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The Unknown - Public Node BBS
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Samstag, 19. Mai 2012; 18:10:33 *
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Montag, 07. Dezember 2009; 19:11:46 #0
Sputnik

Sputniks Aufzeichnungen (wie einfallsreich, Sputnik...)

Ursprünglich wollte ich ja nur ein paar neue Miniaturen kaufen, als ich zum Dreisampirat ging. Die Vorlesungen waren vorüber und ich hatte heute auch keine Schicht, so daß mein Nachmittagsprogramm relativ offen war.

Wie immer verging die Zeit wie im Flug - da hängen einfach immer irgendwelche Leute ab, mit denen man einfach locker reden kann und so war es auch diesmal. Ein Wort wechselte das andere und ehe ich mich versah, war der Tag schon fast rum. Irgendwann gegen Abend erzählte der Dreisampirat dann was von einem Liverollenspiel, das die beiden wohl regelmäßig veranstalten würden. In Kürze war wieder ein Termin während einer Studentenparty in der flotten Lotte (ein Studentenwohnheim) und die beiden hatten ein paar Leute gefragt, ob sie sich das angucken wollten. Und so fand ich mich plötzlich in der Gesellschaft vom Dreisampirat und seinem 1. Offizier sowie zwei weiteren Personen wieder auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt, auf dem uns die beiden einiges zu dem Spiel, aber auch zu Freiburg erzählten. Ich war gespannt, was da auf uns zukam...


Kleine Seitenanmerkung: Die beiden mögen ziemlich verschroben wirken, aber sie scheinen einiges auf dem Kasten zu haben. Laßt euch also von dem Gequatsche der beiden (und den schrecklichen Dialekten) nicht aufhalten, wenn ihr in Freiburg Infos oder Gesellschaftsspiele sucht...



Fliegen wir zu Dir oder zu(r) MIR?
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Donnerstag, 17. Dezember 2009; 18:18:19 #1
Sputnik

Re:Sputniks Aufzeichnungen (wie einfallsreich, Sputnik...)

Nachdem ich mich für das Spiel in der flotten Lotte angemeldet hatte, bekam ich von den Jungs eine kurze Info, daß ich mein Equipment am 11. Dezember (Samstag) bei ihnen abholen konnte.

Ich plante den Vormittag ein - der Nachmittag war durch die aktuelle "Marsupilami-Crawl"-Aktion bereits belegt. Um kurz nach 11 (11:12) stand ich im Dreisampirat auf der Matte und machte mich dann - nicht ohne ein gewisses mulmiges Gefühl in der Magengegend (das ich dann schnell auf mangelndes Frühstück schob) - auf den Weg in die Kapitänskajüte, wo mein Päckchen schon auf mich wartete.

Neugierig schaute ich mir den Inhalt an: Eine quitschbunte Pfeilpistole mit zwölf Pfeilen (mit Gumminoppen!), dazu die angesprochenen Minikapseln, zweimal rot, grün und gelb. Die dritte Waffe war das Gummimesser. Dazu gab es einen RFID-Tag, den man entweder als Kapsel schlucken (Ja, genau) oder als Pin anheften (schon besser) konnte. Die jeweiligen Opfer im Spiel wurden uns per Message aufs Comlink mitgeteilt. Mit den Informationen und dem Paket ging ich erstmal heim.

Nachmittags verbrachte ich meine Zeit im Büro und sorgte für meine Verkleidung - netterweise gesponsert vom Sonderbudget im Rahmen der Abteilungsweihnachtsfeier. Fast wäre ich dabei virtuell dem Wirtschaftsprüfer in die Arme gelaufen, der anscheinend gerade sein Unwesen bei uns trieb. Kurz checkte ich, was der Typ hier genau machte - und sah meine Chance. Das wäre eine optimale Gelegenheit, diesem nichtsnutzigen Projektoberhoncho, der meinte, er hätte hier die Leitung inne, vielleicht dazu zu bewegen, endlich jemand anderen die Leitung des Projektes zu übertragen. Gottseidank war er nicht wirklich der Chef - dazu war das Projekt viel zu sehr von der Konzernförderung und -stiftung abhängig. Aber Dekan Thiele hatte zumindest von Seiten der Uni hier die Oberhoheit und das wurmte nicht nur mich schon seit Monaten.

Schon öfters hatten ich und andere in den letzten Wochen versucht, ihn loszuwerden - bisher waren unsere Bemühungen aber noch nicht richtig erfolgreich. Ein paar Nadelstiche konnten wir ihm beibringen, aber das war es auch schon - vielleicht war diese Gelegenheit hier jetzt aber der Schlüssel, mehr zu erreichen.
Eine kleine "Anpassung" in einer der Bestellungen würde für etwas Unruhe sorgen, der Rest ergab sich dann schon von alleine (hoffte ich). Keine zwei Stunden später landete die Information bei mir, das es am Montag zu einer Anhörung kommen würde. Bingo.

In den nächsten Tagen machte ich mir Gedanken darüber, wie ich mich auf dieses Spielchen vorbereiten konnte. Ein paar Sachen organisierte ich mir - und dabei kam ich unter anderem an eine interessante Alternative zu der kleinen Pfeilpistole, die mich dazu veranlasste, mein Outfit noch etwas anzupassen.

Ergebniss war ein von dem Kundusfeldzug 2010 beeinflußter "Gutenlausi" - der damalige Verteidigungsminister hatte sich ja tatsächlich einige Zeit im Amt halten können, trotz der Anschuldigungen und TROTZ der Tatsache, daß er von Anfang an als Abschußkandidat auf diesem Posten nominiert wurde. Tja, der Adel wußte eben schon immer, wie man Kriege anzettelt und sich dann aus der Verantwortung für die Schäden windet.

Ich war gespannt, wie der Abend insgesamt verlaufen würde.


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Donnerstag, 14. Januar 2010; 10:02:18 #2
Sputnik

Re:Sputniks Aufzeichnungen (wie einfallsreich, Sputnik...)

Die Eingangskontrolle passierte ich dank meiner Verkleidung ohne weitere Probleme und konnte auch meine Ausrüstung ohne Probleme mitnehmen - einzig ein Schulterhieb von einem der Trolle bescherte mir einen blauen Fleck, der mir noch ein paar Tage erhalten bleiben würde. Meine nette AR-Berieselung schien gut anzukommen, der eine oder andere Gast schien plötzlich eine ganz neue freundschaftliche Beziehung zu seinem Spamfilter aufzubauen.

Schon kurz nach dem Eintreffen kam so ein Typ auf mich zu, der doch glatt meinen angebotenen Elch ablehnte - Pech für ihn. Niemand lehnt ungestraft ein Geschenk von Gutenlausi ab - die zwei Strafpunkte für einen falschen Kill nahm ich gerne hin, den im Gegenzug hatte ich die Gewissheit, einen der beiden Dreisampiraten gleich zu Beginn umgenietet zu haben. Strike!

Ich versuchte, so viel als möglich über die Frequenzen, IDs und andere Informationen abzugreifen, um möglicherweise hier einen kleinen Vorteil nutzen zu können, jedoch war die Verschlüsselung verdammt heftig. Mein erstes eigentliches Ziel konnte ich dann recht schnell ausschalten - die NERF-Gun war gut und handlich, die eingebaute Technik fühlte sich gut an.

Mein zweites Ziel kam in Gestalt einer Pizzabotin. Tja, Pech für sie - und eine verdreckte Balaklava für mich, als sie mir zum "Dank" meine Pizza an den Kopf warf. Schlechte Verliererin...

Dann bekam ich mein neues Ziel. Mist, der zweite Dreisampirat stand auf meiner Zielliste. Ich führte einen kurzen WiFiscan durch und stellte fest, daß er sich anscheinend nicht hier, sondern im Obergeschoß befand und machte mich auf den Weg. Im Getümmel entdeckte ich Thomas, den ich schon von dem letzten Ausflug mit den Dreisampiraten kannte. Er sah sich gerade suchend um und steuerte ebenfalls nach oben, also tauschten wir uns kurz aus und beschlossen, hier oben zu kooperieren. Ein japanischer Austauschstudent, den ich schonmal bei uns im Fachbereich gesehen hatte, schloß sich uns an - das Pinkeltrio auf dem Weg zum Ruhm? Naja, wohl nicht - die Kameras, die im Treppenhaus etc. verbreitet waren, waren leider zu gut gesichert, um sie zu manipulieren. Als wir die obere Küche erreichten, lauerten sie schon auf uns - als wir die Tür öffneten, starrten wir in eine NERF-Gatlingun, die auch prompt zu feuern anfing. Verzweifelt versuchte ich, sie zu stoppen - es gelang mir gerade lang genug, um ohne getroffen zu werden, unter den Tisch zu hechten. Trotzdem erwischte mich Stefan kurze Zeit später - schade.

Meinen beiden Kollegen gelang es, sich in Deckung zu begeben - Glück für sie. Stefan und seine beiden Mädels hier oben wähnten sich sicher. Das gab mir Gelegenheit, mich so hinzusetzen, daß ich das Ziel von Thomas halbwegs im Visier hatte. Ich schaltete die Smartlink der Nerfgun zu Thomas, so daß er sein Ziel im Visier hatte und den Kill durchführen konnte - bingo! Damit hatten sie nicht gerechnet...

Dann setzten wir uns zu Stefan und den beiden Mädels in die Küche und schauten uns das Geschehen unten an. Auf einem der Monitore erkannte ich Zweiblum, der sich gerade einen kurzen Kampf mit einem anderen, mir noch unbekanntem Studenten lieferte, der ihm anscheinend unter der Tarnung einer Pizza einen Kill verpasen wollte. Verdammt. der Dozent war ganz schön fix, man sah kaum seine Bewegungen auf dem Bildschirm und er entschied den Kampf schnell für sich.

Beim Gespräch mit Stefan oben in der Küche wurden wir dann zu einem weiteren Spiel eingeladen: Stefan und Carsten hatten in einem alten Gebäude eine Art "Oceans"-Spiel aufgesetzt, bei der eine Partei das Haus und die dort aufbewahrten Gegenstände verteidigte, während eine andere Partei dort einsteigen und Gegenstände "relokalisieren" sollten. Hörte sich interessant an und da Stefan zusicherte, daß es sich nicht um einen echten Einbruch handelte, war ich interessiert.

