re: Dr. Knows Tagebuch

06. Februar 2007 - Crater Lake, frühmorgens (Fortsetzung)

Irgendwann endete unser Treffen - wir waren alle ziemlich müde. Ich zog mich in meinen Truck zurück und fiel fast sofort, nachdem ich es mir in meiner Koje bequem gemacht hatte, in einen tiefen Schlaf.

Gegen Mittag des nächsten Tages erwachte ich so langsam, war allerdings noch in einer Art Halbschlaf gefangen und fühlte mich irgendwie immernoch schläfrig - die Nachfolgen der seltsamen Erscheinungen, wie ich vermutete. Ich blieb noch einige Zeit in meiner Koje liegen, schaute mir verschiedene Sensordaten der Drohnen an und nahm ein paar Änderungen der Software und einiger Einstellungen vor, bevor ich mir eine kurze Runde BattleTech Online gönnte - es war dringend an der Zeit, einigen Herausforderern etwas auf die Mütze zu geben!

Um 1400 war der Krieg der Nachfolgestaaten gegen die Clans fürs erste wieder vorbei. Meine Einheiten waren wie so oft siegreich und wir konnten einige Bodengewinne und zusätzliche Einheiten verzeichnen - ein wenig Optimismus und gute Laune konnte mir für meinen aktuellen Auftrag nicht schaden. Bis zum Beginn des Rituals waren es noch ca. 9 Stunden.

In der Koje war es - im Gegensatz zu draußen - angenehm warm, außerdem schien es draußen wie auch gestern schon leicht zu nieseln - ein guter Grund, um liegenzubleiben und einige weitere Arbeiten, um die ich mich heute im Zuge unserer "Umverlegung" kümmern wollte. Es galt, die Sensorendaten durchzugehen, den Routinecheck bei den Drohnen vorzunehmen und allgemein auch die diversen Kanäle der Matrix abzuhören, was denn so alles über uns im Umlauf war.

Außerdem wollte ich mich heute endlich dem Banshee widmen - nachdem ich erfahren hatte, daß wir tatsächlich so eine Mühle zur Verfügung gestellt bekamen, hatte ich mich umgehend in der Theorie vorbereitet. In Simulatorsitzungen und VR-Umgebungen hatte ich so einen Vogel schon gesteuert, aber noch nie hatte ich die Gelegenheit, einen dieser Höllenmaschinen in echt steuern zu können - dementsprechend groß war meine Vorfreude darauf, falls wir ihn einsetzen konnten. Ich begann damit, über die VR die Kontrollen und die Elektronik einzurichten und an meine Bedürfnisse anzupassen. Die Mühle reagierte um Welten anders als alles, was ich bisher in den Händchen hatte - selbst die elektronischen Spielzeuge, die ich mit viel Liebe ausgewählt, in den Truck eingebaut und konfiguriert hatte, wirkten im Vergleich dazu stümperhaft und bestenfalls zweitklassig. So beschränkte sich mein erster richtiger Kontakt damit, das System für mich zu konfigurieren und einige Softwareupdates einzuspielen. Schließlich reizte es mich, direkt in der Mühle Platz zu nehmen. Ich kletterte aus meiner Koje, richtete mir einen Direktlink der Überwachungsdaten vom Truck zu mir ein und machte mich auf, den Banshee näher kennenzulernen.

