Er blieb hartnäckig und versuchte weiterhin, mich anzuwerben - aber wie in der Branche üblich setzte er ziemlich niedrig an und gab sich sehr geheimnisvoll. Anscheinend hatte er beziehungsweise seine Hinterleute ebenso Interesse daran, Informationen über den Täufer zu erhalten wie fast jeder andere, mit dem ich mich in den letzten Wochen unterhielt.
Mir kam der Verdacht, daß er selber bisher nicht wußte, mit was er es dabei überhaupt zu tun hatte. Und ich nutzte die lange Fahrt nach Süddeutschland, um die Informationen, die mir bereits vorlagen, zu ergänzen. Während der Truck durch die Nacht steuerte, startete ich eine Datensuche auf Basis der SIN-Daten, die ich hatte, in zwei weiteren Fenstern liefen parallel dazu weitere Datensuchen in Geheimdienstarchiven und entsprechenden Foren und Matrixtreffpunkten.
Die Suche war sehr umfangreich - der Deckname "Meyer" war ein typischer Alias und es gab entsprechend viele korrespondierende Einträge. Trotzdem konnte ich nach einiger Zeit die Suche eingrenzen und stieß auf einen gesicherten Bereich in einer BSI-Datenbank, die vielversprechend aussah. Selbige war allerdings sicher nicht ganz ohne, so daß ich erstmal eine
Analyse startete, um zu sehen, welche Sicherheitsmaßnahmen sich hier verbargen und ob man mir bereits auf der Spur war, bevor ich weitere Schritte unternahm.
Eine Spur, die sich hier neu ergab, war eine Krankenakte bei der BuMoNa, die allerdings nicht ganz sauber wirkte - der Sache würde ich nachgehen müssen. Zu blöd, das ich bisher noch keinen Kontakt dort hatte, das hiess nämlich, daß ich wohl oder übel in das BuMoNa-System einsteigen musste, um herauszufinden, was es mit der Akte auf sich hatte. Keine angenehme Vorstellung.
Die beiden anderen Datensuchen liefen unterdes weiter - meine gesuchte Person war in einem Bereich tätig, in dem es zwangsläufig zu Gerede kam - man verwaltet keine Killlist, ohne dadurch ins Gerede zu kommen.
010 | Man kann nie genug wissen...
001 | Datenschutz ist eine Illusion.
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