Ob Oceans noch vor Weihnachten umgesetzt werden würde, wußten wir allerdings noch nicht. Zweiblum und Thomas sagten ebenfalls zu, ebenso auch die beiden anderen, die ich noch nicht kannte. Eventuell würden wir also im Team arbeiten.



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Donnerstag, 28. Januar 2010; 00:32:26 #3
Sputnik

Re:Sputniks Aufzeichnungen (wie einfallsreich, Sputnik...)

Es war Ende Januar, als ich nach den ganzen Prüfungen und der heißen Projektphase wieder im Dreisampirat aufschlug. Nach dem Stress der letzten Tage war es Zeit für ein wenig Entspannung. Ich wollte mich über das Oceans-Spiel informieren - und ich suchte noch ein paar schöne BattleTech-Miniaturen für die anstehende vorlesungsfreie Zeit.

Diese Oceans-Geschichte konnte ganz schön knifflig werden. Wir sollten aus einem Kulturmuseum in Freiburg eine kleine Statue der Gorch Fock entfernen, die dort als Leihgabe eines privaten Sammlers ausgestellt ist. Die ganze Show sollte am 09. Februar ablaufen und wir hatten Zeit von 0:00:01 bis 23:59:59. Zwei der Museumswächter wußten von dem Spiel, die anderen allerdings nicht. Auch die Polizei war für diese Nacht informiert und würde sich anscheinend nicht einschalten, auch wenn einer der Wächter einen Alarm auslösen würde. Sach- oder Personenschäden durften nicht verursacht werden - abgesehen vermutlich von den Schritten, die notwendig waren, um das kleine Schiffchen zu ergattern. Das Ganze lief offiziell als ein Sicherheitstest, aber irgendwas war an der Sache faul. Das erfolgreiche Team sollte vom Museum 5.000 Euro kriegen, dazu hatte der Captain nochmal 1.000 Euro draufgelegt - 6.000 Euro als Belohnung. Irgendwas an der Sache stimmte mich sehr nachdenklich, aber ich konnte dieses Gefühl noch nicht so recht in Worte fassen.

An uns lag es jetzt erstmal, Informationen zu organisieren - über das Museum, die Sicherheitssysteme, die Wächter, die Sicherheitsroutinen, die Ausstellungsstücke, die Umgebung des Museums - ein guter Zeitpunkt, auch ein paar Erkundigungen über die Dreisampiraten, das Schiff und deren Geschichte einzuholen.

Wir begannen damit, uns das Museum anzusehen - anscheinend waren wir nicht die einzigen, die sich an der Oceans-Story beteiligen wollten, den rund um das Museum wimmelte es von jüngeren Leuten, von denen einige eventuell als Gegner in Frage kamen. Ich sammelte fleißig Bilder, SIN-Daten und AccessIDs - man weiß nie, wozu es gut sein könnte.

Dann gingen Zweiblum, Niklas und ich hinein - Nihoshi (oder wie er hieß) hatte ein Problem mit seinem Komlink, um das er sich erstmal kümmern mußte. Er hatte sich wohl kurz ein wenig auf Hackerseiten herumgetrieben... Ich hätte gar nicht gedacht, daß die Nummer mit dem "Du bist doch Hacker, oder?" so gut einschlagen würde...

Drinnen sammelten wir einige erste Informationen über Aufbau, Größe, Aussehen etc. Auch hier sammelte ich fleißig Bilder, SIN-Daten und AccessIDs der Besucher, des Museumspersonals und der Wächter. Letztere schienen spezielle, Museumseigene Komlinks zu haben mit individueller AccessID - das sollten wir beobachten. Als ich mich dann näher mit dem Museum beschäftigte, konnte ich die weiteren Knoten der Kameras und der weiteren Sicherheitseinrichtungen förmlich spüren, nachdem ich mich einige Zeit konzentrierte. Die Sicherheit hier war größtenteils kabelgebunden, aber das lies sich über einen Microtapperbug oder einen Wireless-Adapter notfalls umgehen. Die Anlagen waren umfangreich und von guter Qualität - das würde anstrengend werden.

Sorgen bereitete mir auch der Fußboden in der Eingangshalle - der gesamte Bereich im Zentrum des Erdgeschoßes war mit einem sogenannten japanischem Nachtigallenboden versehen. Der Boden zeichnete sich dadurch aus, daß jede einzelne Holzleiste beim Darauftreten einen individuellen Ton von sich gab, anhand dessen damalige Samurai sogar unterscheiden konnten, wo sich ein Eindringling innerhalb des Hauses, das mit diesem Boden ausgestattet war, befand.

Nach ungefähr zwei Stunden hatten wir die Führung beendet. Neben dem eigentlichen Objekt der Begierde, das und dessen Umgebung wir uns genau betrachteten und einprägten, machte ich einen kompletten Rundgang durch das Museum - inklusive der Toiletten. Ich mißachtete dreisterweise das Fotografierverbot und legte eine sorgfältige Videodokumentation über das Museum an inklusive mehrfacher GPS-Daten, Entfernungs- und Maßangaben und Koordinaten, damit ich aus den Videos, den Koordinaten, der Art und dem Standort der Sicherheitssysteme, dem Bewegungsmuster der Wächter und weiteren gesammelten und aufgezeichneten Informationen ein möglichst detailgetreues 3D-Modell des Museums, seiner Einrichtung, der Sicherheitseinrichtungen und der Umgebung erstellen konnte. Heute nacht hatte ich vier Stunden Aufsicht im Projektbüro, da war genug Gelegenheit, den Virtualisationsnexus zu nutzen, um das Modell durchzurechnen - die vier Stunden würden dafür locker reichen. Der Virtualisationsnexus wurde von uns genutzt, um aus den realen Kamera- und Koordinationsdaten virtuelle Modelle und Abbilder zu berechnen, er würde für diese Aufgabe genau richtig sein. Für heute nacht war keine Livenutzung vorgesehen, also legte ich kurzerhand eine "Kalibrierung" fest und verband mich während ich das Museum verlies, kurz mit dem Projektrechner, um die Daten zu überspielen und den Rechner vorzubereiten.

Blieb die Frage, wie es jetzt weitergehen würde...
« Letzte Änderung: Donnerstag, 28. Januar 2010; 13:47:53 von Sputnik »

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Mittwoch, 24. Februar 2010; 09:40:54 #4
Sputnik

Re:Sputniks Aufzeichnungen (wie einfallsreich, Sputnik...)

Die Nacht war - abgesehen von der Erstellung des Models - noch ziemlich abwechslungsreich. Für den Rover war heute Nacht das Einspielen von Softwareupdates und Systemprüfungen vorgesehen.

Wir leiteten die Checks ein und sandten nochmal eine Erinnerung an die weiteren Bodenstationen. Normalerweise wußten alle Bescheid, das Update war normal geplant und stand daher schon seit einiger Zeit fest. Trotzdem schaffte es einer dieser Honks vom "ARES Junior Spaceflight Research" in Pasadena, das ganze Vorhaben fast zu einem Desaster werden zu lassen. Wir hatten das Go von den anderen Stationen und begannen mit dem Überspielen der Softwareupdates. Um sicherzugehen, wurden einige Systeme des Rovers deaktiviert, um nach dem Update wieder hochgefahren zu werden. Guidance Pasadena schnallte das allerdings nicht und meinte, es wäre eine gute Idee, wenn sie den Rover zu einer neuen Location fuhren, um neue Proben zu nehmen. Als dann das Kontrollmodul zurückgesetzt wurde, war es natürlich dahin mit ihrer Steuerung und der Rover machte sich daraufhin selbständig. Idioten.

Die Kollegen und ich saßen knapp drei Stunden daran, den Rover wieder in den Griff zu bekommen danach - wohlbemerkt war das Update und die nachfolgenden Kontrollen natürlich noch nicht fertig und wir konnten hinterher nochmal von vorne anfangen. Pasadena meldete sich ab - aus ungeklärten Umständen hatten sie Computer- und Verbindungsprobleme und waren erstmal mit Systemwartung beschäftigt...

Um 05:00 Uhr kam ich schließlich aus dem Laborraum und machte mich ziemlich übermüdet auf den Heimweg - gut, daß diese Woche keine Vorlesungen mehr waren. Jetzt brauchte ich erstmal eine ordentliche Mütze Schlaf, bevor ich heute nachmittag wieder Kontrolldienst hatte.
« Letzte Änderung: Freitag, 26. Februar 2010; 09:54:08 von Sputnik »

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Donnerstag, 04. März 2010; 23:41:18 #5
Sputnik

Re:Sputniks Aufzeichnungen (wie einfallsreich, Sputnik...)

Um 16:00 Uhr ging meine nächste Schicht los - die dritte 8-Stunden-Kontrollschicht pro Tag. Das Nachtteam arbeitete von 0:00 - 08:00 Uhr, die Tagschicht von 08:00 - 16:00 Uhr und die Abendschicht von 16:00 - 24:00 Uhr. Die Kollegen von der Nachtschicht, die letzte Nacht mit dabei waren, als Pasadena das ganze Vorhaben fast ruiniert, hatten sich noch in der Nacht dafür eingesetzt, daß die Vorfälle in Pasadena untersucht und die dortige Abteilung bis zum Ende der Untersuchungen nicht mehr an dem Projekt beteiligt war.

Gemeinsam mit SK Space Exploration führten wir heute abend weitere Updates durch, nachdem die Jungs von der Tagschicht die normalen Projekte durchgeführt hatten. Es gab noch ein paar Aktualisierungen und auch neue Software, die eingespielt wurde, um die Funktionen zu verbessern und zu ergänzen.

Während die Updates und Installationen liefen. nutzte ich die Zeit, um nebenbei ein paar Recherchen durchzuführen. Konkret suchte ich nach Informationen über Einbrüche in Museen, Galerien und ähnliche Einrichtungen, damit zusammenhängende Berichte über Art und Ausmaß der Einbrüche, Erfolgs- und Mißerfolgsfaktoren etc. Außerdem suchte ich nach Informationen über Sicherheitssysteme und passende Schwachstellen, die in Museen, Galerien und ähnlichen Einrichtungen eingesetzt werden und speicherte die Informationen auf zwei Datenchips. Dabei suchte ich sowohl nach den generellen Informationen über Art und Wirkungsweise und auch ergänzende Daten zu technischen Hintergründen und Einbauspezifikationen.