Um kurz nach 1430 kam ich beim Banshee an und inspizierte den T-Bird erstmal von außen. Die Maschine war nicht fabrikneu, aber hatte auch noch keine auffälligen Kampfspuren oder ähnliches und war in tadellosem Zustand. Es handelte sich um eine leicht modifizierte Version - zugunsten besserer Beschleunigung und besserer Geschwindigkeit war ein Teil der Bewaffnung weggefallen. Es handelte sich anscheinend um ein Modell, das für schnelle und leise Scouteinsätze konzipiert war - die elektronische Ausstattung und Sensorenausrüstung war im Gegensatz zum Standardmodell verbessert. Aktuell war der Vogel neben der einwandfreien elektronischen Ausstattung mit einer leichten Kanone und einem Mehrfachraketenwerfersystem im Hauptgeschützturm ausgestattet. Der zweit, kleinere Geschützturm war nicht bestückt und konnte normalerweise mit einer Maschinenwaffe gerüstet werden, die man auch gegen Luftziele einsetzen konnte. Die passiven Abwehrmaßnahmen in Form von Chaffs, Flares etc. waren voll bestückt, ebenso war die Maschine vollgetankt und einsatzbereit. Ich öffnete die Kommandeursluke, die direkt in das mittlere der drei Abteilungen, den sogenannten "Kampfraum" führte. Hier gab es Platz für zwei Besatzungsmitglieder, normalerweise Kommandant und Schütze. Der Fahrer, saß im Regelfall vorne in der Fahrersektion in einem abgeschotteten Riggerkokon, der ihn schützte und von störenden Außeneinflüssen abschirmte. Der Riggerkokon war im Regelfall mit verschiedenen Zusatzoptionen versehen und der komplette Kokon als Schleudersitz ausgelegt. Ein weiteres Schott führte vom Kampfraum aus in den sogenannten "Nutzraum" im hinteren Teil des Banshee. Dieser Bereich wurde im Normalfall dazu genutzt, um weiteres Personal, Ausrüstung oder zusätzlichen Treibstoff und Munition für den Banshee zu transportieren und zu verstauen. Die Nutzsektion in diesem Fall bot vier zusätzliche Klappsitze sowie Stauraum für Ausrüstung. Die beiden Andockvorrichtungen für externe Tanks waren ebenfalls nicht bestückt.

Von innen verschloß ich die Luke wieder und während ich die Bordsysteme hier hochfuhr, verschaffte ich mir auch einen visuellen Überblick über den inneren Zustand des Vogels. Dann kletterte ich über das Innenschott in die Fahrersektion und begann, mich in den Riggerkokon zu schälen. Trotz der Anleitung der AR-Daten, ich ich mir schon vor einiger Zeit gezogen hatte, mußte ich mich erstmal zurechtfinden in dem Gewirr des Kokons, der neben verschiedenen Gurtsystemen noch weitere Kabel und Verbindungen zu den Bordsystemen hatte. Er war ebenfalls mit Biomonitorsystemen und Kanülen ausgestattet, um je nach Situation passende Medikamente zu verabreichen. Als ich den Kokon das erstemal um mich schloß, fühlte ich mich auf einmal sehr seltsam - es war sehr ruhig und still auf einmal, die physikalischen Sinne innerhalb des Kokons wurden völlig abgeschottet - ich schaltete schnellstmöglichst auf VR um, um dieser Stille zu entgehen.

Die Bordsysteme arbeiteten bereits und ich lies einen Routinecheck des Banshee durchlaufen - Energieversorgung, Antrieb, Steuerelektronik, Damage Control, Bordcomputer und Bordnetz, Sensoren, weitere elektronische Systeme etc. bis hin zur Bewaffnung. Der ausführliche Checkup dauerte einige Zeit, da ich keine Unterstützung von weiteren Riggern an Bord hatte, lief aber schließlich doch komplett durch. Nachdem ich nun das erstemal hier war, passte ich die Konfigurationen und das Interface noch genauer auf meine Bedürfnisse an. Einem freundlichen Maschinenhelfer bot ich an, ebenfalls das Bordsystem als Heimstatt zu wählen und er nahm gerne an.

Ich schaute gerade die Logs und die Konfigdaten des Systemchecks durch, als mir doch noch eine kleine Auffälligket ins Auge fiel. Die Systeme für sich alleine genommen hatten den Check problemlos bestanden und arbeiteten 100%ig - doch im Bereich des Hauptcomputers fiel mir eine kleine und sehr subtile Anpassung des Steuercodes auf, die sehr gut verborgen in einigen Subroutinen schlummerte. Hätte ich nicht sehr genau hingesehen, wäre sie mir wahrscheinlich gar nicht aufgefallen - ein sehr schönes Stück Code, und dazu noch sehr sauber platziert.

Eine Analyse des Codes ergab, daß es sich um eine Überbrückungsschaltung der Steuerelektronik handelte, die nach dem Auslösen die internen Steuersignale überlagert hätte, um extern die Kontrolle über den Banshee zu ermöglichen. Das schmeckte mir gar nicht...  Ich hatte mich gerade daran gemacht, diesen kleinen "Fehler" zu "korrigieren", als auf einmal ein anderer Hacker im System erschien und anstalten machte, mir auf den Pelz zu rücken. Ich wußte nicht, wieviel Zeit ich zur Verfügung hatte, also kümmerte ich mich weiter um das Bereinigen der Fehler und bat Tron, einen treuen Diener von mir, sich um den Besucher zu kümmern. Der Kampf schien recht heftig zu sein - der gegnerische Hacker war gut und ich vermutete, daß er mehr war als nur ein einfacher Hacker - wahrscheinlich ein Kollege. Trotzdem gelang es Tron, die Oberhand zu behalten und den gegnerischen Hacker zur Flucht zu treiben - aber mit ihm würde ich auch später noch rechnen müssen.

Die Zwischenzeit hatte mir gereicht, um den Code zu beseitigen - ein erneuter Check sagte mir, daß der Vogel nun 100%ig mir gehörten würde und durch ein paar kleine Softwareergänzungen hier und da sorgte ich dafür, daß das auch so bleiben würde. Dies schien jedoch irgendwem nicht sehr zu gefallen - ganz kurze Zeit später meldeten die internen Feuersensoren einen Kabelbrand im Maschinenbereich. Ich fluchte innerlich und löste die internen Löschanlagen aus, die einen kurzen Augenblick lang zickten, nach einer blitzschnellen Feinjustierung jedoch ihren Dienst verrichteten. Das Feuer war gedämmt, aber ein anschließender Check zeigte mir, daß er mich einen Haufen Systeme gekostet hatte - der Banshee war durch das Feuer theoretisch komplett unbrauchbar geworden.


Aber auch nur theoretisch.


So schnell würde ich nicht aufgeben, was den Vogel anging. Es war mittlerweile 1500 - nicht mehr viel Zeit bis zum Beginn des ganzen Zaubers, aber ich hatte nicht viel mehr Optionen. Alle anderen Drohnen waren einsatzbereit und konfiguriert, da würde ich nichts mehr machen müssen. Für den Truck suchte ich ein paar Geländepunkte, die mir als recht sicher erschienen, so daß er nicht unbedingt entdeckt oder angegriffen wurde - eventuell hätte ich später noch ein paar Minuten, um mich noch um ein wenig Tarnung zu kümmern, das hing davon ab, wie schnell ich mit etwaigen Reparaturen vorankam. Ich schälte mich aus dem Riggerkokon, verließ den Banshee durch die Fahrerluke (die ich nach mir per remotecontrol wieder verriegelte und auch darauf achtete, daß sämtliche anderen Zugangsmöglichkeiten verriegelt waren) und holte noch ein paar Kleinigkeiten, die unter anderem mein Werkzeug beinhalteten. Ich schaute mich noch kurz um und entschied mich dann, unter anderem auch den Vogeljäger-Raketenwerfer inklusive der Zusatzraketen, den Artemis-gleiter, der in eine praktische große Tragetasche verpackt war sowie ein paar weitere Ausrüstungsgegenstände (unter anderem mehrere unserer Einsatzsets mit Funk, Kletterausrüstung, Verbandskasten, Gasmaske etc.) einzupacken, dazu noch zwei Tarnnetze, um den Banshee notfalls zumindest rudimentär verstecken zu können.