Wenn dieses Oceans-Projekt Erfolg haben sollte, dann brauchten wir alle Informationen, die wir kriegen konnten. Eine Menge Arbeit, aber ich hoffte, das sie den Aufwand lohnen würde. Sofern die Daten gut und zuverlässig waren, dann könnte ich die Daten über die verschiedenen Sicherheitssysteme modular in das Modell des Museums einfügen, so daß wir sie bei der Planung berücksichtigen konnten.


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Donnerstag, 11. März 2010; 11:32:16 #6
Sputnik

Re:Sputniks Aufzeichnungen (wie einfallsreich, Sputnik...)

Der Freitag lief bisher einfach mal so richtig entspannt. Ich hatte heute frei und konnte ausschlafen, dann habe ich gemütlichst mit der feschen Julia gefrühstückt, wobei wir uns äußerst nett unterhielten.

Am Vormittag hatte ich meinen üblichen Kontrolltermin beim Zahnklempner - kein großes Ding. Nachschauen, Zahnversiegelung auffrischen, bisschen Smalltalk und das war es dann auch schon wieder.

Danach bin ich zur Werkstatt gefahren, in der ich den Nachmittag verbrachte, bis ich schließlich zum Dreisampiraten gefahren bin, wo ich mich um 18:00 Uhr mit den anderen Oceansteammitgliedern treffen wollte. Ich war gespannt, was wir an Ideen zusammentrugen und ob wir es schaffen würden, einen halbwegs brauchbaren Plan aufzustellen, bei dem wir nicht Himmel und Hölle auf uns aufmerksam machten und bei dem uns auch nicht der Arsch aufgerissen wurde.

Wir tauschten zuerst aus, was wir in den letzten Tagen unternommen hatten. Der Captain hatte anscheinend noch jemanden für unser Team - sie kam von der Bundeswehr und machte gerade ihren Offizierslehrgang hier in Freiburg. Der Cap meinte, sie wäre eine gute Ergänzung für unser Team - Heimlichkeit und so. Ich war gespannt. Niklas - aka Linus, wenn wir schon bei den Oceansnamen waren - hatte anscheinend die gleiche Idee gehabt wie ich und mit einem Leveleditor für Spiele das Museum nachgebaut - die Idee war gut und über den Leveleditor könnte man auch einige Sachen einbinden. Ich stellte mein selbstgeneriertes Material ebenfalls zur Verfügung, dort hatte ich neben den genauen Daten des Museums und der von mir gesammelten Erkenntnisse über die Sicherheitstechnik etc. auch die Ergebnisse meiner Recherchen nach Sicherheitstechnik für Museen, Gallerien etc. einfließen lassen, so daß man diese modular ins Modell einfügen konnte.

Dank dem magischen Wissen von Zweiblum - beziehungsweise Robert "Rusty" Ryan - konnte ich das Modell noch mit den Informationen zur magischen Sicherheit - Hüter und anderes Zeug - ergänzen, so daß uns auch diese Informationen über Art, Ort und auch Feldstärke zur Verfügung standen. Nachdem er anfänglich etwas hinterm Berg hielt mit seinen Kenntnissen fängt er jetzt langsam an, etwas redseliger zu werden, was ich persönlich gut finde. Schon mehrfach habe ich mir in den letzten Tagen Gedanken darüber gemacht, wieviel ich von mir preisgeben kann, aber noch konnte ich mich nicht dazu durchringen, mehr zu erzählen. Andererseits hat bisher auch noch niemand gefragt, also werde ich mal abwarten und sehen, wie sich die Sache entwickelt und wie vertrauenswürdig die anderen sind - vorausgesetzt wir haben auch nach Oceans noch gemeinsam zu tun. Nihoshi sehe ich ab und an im Fachbereich - er studiert ebenfalls Luft- und Raumfahrttechnik und so laufen wir uns sicherlich noch öfter über den Weg.

Eine gute Ergänzung stellte übrigens auch die Idee von Nihoshi - besser Livingston Dell - dar, uns selbst und unsere Fähigkeiten mit einzupflegen, um mögliche Routen und Wege zu simulieren und Erfolgschancen berechnen zu können. Um dies vernünftig zu simulieren und dafür genug Rechenleistung zur Verfügung zu haben, verband ich unsere fünf Komlinks zu einem Clustersystem, von dem ich hoffte, das wir es so nutzen konnten. War mit ein wenig Aufwand verbunden, da ich erstmal Adminzugang zu den einzelnen Links brauchte - aber das ist ja nun auch geschafft...

Kurz mußte ich mich dann verabschieden - ein alter Bekannter von meiner Praktikumszeit bei Orbital Dynamix hatte mir Zugang zu einem Clustersystem an der Uni geschafft, das er damals mal als Studienprojekt umgesetzt und auf dem auch eine Simulationsumgebung für bemannte und unbemannte Missionen installiert war, um dort anhand von Fähigkeiten und weiteren Kenndaten Erfolgschancen etc. simulieren zu können - genau das, was wir suchten!

Als ich dann zurückkam, war Zweiblum aka Rusty seit längerer Zeit auf der Toilette und Nihoshi aka Livingston schrubbte gerade das Deck - wtf?

Vor dem Dreisampirat traf ich auf Niklas aka Linus, der anscheinend gerade gehen wollte. Gemeinsam drehten wir um - und in unserem Raum überraschte uns eine unangenehme Überraschung: Als ich die Tür aufmachte, schaute ich geradewegs in den Lauf einer Plempe - die Offiziersanwärterin hatte anscheinend nichts besseres zu tun als hier mit Waffen herumzufuchteln. Über den Adminaccount auf ihrem Komlink warf ich über die Smartlinkverbindung das Magazin aus und blockierte den Auslösemechanismus - man weiß ja nie. Manmanman...
« Letzte Änderung: Dienstag, 23. März 2010; 16:01:26 von Sputnik »

Fliegen wir zu Dir oder zu(r) MIR?
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Donnerstag, 25. März 2010; 00:33:48 #7
Sputnik

Re:Sputniks Aufzeichnungen (wie einfallsreich, Sputnik...)

Manman, das war noch ein ziemlich ereignisreicher Freitagabend - und eine noch interessantere Nacht.

Nachdem diese komische Bundeswehrtante mir ihre Pistole ins Gesicht gedrückt hatte, wurde sie kurz danach festgesetzt. Danach ging ich rüber zur Bar, auf den Schreck brauchte ich erstmal etwas Abwechslung.

Während wir an der Bar standen, bekamen wir nebenbei mit, das es am Nachmittag auf dem Münsterplatz wohl gerumst hatte - der ganze Platz war abgesperrt, weil eine Elfe anscheinend einen Übergriff auf einen Troll einer dieser Faschoparteien hier in der Gegend durchgeführt hatte und danach abgetaucht war. Freiburg...

Von der Bar gingen Nikolas und ich gemeinsam mit Nihoshi wieder herunter in den Besprechungsraum, um unsere Fähigkeiten und Kenntnisse in das Modell einzupflegen. Nach und nach erfaßten wir mithilfe eines vorgefertigten Formularentwurfes die verschiedenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Attribute. Dann pflegte ich diese Daten in die Simulation ein und konzipierte dazu noch einen Zufalls- bzw. Glücksfaktor, bevor wir den ersten Durchlauf starteten. Nachdem der Cluster einige Zeit gerechnet hatte, bekamen wir ein erstes Ergebniss, das uns allerdings irgendwie merkwürdig vorkam. Unter anderem machte es uns etwas stutzig, das wir zur Durchführung des Vorschlages nur 10 Sekunden Zeit hatten - das ist ein wenig knapp.

Um kurz nach 22:00 Uhr kam Zweiblum wieder zu uns und wir konnten das Modell mit seinen Daten zur magischen Sicherheit ergänzen. Unter anderem hatte er mehrere Hüter, die ich einfügte, daneben auch die Informationen über die Sicherheitsmagier, die anscheinend in einem unterirdischen Geschoss des Museums untergebracht waren - schwergesichert natürlich. Der Cluster fing erneut an zu rechnen und war diesmal ganz schön lange beschäftigt.

Als es darum ging, das Podest nachzubauen, hatte ich die Idee, innerhalb des Museums ein Ultrabreitbandradar einzusetzen - nur herankommen mußte ich erstmal an so ein Ding. Ich durchsuchte den einen oder anderen Katalog, brauchte aber überall spezielle Lizenzen als Sicherheitsdienst etc. Blieb als einziger Ausweg noch Daddy, aber einen Versuch war es wert. Hätte ich da schon gewußt, was das mit sich bringen würde, hätte ich mir das sicher nochmal überlegt. Ich erwischte ihn sogar, was ungewöhnlich war. Kurz schilderte ich ihm mein Anliegen - und er wurde natürlich neugierig und stellte Fragen - zum Dreisampirat und den beiden Eigentümern zum Beispiel. Ich erzählte ihm daraufhin, um was es genau ging und was wir machen wollten - und mein alter Herr reagierte sehr merkwürdig. Er schien an mehr Informationen zu den Dreisampiraten interessiert zu sein und versprach, mir drei von den Scannern zu schicken, ebenso schickte er mir etwas Spesengeld - 2.000 Euro. Ich war ziemlich überrascht.

Nach einiger Zeit war der Cluster mit der neuen Berechnung fertig mit dem Ergebnis, das es jetzt mehrere mögliche Routen gab. Als Hauptroute wird vorgeschlagen, daß wir durch das Hauptportal das Museum betreten. Es wäre notwendig, die Kameras umzuleiten, so daß das aktuelle Bild nicht mehr gezeigt wird - eine Schleife oder ähnliches. Eine Möglichkeit dazu wäre eine Microtapperdrohne, mit deren Hilfe ich mich in das Kabelnetz einklinke und dann die Kameras übernehmen und kontrollieren könnte. Innerhalb von 10 Sekunden sollten wir (Nikolas) es dann schaffen, die Feuertür zum seitlichen Treppenhaus zu knacken - sie muss magisch und mechanisch entriegelt werden. Dann eingliedern in die Besucherströme. Aus irgendeinem Grund soll Zweiblum Augenkontakt mit einer Statue aufnehmen.