Dann machte ich mich an die Reparatur, bei dem mich mein freundlicher Maschinendiener tatkräftig unterstützte. Ohne ihn sowie die Konstruktions- und Benutzungsdaten wäre die Reparatur sicher in die Hose gegangen. Insgesamt acht Stunden hing ich ellenbogentief im System und versuchte, die Schäden des Kabelbrandes zu beheben, so gut es eben ging. So wie es aussah, waren kleine Ladungen angebracht worden, die für das Feuer verantwortlich waren. Die Ladungen waren so angebracht, daß wichtige Hauptsysteme beschädigt wurden, die man normalerweise nur schwer ohne eine passende Werkstatt instandsetzen konnte. Dank meines Maschinenhelfers war es mir jedoch möglich, die meisten Beschädigungen durch Workarounds zu beheben, auch wenn es mich viel Zeit und Nerven kostete. Als ich schließlich mit dem Vogel fertig war, hatte ich nur noch eine Stunde Zeit für die restlichen Vorbereitungen - es war 2300 Uhr und draussen war es bereits dunkel. Ich checkte erneut die Drohnen und besorgte mir noch ein paar Sachen, die ich noch brauchen konnte - Zelt, Schlafsack, Isomatte, Vorräte, Kochzeug und solche Sachen. Ich hatte keine Ahnung, was auf uns zukommen würde, aber ich wollte lieber vorbereitet sein. Ebenso packte ich noch ein weiteres Tarnnetz ein und überprüfte dann noch einmal meine Ausstattung, die sich aktuell in der Nutzsektion des Banshees befand. Ich hatte den Großteil meiner persönlichen und wichtigen Sachen bei mir, trug meinen gepanzerten Overall, hatte meine Waffen und Munition bei mir (inklusive einem größeren Vorrat zusätzlicher Munition, die uns unser Auftraggeber zur Verfügung gestellt hatte). Einige meiner Mikrosensoren benutzte ich, um das Innere des Banshee ebenfalls überwachen zu können. Mein Truck war mittlerweile an einer der Geländemarken angelangt - ich aktivierte den Tarnmodus, so daß er dank der Beschichtung mit dem Hintergrund verschmelzen würde und sorgte dann dafür, daß er auch über Sensoren kaum zu entdecken wäre.

Solcherart vorbereitet checkte ich erneut die Teamaustattung und versah die Tags derjenigen, die zum Ziel gehörten, mit einem alternativen Frequenzset. Der Kurswechsel unserer Auftraggeber schmeckte uns gar nicht und so hatten wir uns darauf vorbereitet, im Ernstfall uns zumindest wehren zu können. Es war keineswegs sicher, ob wir hier lebend herauskommen würden, aber es war einen Versuch wert.

Schließlich war es kurz vor 2400 - Zeit, meinen Platz im Banshee einzunehmen. Erneut ging ich zum Banshee, dessen Systeme von mir auf Standby gestellt waren. Der zweite Einstieg in den Riggerkokon ging schon bedeutend schneller und so schloß ich nach wenigen Minuten den Kokon. Ein letzter, kurzer Systemcheck zeigte mir, daß alle Systeme grün waren und ich flog herüber zur Insel, auf der wir uns alle treffen sollten.

(Fortsetzung folgt...)


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Donnerstag, 21. Februar 2008; 15:00:18 #12
Dr. Know

Re: Dr. Knows Tagebuch

Ich hatte ums Verrecken nicht vor, mich gemeinsam mit den dreizehn Mojoschleudern in die Höhle zu begeben - ganz davon abgesehen, daß ich ungern meine Zeit mit so vielen unbekannten Typen in einem Loch unter der Erde verbrachte, wäre ich dort unten auch von keinerlei Nutzen für den Auftrag, den aufgrund der Tiefe der Höhle würden sämtliche Verbindungen zu den Drohnen und Überwachungssensoren unterbrochen werden.

Ergo blieb ich artig im Banshee sitzen, von dem aus ich - oberirdisch - alle Drohnen und Überwachungseinrichtungen im Griff bzw. in Signalreichweite hatte. Außerdem muss ich ehrlich zugeben, daß ich mich hier im Moment am sichersten fühlte - der Banshee war ordentlich gepanzert und hatte auch einiges an Geschwindigkeit zu bieten, wenn die Sache wirklich heiß werden sollte - besser, als in einem Dreckloch zu stecken, war das hier allemal. Außerdem wollte ich nicht so enden wie der Elf, den wir gestern in der Kirche gefunden hatten.

Welcher Elf? Welche Kirche? Nun, innerhalb des Crater Lake gibt es eine kleine Insel mit einem erloschenen Vulkan, in dessen Kegel bzw. auf dessen Spitze ein Plateau zu finden ist, auf dem eine kleine Kapelle steht. Diese erweckte in der gestrigen Nacht schon unsere Aufmerksamkeit und so schickte ich dort eine Drohne hin, um mir die Kapelle (die wir zu dem Zeitpunkt offiziell noch nicht betreten durften) einmal anzusehen. Das Bild wirkte ruhig und beschaulich - bis wir die Gestalt am Kreuz in der Kirche sahen. Ein bekannter Söldner war hier verkehrtherum aufgehängt worden, eventuell gehörte er zu einem der angeheuerten Teams. Es handelte sich um einen recht bekannten und fähigen Söldner - umso mehr regte das bild, das wir sahen, zum Nachdenken an: Für wen hatte er wirklich gearbeitet? Warum wurde er erledigt? Und wieso hängte man ihn dorthin, obwohl die Kirche nicht freigegeben war? Zuviele Fragen...