Dann kommt der große Augenblick, in dem Zweiblum das gesamte Podest anheben und dann aus dem Gebäude levitieren muss. Dazu sollte er die linke Tür des Raumes nehmen, deren Hüter von der Pixie errichtet wurde. Dann kam der schwerste Teil: Zweiblum muss das gesamte Podest inklusive des Schiffes durch die Besucherströme levitieren, bis wir damit das Gebäude verlassen können. Danach müssen wir natürlich die Spuren verwischen und uns in Sicherheit bringen. Wichtig ist: Keinen Feueralarm auslösen. Und wir brauchen einen Ersatz für das Podest, darum kümmert sich eventuell Nikolas.

Damit stand unser Plan. Immernoch war mir nicht unbedingt wohl dabei, aber der Plan könnte klappen. Am Montag, den 31. Januar 2072 wollten wir uns wieder treffen - und es war auch schon ziemlich spät, schon nach zwei Uhr. Die Dreisampiraten machten dicht und machten unmißverständlich klar, das sie keine Leute mehr im Schiff duldeten - inklusive seltsamer Gase, die sie freisetzten. Und gerade, als ich dachte, das der Abend jetzt vorbei wäre und ich ruhig in mein Bett gehen konnte, fing die Kacke richtig an zu dampfen.

Wir verließen den Dreisampiraten und trafen draußen ein kleines Wakyambi-kind, das einen seltsamen roten Samuraihelm trug und anscheinend zum Captain wollte. Nachdem mein Dad sagte, das er Informationen zu den Dreisampiraten sucht, schickte ich ihm spontan ein Bild von dem jungen, woraufhin er mich direkt kontaktierte und weitere Daten anforderte. Da ich mehr Bilder brauchte, rief ich den Jungen an, woraufhin ich in die Lage kam, mehrere Bilder von ihm und dem Helm aus verschiedenen Blickwinkeln zu machen.

Daraufhin bat bzw. orderte er mich in einen sicheren Knoten, in dem er mich tatsächlich vom Hocker haute: Er beauftragte mich damit, dem Jungen zu folgen und sämtliche Daten und Beobachtungen zu sammeln und weiterzugeben. Ich gebe ihm die Daten zu dem Kind, die ich aktuell habe - aktueller Aufenthaltsort bei den Dreisampiraten etc. - und werde überrascht: Dad dankt mir im Auftrag von SK Prime inklusive namentlicher Danksagung vom Oberchef persönlich - inklusive einer netten Entlohnung von 10.000 Euro und einem SK Prime Masterlink - ein ziemlich leistungsfähiges Komlink, das  nicht im Handel erhältlich ist und nur an die oberen Mitarbeiter bei SK Prime ausgegeben wird. Starkes Teil, auch wenn ich mittlerweile noch ganz andere Möglichkeiten zur Verfügung hatte. Ein bisschen hatte ich allerdings Panik davor, was das jetzt implizeren würde...

Er beauftragte mich, dem Kind auch weiter zu folgen. Ich fand heraus, daß das Kind zusammen mit zwei anderen Elfen gemeinsam zum Bahnhof ging und sie Fahrkarten nach Europort lösten für 06:00 Uhr. Sie hatten ein Abteil komplett für sich reserviert. Ich sollte ihnen folgen - und nur kurze Zeit später erreichte mich ein Kurier mit einem Paket: Die Überraschungen gingen weiter.

Ich war jetzt offizieller Besitzer einer gefälschten SIN - einer falschen Identität. Mein Dad hatte sie mir geschickt, zusammen mit den Sensoren, dem Komlink - und einer Ares Predator mit drei Magazinen Gelmunition. Dazu auch eine Talentsoftware für semiautomatische Pistolen. Eine Lizenz für die Predator war auch dabei und auch ein Tarnholster, um die Waffe vernünftig zu tragen. Ergänzend hatte ich ein Spesenkonto in Höhe von 10.000 Euro zur Verfügung, von dem ich gleich eine passende Fahrkarte buchte, dann packte ich ein paar Sachen für die Reise und machte mich dann auch langsam auf zum Bahnhof. Ich war etwas früher da und wartete auf dem Bahnsteig. Dank der Infos zu den Bahnkarten wußte ich, nach was ich suchen mußte und scannte die anderen Passagiere. Geschlafen hatte ich noch keine Minute und machte mir bereits Gedanken darüber, wie ich während der Bahnfahrt wach bleiben sollte, als sich die Planung änderte. Die drei Elfen waren mittlerweile zu Zwergen mutiert... Es gab eine Dreiergruppe Zwergen, die die IDs der Bahnfahrkarten aufwiesen. Natürlich hätte ich sie nicht weiter beachtet, wenn sie nicht die Daten der Fahrkarten ausgestrahlt hätten. So wunderte ich mich natürlich, aber behielt sie im Auge - zu meinem Glück. Sie warfen kurz vor der Abfahrt ihre Tickets weg und entfernten sich in Richtung des Busbahnhofes, um dort in einen Bus in Richtung Feldberg zu steigen. Ich fahre ebenfalls mit und versuche, möglichst unentdeckt zu bleiben. In Sölden steigen sie aus und entfernen sich in Richtung Stadtrand. Ich folge ihnen noch einige Zeit, bis sie die Stadt verlassen und in Richtung Wald gehen. Auf dem Weg dahin deaktivieren sie ihre Komlinks - und ich bekomme das starke Gefühl. das einer der Zwerge ein Technomancer sein könnte. Ich erstatte Zwischenbericht und bekomme - gottseidank - die Aufforderung, den Dreien nicht weiter zu folgen. Mein Dad dankt mir erneut, ich werde die Sache weiter im Auge behalten, wenn möglich. Natürlich muss ich den Rest des Spesenkontos zurückgeben, die Ausrüstung inklusive der SIN darf ich allerdings behalten. Ich hatte meinen ersten Auftrag für SK Prime absolviert - und war mir gar nicht sicher, daß ich das wollte. Wobei: Spannend war es auf jeden Fall, aber zwischenzeitlich hatte ich auch eine gehörige Portion Schiss bei der Sache: Was, wenn ich auffliegen würde? Wenn die mich kriegen würden? Das Ganze wirkte schon lange nicht mehr wie ein Spiel, sondern war Ernst - eventuell sogar tötlicher Ernst, wenn ich Mist bauen oder Pech haben würde.

Für heute früh war mir das allerdings egal - als ich wieder in Freiburg war, wollte ich erstmal in mein Bett und begab mich auf den schnellsten Weg in meine Werkstatt (um dem Schneeräumdienst von Anetta zu entgehen). Die möglichen Folgen würden warten müssen, bis ich mindestens sieben Stunden Schlaf hatte.
« Letzte Änderung: Donnerstag, 15. April 2010; 20:24:14 von Sputnik »

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Donnerstag, 15. April 2010; 23:30:44 #8
Sputnik

Re:Sputniks Aufzeichnungen (wie einfallsreich, Sputnik...)

Nach einem wunderschönen Wochenende ging am Montag wieder der Dienst im Labor los. Diese Woche hatte ich Tagschicht - von 08:00 Uhr bist 16:00 Uhr. Wir frühstückten gemeinsam, dann machte ich mich auf den Weg ins Labor, damit ich pünktlich war. Um kurz nach 8 hatten wir eine kurze Dienstbesprechung via AR-Konferenz, um die Wochenplanung zu besprechen. Der Rover sollte diese Woche zwei neue Updates bekommen, die wir betreuen mußten, außerdem standen mehrere Missionen an, die der Rover absolvieren sollte - Probensammlung, Analysen und Bildaufnahmen. Wir waren als sekundärer Control unterwegs - und bei zwei der Missionen und einem der Updates als Primary. Die Aufregung stieg an - Simon und ich waren entsprechend aufgeregt und nervös. Auch wenn es sich nur um zwei kleine Projekte handelte, war es doch eine ganz schöne Verantwortung und Vertrauen.

Nach der Wochenplanung starteten wir mit den üblichen Aktivitäten - Kontrollfunktionen und Tracking der aktuellen Operationen, Logdurchsicht etc. Die normale Arbeit als Backup war so, daß man normalerweise noch genug Zeit hatte, um sich nebenbei zum Beispiel um Hausarbeiten oder Projektberichte zu kümmern (oder anderen Recherchen und ähnlichen Arbeiten nachzugehen, die man an einem Schreibtisch und mit einer Matrixanbindung eben erledigen konnte). Diese Woche würden wir diese Zeit vermehrt nutzen, um uns nochmal die Prozeduren und geplanten Abläufe für die beiden Missionen zu verinnerlichen.

Trotzdem blieb auch noch ein Teil administrativer Arbeit übrig, um den wir uns kümmern mußten. Ein Punkt auf der Liste war die aktuelle Ergänzung der Hardware. Die Gelder aus dem Forschungsbudget wurden zwischen Ares und uns aufgeteilt - und als ich die aktuellen Infos dazu lass, wurde ich mächtig sauer. Aktuell ging es zum Beispiel darum, neue Tracker und ein ergänzendes Uplink anzuschaffen, die Frage war nur, wer diese Mittel bekommen würde. Klar war, daß derjenige, der die Mittel hatte, aufgrund des ergänzenden dedizierten Links eine wichtigere Position (sprich: mehr Projekte und wichtigere Projekte) zukam als dem Lab, das die Mittel nicht kriegen würde. Und unser Dekan, der sein finales Statement dazu abgeben mußte, hatte es wieder einmal verbockt. Er war ja so überzeugt von seinem Fachbereich, daß er gnadenlos übertrieb ob der bisherigen Ausstattung, als ob wir bestens ausgerüstet waren. Klar, wir hatten Uplinks hier im Fachbereich und unser Labor war auch nicht gerade schlecht ausgestattet - aber es gab doch öfter Schwierigkeiten, wenn wir aufgrund der Mission Zugriff auf weitere Hardware benötigten. Außerdem hatten wir auch weiterhin nur einen dedizierten Uplink hier, der Zugriff auf die weiteren Uplinks, die der Fachbereich hatte, war nicht gesichert und abhängig von der Nutzung der anderen Fachbereiche. Wenn also im schlimmsten Fall unser Uplink ausfiel könnte es sein, daß wir kein Backup hatten. Prima, oder?

Ich informierte Simon und zusammen fluchten wir erstmal eine ordentliche Runde, bevor wir überlegten, ob wir da vielleicht noch was drehen konnten. Wenn ich das so sah, dann hatten wir zwei Möglichkeiten: Entweder wir müßten den externen Bericht fälschen oder wir mussten hier intern dafür sorgen, daß die Möglichkeiten, von denen der Dekan sprach, auch tatsächlich existierten. Mit dem Dekan selbst zu reden hatte keinen Sinn - der Mensch war dermaßen lernresistent und von sich überzeugt, daß man da keine Chance hatte. Wir mußten also weiterhin hoffen, daß er entweder irgendwann weggelobt wurde oder dermaßen viel Bockmist baute, daß auch der Präsident der Hochschule ihn nicht weiter decken konnte. An beidem arbeiteten wir bereits fleißig.

Beide Optionen bargen ein Risiko, wobei die Fälschung eines externen Berichtes - trotz des guten Zweckes - eine ganz schön heikle Sache wäre. Nach kurzem Überlegen schien uns die interne Schiene eher geeignet. Hier hatten wir - und auch andere Abteilungen - schon Erfahrungen gesammelt - und man wußte ja schließlich, wer der Dekan hier war. Auch andere Abteilungen konnten ihn gut leiden. Wir nutzen die restliche Zeit, um sowohl die beiden Missionen vorzubereiten als auch unsere nächsten Schritte zum Ausbau unserer Infrastruktur zu planen.

Am Nachmittag traf ich mich dann mit Zweiblum - er hatte mich kontaktiert und wir hatten uns für 16:30 Uhr im Schlappen verabredet. Er hatte noch jemanden mitgebracht, der quasi "über ihn gestolpert war" und mit dem wir uns kurz unterhielten, bevor wir dann aufbrachen zur Werkstatt. Wir hatten uns über magische Sicherungen unterhalten und Zweiblum hatte sich bereiterklärt, einen Teil meiner Werkstatt mit einem Hüter zu versehen - eine prima Sache!

« Letzte Änderung: Freitag, 16. April 2010; 09:11:37 von Sputnik »

Fliegen wir zu Dir oder zu(r) MIR?
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Mittwoch, 21. April 2010; 23:25:40 #9
Sputnik

Re:Sputniks Aufzeichnungen (wie einfallsreich, Sputnik...)

Am Dienstag traf ich Nihoshi und Nikolas (aka Livingston Dell und Linux Caldwell), wir wollten uns weiter absprechen bezüglich unserer gemeinsamen Unternehmung. Einige Zeit später stieß auch Zweiblum in meiner Werkstatt (dort hatten wir uns getroffen) zu uns.

Bei der Gelegenheit fielen mir ein paar Sachen auf, die schon etwas merkwürdig sind - zum Beispiel, warum Zweiblum plötzlich unter uns war, obwohl sämtliche Türen ge- und verschlossen waren. Ich schaute mir kurz die Kameradaten der Kamera zur Hintertür an - er verschwand einfach. Einfach so! Eigentlich schon cool, was Zauberfunzeln so reißen können - einfach unsichtbar werden hat schon was. Immernoch offen war die Frage, wie er durch die Tür oder die Wand gekommen war, aber das würde ich auch noch irgendwie rausfinden.

Wir gingen nochmal den Plan durch und überlegten, was wir im vorhinein noch tun konnten. Unter anderem wollten wir nochmal im Museum vorbeischauen. Es gab da die Brosche, die wir uns anschauen wollten - ein Ablenkungsplan, der trotzdem vorbereitet werden wollte. Wir mußten uns die Brosche ansehen und schauen, wie sie gesichert war und ob es als Ablenkung reichen würde. Und dann war da auch noch die Treppenhaustür, die Nicholas öffnen können mußte und die Feldstärke des Modells, die wir messen wollten. Zweiblum wollte bei der Gelegenheit nochmal einen Blick auf das Modell und die Sicherheit werfen.

Unten lief alles soweit gut - wir konnten die Daten alle problemlos sammeln, die wir brauchten - und dabei konnte ich auch gleich das neue Gerät testen, das Dad mir geschickt hatte. Auf der Treppe nach oben legten wir dann eine kleine Showeinlage ein - beziehungsweise legte Nihoshi eine kleine Showeinlage ein, die wir dann etwas ergänzten und für etwas Aufsehen sorgten... zumindest sorgte die "Spontane Improvisationstheatervorstellung des Studentenprojektes "Oceans Street Theater Possee" für eine kleine Aufbesserung unserer Spesenkasse in Höhe von 200 Euro.

Oben wurde Zweiblum auf einmal hellhörig - er berichtete von einem Hüter, der nicht mehr da war. Sein darauffolgender Blick in eine "Astralebene", von der der sprach, sorgte für eine weitere Merkwürdigkeit: Das Schiff hatte keinerlei Aura mehr und war absolut mundan, auch der Hüter vom Cap fehlte. Selbst das elektromagnetische Feld des Bootes war anders - so wie es aussah, war das Boot bereits ausgetauscht worden. Wir schauten uns einen Augenblick alle ratlos an, bevor wir einen geordneten Rückzug antraten.

Unser erster Weg führte uns zu den Dreisampiraten, um Rücksprache mit dem Cap oder Type zu halten - leider Fehlanzeige. Sowohl der Cap als auch Type waren seit gestern auf Dienstreise - und der Smutje, der sonst noch Ansprechpartner gewesen wäre, war auf einer Messe unterwegs. Rückkehrzeitpunkt: Unbekannt.

Nkay. Wir saßen noch ein wenig in der Kajüte herum - eine Gelegenheit für Nishoshi (Livingston Dell), um mal dieses seltsame Zeug zu probieren, das vor einigen Tagen auch Linus Caldwell probiert und daraufhin sehr seltsam reagiert hatte. Ich nahm - wie immer - das Geschehen auf Video auf - wer weiß, zu was man es nutzen konnte...

Wie erwartet war sein Verhalten mehr als merkwürdig - und wir lernten daraus, das Japaner im Astralraum bläulich schimmern. Das sagte Zweiblum zumindest. Wie auch schon bei anderen Fällen mit diesem Gesöff konnte er sich an nichts erinnern - gut, daß ich die Videoaufnahme für ihn hatte, die ihn sichtlich amüsierte. Und Zweiblum sollte uns mal erklären, warum er anscheinend in der Astralebene aussieht wie ein kleiner Drache (oder so ähnlich - das Gebrabbel von Nihoshi / Livingston Dell war an der Stelle etwas merkwürdig).

Nach diesem Zwischenfall beschlossen wir, die Örtlichkeit zu wechseln und zur Werkstatt zu gehen.
Wir hatten gerade den Dreisampirat verlassen, als uns - nur wenige hundert Meter vom Laden entfernt - ein Typ von den Dreisampiraten nachkam und Nihoshi und mir jeweils einen Umschlag mit je vier Karten überreichte, mit den besten Empfehlungen. Der Cap hatte uns - nachdem wir eine seiner Ladies von den Ereignissen berichteten - eine kurze Nachricht geschickt. Anscheinend waren sie selber von dieser Wendung überrascht und sprachen uns ihr Bedauern aus - anscheinend waren sie von unseren bisherigen Vorbereitungen angetan. Wir hatten bereits in der Kajüte beschlossen, das wir der Sache noch nachgehen und Spuren sammeln würden. Wer weiß, vielleicht wäre es uns ja möglich, die Ereignisse aufzudecken?

Auf dem Weg zur Werkstatt trafen wir auf einen neuen Bekannten - Timo, der etwas verwirrte. Als ich ihn - am Montag vorher - kennenlernte, hatte er ebenfalls dieses komische Gesöff getrunken. Auch davon existieren Videobilder. Im Schlepptau von ihm waren zwei weitere Kerle unterwegs - ebenfalls etwa in unserem Alter. Einer hies Georg, er war anscheinend Bodybuilder oder Fitnessfreak, wurde aber offensichtlich nicht für Denkaufgaben bezahlt. Der andere hieß Antonius und schien ein masochistischer Rigger mit dem Hang zu Elektroschocks zu sein. Die drei hatten anscheinend etwas gefeiert und wirkten dementsprechend angeschikkert, als wir sie trafen. Spontan beschlossen sie, das sie ihre Wohnheimsparty wieder aufleben lassen wollten, nachdem uns Georg von seinen Elektroshockpanzern berichtete und "Linus Caldwell" und ich die Dinger unbedingt mal ausprobieren wollten. Es wurde eine feuchtfröhliche Party mit vielen, vielen merkwürdigen Ereignissen, über die ich lieber den Mantel des Schweigens breite...
« Letzte Änderung: Dienstag, 27. April 2010; 12:34:05 von Sputnik »

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Montag, 03. Mai 2010; 13:40:11 #10
Sputnik

Re:Sputniks Aufzeichnungen (wie einfallsreich, Sputnik...)

Die nächsten drei Monate waren ganz schön hektisch - es gab einiges zu tun und neben verschiedenen Verpflichtungen wollte ich für mich ein paar Dinge erledigen.

So stürzte ich mich unter anderem in Arbeit - wir bekamen zwei neue Projekte rein, die wir mitbetreuen mußten und die uns viel Zeit und Arbeit kosteten. Interessant und lehrreich waren sie aber allemal und so machte es auch Spass, die Dinge voranzubringen. Obendrein gab uns eines der Projekte auch Möglichkeiten, unseren Dekan etwas außen vor zu lassen - dazu später noch mehr.

Neben dem Job gab es noch einige private Baustellen - ich werkelte zum Beispiel fleißig in der Werkstatt weiter und konnte erste Einnahmen durch das Vermieten der beiden Hebebühnen erzielen. Auch mit dem VW-Bus kam ich voran und nach knapp zwei Monaten hatte ich ihn soweit, daß ich ihn als fahrbaren Untersatz mit ein paar kleinen Spielereien nutzen konnte. Ich hatte noch nicht alle Modifikationen vorgenommen, die ich wollte, aber das würde ich auch später noch machen können. Das wichtige war geschafft und ich hatte endlich einen fahrbaren Untersatz - mit Campingmöglichkeit!

Auch im Umgang mit der Matrix erweiterte und vertiefte ich mein Verständniss und meine Möglichkeiten - ein langwieriger und anstrengender Prozess, der sich allerdings bezahlt machte. Bei meinen Bemühungen fand ich unter anderem Anschluss an eine sehr interessante Gruppe von Personen und lernte ein paar neue virtuelle Orte kennen, die mich sehr faszinierten. Auch hierzu später mehr.