Jetzt, um kurz nach 2400 fingen unsere Mojoschleudern mit dem Ritual an - und zeitgleich spielten die Sensorensysteme Disco, als von allen Seiten Angriffe auf uns erfolgten.

Die Angriffswelle begann mit einigen Jägerstaffeln, die mit einem Bombardement den Angriff auf uns einleiteten. Zeitgleich begannen die Begleiter der Mojoschleudern, sich gegen die Angreifer zu wehren, während unser kleiner Zirkel sein Ritual zur Öffnung eines Zuganges weiter vorantrieb - und sich mit einem Mal die gesamte Kapelle in die Luft erhob!

Ich checkte die Sensoren, die mir zur Verfügung standen - tatsächlich, diese Verrückten hatten dort tatsächlich die Kapelle zum schweben gebracht, während um uns herum mittlerweile die Hölle ausbrach. Wir hatten es mit etwa 10 Jägerstaffeln plus mehreren Kompanien Bodeneinheiten zu tun und das Gefecht war in vollem Gang. Ich bedauerte, daß ich die Steel Lynx nicht hier oben halten würde, aber der Plan sah vor, daß diese zum Schutz mit in  die Höhle gehen würden. Ebenso warteten oben aktuell Pater Markus, Ramirez und ein weiteres Mitglied unseres Teams darauf, gemeinsam mit den Mojoschleudern hinabzusteigen. Für einen kurzen Augenblick dachte ich darüber nach, ihnen zu folgen - aber der Gedanke daran, dort unten eventuell eingesperrt zu sein und - wenn überhaupt - beim rausgehen aus der Höhle dann in mehrere Gewehrläufe etc. zu blicken, die dort oben auf uns warten würden, verwarf ich die Idee gleich wieder.

Fest steht: Hier ging es jetzt richtig rund, Zurückhaltung war aktuell nicht mehr angebracht. Ich brachte den Banshee aus der Deckung und funkte unser Team an - noch hatte ich Platz an Bord und konnte außerdem auch noch ein oder zwei Leute an Bord brauchen, vor allem jemand, der sich mit Magie auskannte. Zu meinem Glück sah auch Pater Markus sein Heil eher im Banshee - ich flog den Berg hoch und holte ihn ab, während die anderen beiden gemeinsam mit den dreizehn Leuten und vier Steel Lynx-Drohnen (die durch freundliche Maschinenhelfer gesteuert wurden) in den Tiefen der Erde verschwanden. Ich bekam noch mit, daß sich die Kapelle danach wieder absenkte - doch dann mußte ich mich um dringendere Angelegenheiten kümmern. Meine "Lock-On"-Warnung ertönte und füllte meine Sinne mit einem durchdringenden Klingeln - einige Jäger hatten uns erfaßt und es auf uns abgesehen. Zeit, die Leistungsgrenzen des Banshee herauszufinden.

Ich gab volle Beschleunigung und zog den Banshee in einige steile Kurven, um einige der Raketen - insgesamt zehn an der Zahl - von uns abzulenken. Das Ausweichmanöver war extrem anstrengend, aber es gelang uns tatsächlich, alle Raketen bis auf drei soweit zu verwirren, daß sie irgendwo in der Pampa einschlugen und uns verfehlten. Eine weitere Rakete erwischte ich mit einem verzweifelten Glückstreffer von unserem Hauptgeschütz - es war eine extreme Verzweiflungssituation. Und dann war ich wirklich froh, daß Pater Markus an Bord war. Ich weiß nicht ganz genau, was er gemacht hatte - ich meine, er sagte etwas von einer Barriere, die er erschaffen hatte - und die uns echt den Arsch gerettet hat!
Die Raketen schlugen beide in die Barriere ein, anstatt den Banshee zu erwischen - das war ein wirklicher Glücksfall, denn sonst hätte es übel ausgehen können.