Auch privat lief alles zur vollsten Zufriedenheit. Mit Julia vertiefte ich nicht nur meine Kenntnisse der lateinamerikanischen Tänze, sondern wir kamen uns auch sonst näher und verbrachten viel Zeit miteinander in den letzten Wochen. Wir waren zwar beide rege und beschäftigt, aber konnten es trotzdem immer einrichten, genug gemeinsame Zeit für uns zu finden.

Und so vergingen die zwölf Wochen bis Conspiracy X wie im Fluge und ich hatte kaum Zeit, mich vorzubereiten - aber eben auch nur kaum. So konnte ich im vorhinein zumindest schonmal Daten über den Ort und die Umgebung sammeln - und mich entsprechend vorbereiten. Ich würde auf jeden Fall ein Uplink mitnehmen - ein ganzes Wochenende ohne vernünftige Matrixanbindung würde ich nicht überleben...
« Letzte Änderung: Dienstag, 04. Mai 2010; 07:29:59 von Sputnik »

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Mittwoch, 05. Mai 2010; 14:32:49 #11
Sputnik

Re:Sputniks Aufzeichnungen (wie einfallsreich, Sputnik...)

Conspiracy X - jetzt war es also soweit. Es war Donnerstag, der 05. Mai 2072 und wir - die kleine Truppe, als die wir uns mittlerweile zusammengefunden hatten - warteten auf den Kleinbus, der uns zur Burg bringen sollte. Mit von der Partie waren Timo, Georg, Nikolas, Nihoshi und ich. Zweiblum und Antonius konnten leider nicht mitkommen - das erwies sich im nachhinein noch als fatal, aber ich will ja nicht vorgreifen.

So standen wir also hier mit unserem Congepäck - mehr oder weniger skuril sicherlich, aber wer scherrte sich schon darum. Nikolas und Nihoshi waren im Steampunk-Larpoutfit unterwegs und die Gewandung war beiden wirklich gut gelungen. Timo und Georg schienen - wie ich - eher zur Rollenspielfraktion zu gehören, wobei bei mir erschwerend noch mein Miniaturenset hinzukam, denn ich hatte vor, ein paar ordentliche Runden BattleTech zu zocken. Der Kleinbus kam und wir erlebten eine abenteuerliche Fahrt über wahrlich sehr heruntergekommene Straßen, bis wir schließlich bei der Burg angelangten.

Hier war anscheinend schon rege Betriebsamkeit - die verschiedensten Personen waren im Vorhof und in der Burg selbst anzutreffen. Wir suchten uns gemeinsam ein noch freies Sechserzimmer, das wir für uns belegten. Die Sicherheitstechnik an sich war ziemlich mau - alte Bartschlösser - also blieb vermutlich am ehesten, auf das Prinzip Hoffnung zu setzen. Um selbige zu unterstützen, verteilte ich zumindest ein paar Sensoren im Raum. So würden wir zwar nicht unbedingt verhindern können, das wir beklaut wurden, wüßten aber zumindest, nach wem wir hinterher suchen müßten.

Nachdem wir kurz unseren Kram verstaut und ich meine Satellitenschüssel aufgestellt hatte, gingen wir nach unten zum Begrüßungsmahl. Mit so einem opulenten Festmahl hatte ich gar nicht gerechnet, aber da es sowieso Teil des "All-inklusive"-Pakets war (ich buche NIE wieder All-inklusive!), setzen wir uns zu einigen Unbekannten an einen Tisch und harrten der Gänge, die da kamen.

Aufgetischt wurde reichlich - mehrere Gänge verschiedenster Natur, von Gemüse über Fleisch bis hin zu Fisch war für jeden etwas dabei...

Mit uns am Tisch sitzt ein gewisser Pjotr Schumkov aus St. Petersburg, ein gewisser Ino Brian, der anscheinend aus Irland stammt und Herr Konrad Düttner, der Schwarzwaldkoch, der durch seine Kochsendung bekannt ist und anscheinend für das Catering angeheuert wurde. Während wir essen, werden erste Runden bekanntgegeben und Pjotr, Ino und Timo scheinen sich gut einen zu geben - da haben sich die richtigen getroffen.

Kurz nach dem sechsten Gang gehts dann los - Geigenmusik erschallt um uns herum, die Uhr schlägt zu vorgerückter Zeit Mitternacht und die Jungs und Mädels drehen am Rad. Viele im Raum erheben sich und fangen an, zur Geigenmusik zu tanzen - irgendwas ist hier nicht geheuer.

Dann erschüttert eine mächtige Explosion die Burg und zerreißt die Stille der Nacht, die sich draußen mittlerweile über das Land gelegt hat. Die Explosion hat die gesamte Zugbrücke mit sich gerissen - der Weg aus der Burg heraus scheint versperrt zu sein. Einige der anscheinend hier tätigen Trolle sieht man noch tot und zerfetzt im Burghof - ein Anblick, der mich die weitere Einnahme von Nahrung erstmal überdenken läßt.

Ebenso plötzlich legt sich ein Störfeld über die Burg, das mir den Uplink ruiniert. Ein verdammt unangenehmes Gefühl breitet sich in mir aus. Über eine nur bruchstückhafte Nachricht fange ich an zu grübeln - TypeRyder von den Dreisampiraten rät uns, so schnell als möglich aus der Burg zu verschwinden, da dort Lebensgefahr drohe. WTF?

Im Saal sammele ich die anderen Jungs ein, damit wir uns austauschen können. Wir gehen zurück aufs Zimmer - das SatelliteUplink hat es anscheinend übel erwischt und die Drohne, deren Uplink ich als Ersatz nutzen wollte, wird durch das ECM zu stark beeinflußt, so daß ich nur eine Minimalverbindung herstellen kann. Wir beschließen, das Georg und Timo nach Geheimgängen etc. suchen sollen, während Nikolas, Nihoshi und ich versuchen, den Uplink zu reparieren. Timo berichtet noch davon, daß er bevor wir zum Zimmer gegangen sind noch mitbekommen hat, wie magisch erwachtes Efeu auf die Burg zuwuchert, das anscheinend nicht gerade angenehm für Magier ist.

Bei unserer Suche nach Ersatzteilen für das Upllink treffen wir auf den Koch, der anscheinend ebenso auf der Suche ist nach einer Matrixanbindung wie ich. Nach einem kurzen Austausch führt er uns zu einer Abstellkammer, in der wir unter anderem eine Putzdrohne finden - und Insektenspray, mit dem wir uns eindecken. Dort oben überrascht uns eine wilde Wikingerhorde die den Koch suchen. Da wir sie schon von weitem hören, schließen wir die Tür. Die "Wikinger" sind typisch-stereotyp, schwingen allerdings mehr oder weniger große Knochenkeulen und wirken ungehalten. Wir beschließen, das wir nicht herausfinden wollen, ob die Knochen echt oder nur aus Latex sind und halten die Wikinger aus der Abstellkammer heraus durch die geschlossene Tür hin (Wir können den Türknopf nicht finden, es ist dunkel hier drinnen...Nein, den Lichtschalter können wir auch nicht finden), während der Koch sich - anscheinend durch Magie - als Mop tarnt.

Daraufhin nehmen uns die Wikinger ab, das der Troll nicht hier ist - und werden von uns in Richtung Erdgeschoß geschickt. Der Troll hatte diesen Gourmonts anscheinend den Biergenuss etwas verdorben - obwohl selbst das Abführmittel für das Oettinger noch ein Gewinn gewesen sein muss.

Wir können die Wikinger überrumpeln und schicken sie nach unten. Ihre Knochen sind übrigens echt...

Mit dem Koch fachsimpeln wir dann etwas über Putzdrohnen und deren Inhalt, während Georg und Timo sich gemeinsam mit anderen anscheinend gerade eine neue Folge von "Arachnophobia" geben - meine kleine Drohne, die die beiden begleitet, liefert spannende Bilder von einem großen Weinkeller, der über und über mit Spinnenweben und Spinnennestern vollgesponnen ist - und dementsprechend wird das wackere Expeditionsteam schon kurz nach dem Öffnen mit den Urängsten vor achtbeinigen Krabbelgetier konfrontiert.

Es passieren unten im Weinkeller und in der Küche wohl noch einige anderen sehr skurile Dinge, die ich aber kaum mitbekam - ich glaube, ich bin ganz froh darüber. Schließlich sammelten wir uns wieder in unserem Zimmer und auch ein paar uns unbekannte andere Conteilnehmer stießen dazu. Während wir uns noch austauschten, erschien auf einmal ein leibhaftiger Shedim in unserem Zimmer! Und von da an begannen die Situation rapide den Bach runterzugehen.

Der Shedim verschwand ja gottseidank schon bald wieder - SALZ! ALMIGHTY!
Wir gingen erstmal in die Küche - seltsamerweise verspürten wir alle Hunger und da konnte ein kleiner Snack ja nicht schaden. Unten war bereits aufgetischt - eine der ansehnlichen Serviererinnen war hübsch angerichtet auf einem Tablett dekoriert worden. Wider besseren Wissens vernaschten wir die Dame mit ungebrochenem Appetit. Vorerst.

Der Herr Düttner hatte uns dann noch etwas mitzuteilen, was uns nicht so erfreute. Das ganze lief unter der Nummer "Der Wolf im Schafspelz" - oder besser: Der Wendigo im Kochgewand. Nachdem er seine Maske fallen ließ, stand tatsächlich ein waschechter Wendigo vor uns, der uns anscheinend gerade dazu gebracht hatte, Menschenfleisch zu essen. Zeit, um mir das alles nochmal durch den Kopf gehen zu lassen.

Er schien über manipulative Fähigkeiten zu verfügen, bei denen ich ebenfalls auf Magie tippte. Es war ein wenig so, als ob man eine Marionette wäre - sehr verängstigend und verstörend, dieses Gefühl. Und das Ino - mehr oder weniger ungewollt - ein Messer nach mir warf, half nicht unbedingt, mich zu beruhigen!

Wir mußten hier weg - unbedingt. Es sollte anscheinend einen Geheimgang geben, aber die Info war nur bruchstückhaft bei uns angekommen. TypeRyder hatte etwas von einer "Ka..." geschrieben - sofern es keine verborgenen Kasematten hier gab, konnte nur die Burgkapelle gemeint sein. Einziges Problem: Dort in der Burgkapelle war anscheinend irgendwas - vermutlich ein weiterer Geist. Und wollte heiraten.

Gut, wir sammelten uns also alle nach und nach vor der Kapelle. Ein Blick auf das Ultrawidebandradar zeigte mir, daß wir hier genau richtig waren - unter dem Altar führte ein Gang nach unten in den Berg. Einziges Problem: Die untote Braut auf dem Weg, die anscheinend schon mehrere Personen durch ihren Liebreiz bezaubert hatte - diese standen in der Kapelle herum wie Schlachtvieh, das auf seine Hinrichtung wartete. Naja, war ja nicht unbedingt so falsch. Am Eingang waren verschiedene Kreidezeichen gemalt (erinnerte mich etwas an "Creepy Marianne", so ein netter Splatterpunkhorrorfilm) - anscheinend dienten die Zeichen dazu, die kalte Lady drin zu halten. Herr Düttner wollte sein Glück mit Diplomatie versuchen - ihm, dem Geist und einem mittlerweile unfreiwilligen freiwilligen Ehemann kam allerdings die Vergänglichkeit von Kreidezeichen dazwischen - und schwups. Pech für den Ehemann. Glück aber für uns - der Weg zum Altar war frei und Georg, Pjotr und Ino kümmerten sich um die Altarplatte, die schon bald den Weg freigab zu einer steilen Treppe, die in die Tiefe führte. Wir schnappten unsere Sachen und wollten nur noch weg. Leider entschloß sich der Wendigo, ebenfalls mitzukommen - was mich allerdings in den Besitz einiger Haarfussel brachte. Man weiß ja nie, wozu man die noch brauchen konnte. Der Gang schließlich war ziemlich dunkel, lang und eng - und mir war in der Gegenwart von diesem Ding verdammt unwohl.

Schließlich kamen wir irgendwo wieder aus dem Berg heraus und standen mitten im Schwarzwald. Weit und breit natürlich kein HotSpot zu entdecken. Wir orientierten uns mehr schlecht als recht in Richtung Ulm - wehe, wenn uns irgendeine von den württembergischen Autobahnstreifen anhalten würden. Nach einem halben Tag Marsch durch die Wildniss - ich war mittlerweile hundemüde und wurde nur noch durch koffiinierte Rationsriegel auf den Beinen gehalten - empfing ich wieder erste Signale und mein Denkapparat wurde soweit aufgeweckt, daß ich einen erneuten Versuch machte, mit einer der Drohnen einen Uplink zu kriegen - erfolgreich. ich sandte meine Erlebnisse, die ich während unseres Marsches schon etwas "bearbeitet" hatte, mit einer komprimierten Sendung an meinen Dad und auch an TypeRyder - konnte mir vorstellen, daß die vielleicht an den Infos über die Burg, aber auch über den Wendigo, interessiert waren.

Ich erhielt sogar zeitnah eine Rückmeldung - und dann kam auch schon ein Taxi! Die Situation wurde gottseidank aufgelöst, ohne daß wir alle als Wendigofutter endeten. Mit supersonic speed ging es zurück nach Freiburg, wobei ich die Reise gar nicht richtig genießen konnte, da mir immer wieder die Augen zufielen unterwegs. Hauptsache raus - wobei ich schon ein wenig sauer war, das mir dieser Con so verhagelt wurde...

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« Letzte Änderung: Dienstag, 06. Juli 2010; 13:00:27 von Sputnik »

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Mittwoch, 19. Mai 2010; 09:08:09 #12
Sputnik

Re:Sputniks Aufzeichnungen (wie einfallsreich, Sputnik...)

Wir landeten am späteren Freitagnachmittag auf dem Flughafen von Freiburg, dort wurden die beiden T-Birds in einem Hangar abgestellt. Anscheinend hatten TypeRyder und der Cap die Dinger geflogen - hätte ich dem Cap gar nicht zugetraut, das der mit sowas umgehen kann. Mein Dad hatte da so Andeutungen gemacht - ich glaube, ich muss da nochmal etwas genauer recherchieren, was die beiden angeht - aber das mußte erstmal warten.

Aktuell war hier in der Halle einiges los - neben uns fünf hatten die zwei noch ein paar weitere Leute von Wildenstein mitgenommen und so herrschte aktuell einiger Betrieb hier bei den T-Birds im Hangar. Plötzlich und ohne Vorwarnung machte Nihoshi Anstalten, sich ebenfalls in einen Wendigo zu verwandeln! Scheiße! Und ich hatte kein Salz zur Hand. Etwas panisch suchte ich nach etwas, um ihn davon abzuhalten, als meine Augen eine alte, lange Eisenstange erspähten, die ich mir sogleich griff. Damit würde ich ihn prima in Schach halten können! Gemeinsam mit Freund Eisenstange machte ich ihm unmißverständlich klar, was ihm blühen würde, wenn ich auch nur ein einziges weißes Fellbüschel bei ihm sehen würde. Nachdem ich dann im ersten Augenblick dachte, daß er sich gleich auflöst, weil sein Körper anfing zu flimmern und zu de-rezzen wie eine Persona, die gerade aus der Matrix gejubelt wird, schwebte er dann plötzlich zur Decke, der Feigling!

Nikolas und ich schauten uns mehr als verwundert an - wir wußten ja beide, daß Nihoshi irgendwas mit Magie zu tun hatte, aber das hier war jetzt wirklich unheimlich. Das auf einmal Ino, der Gnom aus Irland, ankam und mich dazu anstachelte, Nihoshi auf die Mappe zu hauen, machte es nicht besser - er wartete anscheinend auch weiterhin auf eine zünftige Prügelei, obwohl Nihoshi dann gottseidank doch keine Anstalten machte, sich in einen Wendigo zu verwandeln. NUR EIN WEISSES HAAR, mein Freund...

Sowohl Timo als auch Zweiblum, der auch schon auf uns gewartet hatte - wie macht der Kerl das bloss... - haben sich dann der Sache angenommen und irgendwas mit Nihoshi gemacht, versicherten mir aber beide unabhängig voneinander, das er immernoch Nihoshi wäre mit dem gleichen bläulichen, für Japaner typischem Schimmer in der Aura. Kein Wendigo, puh. Hätte mir wirklich leid getan, meinem neuen Kumpel Nihoshi die Eisenstange über den Schädel zu ziehen. Und noch peinlicher wäre es sicherlich gewesen, wenn dann jeder gemerkt hätte, das ich damit eigentlich gar nicht hätte umgehen können. Eine Sache, die ich abstellen sollte - die Eisenstange vermittelte wirklich ein gutes Gefühl - zumindest, solange man kein allmächtiges Salz dabei hatte.

Als wir schon dachten, daß sich Nihoshi jetzt beruhigt hätten, mutierte er plötzlich zu einem Troll! Zumindest dachte ich das - meine eigenen Augen sagten, er wäre ein Troll, meine Kameras zeigten allerdings auch weiterhin Nihoshi in seiner normalen Gestalt. Ganz eindeutig ein Fall für Zweiblum - Leute, die seltsame Sachen machen, sollten sich auch um die Aufklärung von anderen seltsamen Sachen kümmern. Und komm mir jetzt bloss keiner mit "It's Magic" - Billy, meine treue Eisenstange, liegt auch weiterhin gut in den Händen!

Zweiblum, Nihoshi, Nikolas und ich machten uns dann gemeinsam mit den anderen in den bereitstehenden Kleinbussen auf zum Dreisampiraten, wo wir uns noch kurz aufhielten, bevor Nikolas nach Hause in sein Bett und Zweiblum, Nihoshi und ich zur Werkstatt fuhren. Auf dem Weg dahin sorgte ich dafür, daß das Tag, das so ein Echsenposerkiddy Nihoshi angeheftet hatte, für etwas Abwechslung bei dem Jungen sorgte - ich hätte zu gerne das Gesicht gesehen, wenn er auf der Suche nach dem Tag auf einmal in der Damentoilette im "Schwarzwaldperle" - einem Trollpuff - gestanden hätte...

Überhaupt war der Typ - Räptör - irgendwie merkwürdig. Sein Körper war modifiziert - irgendeine Art von Implantat bedeckte große Teile seines Torsos, seiner Arme und seiner Beine und als wir in Freiburg ankamen, lief er in einem auffälligen Schuppenmuster herum. Entweder ein gut gemachtes Tattoo oder eine andere Modifikation, die ihm erlaubte, sein Aussehen zu verändern. Irgendein Fuchs hatte ihn anscheinend auf die Idee gebracht, daß es etwas bringen würde, wenn er nicht nur ein, sondern gleich zwei Komlinks nutzen würde. Das eine sendete ganz normal und hatte sogar eine ganz ordentliche Sendeleistung von knapp vier Kilometern Reichweite, während das andere anscheinend nur über Skinlink eingebunden war. Beide hatten eine ordentliche Systemleistung, die das eine oder andere Programm zulassen würden. Daneben - passend zum Outfit - noch Echsenkontaktlinsen mit einigen Verbesserungen und Sichtmodifikationen, einen InEar-Plug und ein AR-Handschuh, dazu den einen oder anderen Markenposertag. Durch Analysen sicherte ich mir die AccessIDs seiner Elektronik, vor allem der beiden Komlinks - man konnte ja nie wissen, wozu man sie nochmal brauchen konnte.

Auf dem Con wurde er - soweit ich das auf den Aufzeichnungen richtig sah - von den dortigen "Wikingern" ganz ordentlich rangenommen. Die spielten wohl das "Wieviel Bier passt in einen Echsenposer"-Spiel mit ihm - und er machte keine gute Figur dabei. Das er anscheinend irgendwas studierte oder lernte, in dessen Rahmen auch Magietheorie gelehrt wurde, machte es wohl nicht besser...

Als wir abends bei der Werkstatt ankommen, kümmern sich Nihoshi und Zweiblum um Nihoshis magischen "Schluckauf" - scheint was ernsteres zu sein. Und überhaupt, Herr Zweiblum, wir sollten uns bei Gelegenheit auch nochmal unterhalten... Irgendwann wurde ich müde und haute mich erstmal hin - am nächsten Morgen waren wir um 10:00 Uhr bei den Dreisampiraten zum Brunchen eingeladen.