Die drei Staffeln, die sich uns angeheftet hatten, schienen uns auch weiterhin aufs Korn zu nehmen - ich hatte alle Hände voll zu tun, die Maschine so zu fliegen, daß wir sie ausmanövrierten und sie möglichst kein weiteres Lock-On zustandebrachten. Mein hilfreicher Maschinengeist erwies sich als sehr nützlich dabei. Einen weiteren bat ich, mich im Kampf zu unterstützen und die Kontrolle über unseren Raketenwerfer zu übernehmen, was er auch prompt erledigte. Ebenso kümmerte sich Pater  Markus mit seinen ganz eigenen Mitteln um unsere Gegner - es ist schon beeindruckend, was man mit Magie alles machen konnte! Er wirbelte allerhand Gestein hoch - und erwischte damit tatsächlich einen der Jäger, die uns verfolgten. Mein Maschinengeist nutzte das Werfersystem, um unsere Gegner ebenfalls zu dezimieren - allerdings war unser Raketenvorrat arg beschränkt. Ich selber versuchte, unser Hauptgeschütz sinnvoll einzusetzen. Die Chance, damit einen der Jäger zu treffen, war recht gering - aber eben nicht unmöglich. Unterstützt durch die Hilfe meiner dienstbaren Geister gelang es mir tatsächlich, mit unserer Hauptwaffe zwei der gegnerischen Jäger vom Himmel zu holen.

Zu dem Augenblick hatten wir uns während des Luftkampfes einige Klicks vom Crater Lake entfernt und waren der Grenze zu Ute recht nahe gekommen - die Jäger drehten ab, als wir die Grenzlinie überschritten. Wären wir höher geflogen, hätten wir jetzt sicher ernsthafte Probleme gehabt, aber da wir in ziemlicher Bodennähe flogen, um eben feindliches Radar zu unterfliegen, waren wir für ein paar Augenblicke in Sicherheit. Nachdem ich mich ein weiteres Mal überzeugt hatte, daß wir tatsächlich die Jäger loswaren und keine weiteren Verfolger hatten, drosselte ich die Geschwindigkeit und führte einen Systemcheck durch. Die Mühle sah mittlerweile ordentlich verratzt aus, jedoch waren wir noch unbeschädigt. Das Problem war Treibstoff - die Tanks waren nach dem Luftkampf nur noch minimal gefüllt und wir brauchten Nachschub, falls uns der Banshee auch weiterhin nutzen sollte. Ich startete eine Datensuche nach Schmugglerverstecken hier in der Gegend und wurde gottseidank fündig.

Es folgte eine zähe Verhandlung über den Preis - wir hatten nicht viel bei uns, daß wir anbieten konnten außer den Raketen für den Vogeljäger - und unsere Gegenseite erwies sich als verdammt hartnäckig.

(Fortsetzung folgt...)



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Mittwoch, 28. Januar 2009; 15:47:12 #13
Dr. Know

Re: Dr. Knows Tagebuch

27. Januar 2071, Hamburg

Ich stand am Panoramafenster meines Appartments und schaute auf die nächtlcihe Skyline von Hamburg.

Fast ein Jahr war es jetzt her seit dem Auftrag in Tir Taingire - ein aufregendes Jahr voller Versteckspiele, Last-Minute-Escapes und seltsamer Verhandlungen mit noch seltsameren Verhandlungspartnern.

Ich mußte einige Gefallen einlösen und eine ganze Menge Strippen ziehen, um aus der Sache heil rauszukommen - bei dem Run ging so ziemlich alles schief, was irgendwie schiefgehen kann und ich kann gar nicht abzählen, von welchen Seiten wir alles gelinkt worden sind. Wir selber hatten uns nichts vorzuwerfen - abgesehen von dem Fehler, den Auftrag überhaupt angenommen zu haben.

Nachdem wir damals auf der kleinen Schmugglerbasis auftanken und uns wieder kampfbereit machen konnten, mußten wir zurück und nach unseren Kollegen schauen, die uns auf diesen Run begleitet hatten. Unterwegs wurden wir von einem Hr. Brackhaus kontaktiert - und damit begann dann der richtige Spass. In dem Run hatten haufenweise Leute ihre Pfoten und Klauen drin - der ehemalige Prinzenrat von Tir Taingire, die aktuelle Regierung von Tir Taingire, Saeder-Krupp und deren Chef, die Black-Sun-Fraktion, Hestaby und noch einige andere Parteien lagen richtig dick im Clinch und wir steckten mittendrin.

Wie wir da genau rausgekommen sind, weiss ich im Einzelnen gar nicht mehr - aber es gab währenddessen genügend Momente, in denen ich dachte "Scheiße, das war es jetzt - aus und vorbei, Ende". Ich gebe unumwunden zu, daß wir sicherlich ein gutes Quentchen Glück hatten bei unserer Flucht. Teilweise konnten wir Deals aushandeln, Gefälligkeiten eintauschen. Mir halfen auch meine Notfalldepots, die ich an verschiedenen Orten angelegt habe.
Und trotz allen Unglücks haben wir es geschafft - irgendwie. Jetzt, ein paar Monate später, ist Ruhe. Wir alle haben unsere Rückversicherung - auf die eine oder andere Weise - und haben den Run überlebt und abgeschlossen. Glück gehabt.

Dann hatte es mich kurz vor Jahreswechsel nach Hamburg verschlagen - ursprünglich reiste ich wegen eines Auftrags dorthin und beschloß dann, noch eine Weile hierzubleiben. Ich wußte, daß sich der Sprachunterricht irgendwann mal bezahlt machen würde und siehe da: Hier war ich - genau in der Stadt, in der damals meine Großeltern lebten. Die Szene hier war umfangreich und groß, es gab einen Haufen Leute, die auf dem Schattenmarkt aktiv waren - einige hochgradig professionell, andere die reinsten Stümper. Aktuell konzentrierte ich mich auf meine Schwerpunkte und führte verschiedenste Arten von Matrixdienstleistungen durch - Datensuchen, Kommunikationsdienste, aber auch der eine oder andere Einstieg in einen fremden Knoten. Man konnte hier ganz gut verdienen, wenn man erstmal ein paar Kontakte hatte und ein paar Aufträge erledigt hatte.

Und dann war da noch diese Geschichte, auf die ich letzte Woche gestoßen bin...


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Montag, 13. April 2009; 21:48:08 #14
Dr. Know

Re: Dr. Knows Tagebuch

12. April 2071 - Hamburg

Ich saß auf meinem neuen Liegestuhl auf meiner Dachterasse und genoß ausnahmsweise das schöne Wetter und ein paar Sonnenstrahlen. Ich gönnte mir das nicht oft und meist liessen die Umweltbedingungen sowas auch gar nicht zu, aber in den letzten Tagen war das Wetter unheimlich gut, ohne daß dabei gleich Smogwarnungen und Ozonhinweise gegeben wurden.

Nicht, daß ich frei gehabt hätte - zusammen mit einigen anderen Leuten führte ich seit einigen Tagen einen Observationsauftrag aus, der mir vor kurzem angetragen wurde. Unsere Zielobjekte waren insgesamt vier an der Zahl und wir hatten entsprechend gut zu tun, sie alle ständig im Auge zu behalten. Wie schon häufiger kümmerte ich mich um die Matrixüberwachung sowie den Einsatz von Drohnen zu Obersvationszwecken - von meiner Seite aus waren verschiedene Stormcloud- und Dalmationdrohnen im Einsatz, die mir konstante Datenströme ihrer Überwachungssensoren lieferten. Die Datenströme erreichten mich in Echtzeit und wurden außerdem auch direkt auf einem Speichersystem abgelegt, so daß wir sie auch später zur Verfügung hatten. Verschiedene Analyseprogramme filterten Events und informierten uns, wenn vorbestimmte Parameter eintraten - so mussten wir nicht die ganze Zeit die Datenströme im Auge behalten. Ganz davon abgesehen stellte auch die Überwachung ihrer Telekommunikation nicht eben eine Kleinigkeit dar, hier wurde ich allerdings dankenswerterweise durch /dev/null unterstützt.

Der Auftrag bedeutete bisher einen ganzen Haufen Arbeit, aber dafür war die Entlohnung auch ordentlich - und wir kamen auch gut rum. Seitdem wir mit der Observation begonnen hatten, waren wir neben der lokalen Überwachung hier in Hamburg unter anderem in der ADL, aber auch international unterwegs, um unsere Zielpersonen im Auge zu behalten.


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