Am nächsten Tag machte ich Susi startklar - das war das erstemal, daß ich meinen Bus, den ich gemeinsam mit Nikolas mühevoll restauriert hatte, nutzen würde. Klar würden wir damit alle zusammen zu den Dreisampiraten fahren! Es war ein gutes Gefühl, als die alte Dame sachte und artig auf die Straße rollte - der Motor schnurrte wie ein rolliges Kätzchen und die Lady ließ sich wirklich sehr angenehm fahren und reagierte auf jeden kleinsten Lenkbefehl. Alte Qualitätsmechanik meets moderne Hochtechnologie - so wollen wir das!

Nikolas schlief wohl noch, als wir bei ihm ankamen. Nihoshi öffnete also und wir gingen gemeinsam hoch. Man, Nikolas war ja echt genauso ein Freak wie ich - er war IN seinem Onlinerollenspiel eingeloggt und eingeschlafen *lach* Wobei mir das die Gelegenheit gab, etwas auszuprobieren, das ich schon längere Zeit mal testen wollte. Ich schaute, ob ich kurzfristig ein Attackprogramm zusammenstümpern konnte, was mir auch mehr schlecht als recht gelang. So, wie ging das jetzt mit dem Persona-crashen...

Einige Zeit später hatte ich es herausgefunden - zumindest bekamen wir Nikolas so wach und konnten ihn aus seinem Spiel rausholen. Schien allerdings so, als ob er dadurch einige Kopfschmerzen bekommen hätte - und dringend aufs Klo mußte. Ich machs auch nicht wieder, versprochen!

Bei den Dreisampiraten angekommen sehen wir, daß auch alle anderen Mitreisenden von gestern wieder anwesend sind - unter anderem auch der Gnom, bei dem wir gestern noch Pizza bestellt hatten. Man, den hatte ich ganz vergessen... er wirkte auch irgendwie etwas unzufrieden. Hatte wohl gestern seinen Job verloren und hatte nun bei den Dreisampiraten eine neue Stelle als Küchenhilfe gefunden - ob die sich was dabei gedacht hatten?

Egal, wir genossen erstmal den Brunch - und wischten die kurze aufkeimende Panik weg, als uns einfiel, daß Wildenstein auch mit einem opulenten Mahl begonnen hatte. ich beschloß, beim Brunch auf fleischhaltige Sachen zu verzichten.

Der Cap kam zwischenzeitlich zu uns - und er wirkte auch nicht so ganz auf der Höhe. Er erzählte unter anderem davon, daß er durch Conspiracy X anscheinend vor acht Jahren seinen Sohn verloren hätte und die Typen seitdem sogar regelrecht jagen würde und versicherte uns, daß er mit dem Zwischenfall aber nix zu tun hätte. Ich beschloß, ihm zu glauben und wir tauschten uns kurz etwas zu den Geschehnissen aus. Am Rande des Gespräches zeigte er mir einen modifizierten BattleMech, der anscheinend irgendwie mit Nanotechnologie bearbeitet wurde. Ich war für einen Moment etwas sauer, weil es im ersten Augenblick so wirkte, als ob man hier in Freiburg wohl nix machen könnte, ohne das die Dreisampiraten da ihre Finger drin haben. Andererseits würde das gut zu meiner Tabletop-idee passen, die ich im Hinterkopf hatte, vielleicht könnte man sich da ergänzen. Ich würde den Cap dazu zu einem späteren Zeitpunkt nochmal kontaktieren, für den ersten Augenblick behielt ich mein Vorhaben aber erstmal für mich.

Während sich Zweiblum und Timo auch weiterhin um Nihoshi kümmern, spreche ich mit Nikolas über die weiteren Umbauten und Modifikationen von Susi. Sie schnurrt wie ein Kätzchen, aber wir waren noch nicht mit ihr fertig. Als nächstes würden ihre inneren Werte auf den Prüfstand kommen - ich wollte den Innenumbau praktisch und bequem gestalten, so daß man mit zwei bis vier Mann gut auf Tour fahren konnte mit Susi. Eine neue Küchenzeile, Überarbeitung und Ergänzung der Sitz- und Schlafgelegenheiten, zusätzlichen Stauraum und ein Behelfsbadezimmer - und dazu war die aktuelle Einrichtung irgendwie noch sehr ... ungemütlich, daran mußte ich auch noch arbeiten. Ebenso beschlossen wir, die Scheiben auszutauschen. Zum einen hatte ich noch einen kleinen Umbau vor, der mit elektromagnetischer Abschirmung zu tun hatte, zum anderen wollte ich etwas modernere Fenster, die man stufenlos tönen und verdunkeln konnte als Schutz gegen Magie - die wirkte wohl meist nur auf Sicht, also: Nix sehen, nix Magie. Vielleicht würde es ja funktionieren.

Wir merkten allerdings, daß dieser komische Wendigo uns immer noch ärgerte - Zweiblum sprach davon, daß wir anscheinend eine Art Fluch oder ähnliches auf uns liegen hätten. Dazu passt, daß Nikolas mich auf einmal ganz seltsam ansah, als ich leise vor mich hinmurmelnd Anstalten machte, einen Teil der Aufzeichnungen von Wildenstein zu löschen. Als er mich direkt darauf ansprach, war ich schon etwas verwirrt und bat Zweiblum, ob er nicht irgendwas machen konnte - der Typ schien uns nachwievor zu beeinflußen. Wenig später ging es uns dann tatsächlich besser - ich teilte die Erkenntnisse über diesen Wendigo der paranormalen Crittermeldestelle an der Uni mit, schnitt allerdings jeglichen Hinweis auf die Beteiligung von uns heraus - die Meldestelle bekam nur den Hinweis, daß sie doch bitte Herrn Konrad Düttner unter die Lupe nehmen sollten, da es starke Verdachtsmomente gäbe, das es sich bei ihm um einen Wendigo handelte und schickte den Videoausschnitt mit, indem er sich vom Troll zum Wendigo wandelte - nachdem ich vorher genau darauf achtete, daß sämtliche eventuell noch vorhandene Spuren, die auf eine Verwicklung von uns hindeuten könnten, entfernt waren...

Während ich noch mit Nikolas über die weiteren Arbeiten für Susi fachsimpelte, bat mich Timo plötzlich, ob ich einen Anruf zurückverfolgen könnte. Ich bat Zweiblum und Nikolas, mal kurz auf meinen Körper zu achten und nahm mich der Sache an - nach knapp drei Sekunden hatte ich die Quelle des Anrufes ausfindig gemacht. Es handelte sich anscheinend um einen kleinen Dealer, der in der Nähe des Bahnhofs unterwegs war. Er schien hier in Freiburg gut im Geschäft zu sein, sein Komlink war allerdings geradezu nachlässig unsicher, vor allem für einen Mann in seiner Position. Ich sorgte für einen Adminaccount und legte vorsichtshalber ein Sicherheitsbackup seiner Daten an. Ich war gerade mit dem Kopieren fertig, als nun ich plötzlich einen Anruf erhielt. Ein kurzer Trace zeigte mir, daß der Anruf aus Karlsruhe kam - ein Privatschnüffler, der den Dealer wohl schon einige Zeit im Auge hatte, jetzt zufällig mitbekam, daß ich gerade eine Auge auf selbigen geworfen hatte und mir anbot, mich für weitere Daten und Observation von dem Typ zu bezahlen. 10.000 Euro zuzüglich 200 Euro pro Tag - war eigentlich ein gutes Angebot für eine Aufgabe, die sicher Spass machen würde - und das Geld konnte ich auch gebrauchen für ein paar Anschaffungen.

Allerdings - konnte ich den Dealer bespitzeln, die Daten weitergeben und Timo trotzdem da raus halten? Selbiger beichtete mir dann nämlich (nachdem er mich einen Augenblick lang etwas merkwürdig ansah), daß er auch schon mit dem Dealer zu tun hatte und der Typ ihn jetzt angerufen hätte, um mit ihm ins Geschäft zu kommen. Timo ist anscheinend durchaus daran interessiert, weil er wohl selber irgendwelches Zeug herstellte - laut seiner Aussage auf rein pflanzlicher Basis und unschädlich... - und sich ausrechnete, über den Kontakt zu dem Dealer an andere und bessere Kundenkreise heranzukommen. Der Typ hatte ihn wohl gefragt, ob Timo für ihn ein paar Untersuchungen über Herkunft und Qualität von Stoff vornehmen könnte. Eine echte Zwickmühle. Möglicherweise könnte ich die Daten so liefern, daß Timo zumindest vorerst nicht auftauchen würde - aber garantieren konnte ich das nicht. Von Drogendealern hielt ich allgemein nix - andererseits hatte Timo mir unter anderem auf Burg Wildenstein auch schon geholfen, daher würde ich ihn nicht gern reinreiten. Ganz davon abgesehen, daß gegen ein bisschen Gras nix einzuwenden war, solange er tatsächlich nur mit sowas handelte und mit dem harten Drogenscheiss nix zu tun hatte. Ich vereinbare mit dem Privatschnüffler, daß ich mich wieder bei ihm melde und sichere derweil die Daten, die ich zudem noch verschlüssele.

Ein dienstbarer Helfer versucht derweil, den Dealer über die Matrix im Auge zu behalten, das wird allerdings dadurch erschwert, daß der Typ sein Komlink auf einmal deaktiviert. Blöder Hund - aber irgendwann mußte er es ja auch wieder anmachen und dann würden wir seine Spur wieder aufnehmen - Kimble sorgte dafür, daß uns nicht entging, wenn er wieder online gehen würde.

Gegen zwei Uhr schließlich löste sich die Brunchrunde langsam auf. Der Smutje lud uns für den nächsten Tag (Sonntag, 08. Mai 2072) in den Steinbruch ein - bisschen Zielschießübungen und sowas. Im ersten Augenblick war ich etwas erstaunt, aber als er dann davon sprach, daß es nach Wildenstein und dem Wendigo nicht schaden könnte, mußte ich ihm beipflichten. Was mich dazu brachte mir zu überlegen, wie ich meine Ares, die ich von Dad bekommen hatte, zum Steinbruch schaffen konnte. Die Waffe war aktuell nur auf die gefälschte SIN eingetragen, die ich von ihm bekommen hatte - und davon mußte erstmal niemand wissen. Ich beschloß, die Waffe erstmal daheim zu lassen und zu sehen, was der Smutje morgen dabeihaben würde. Prinzipiell war es wohl keine schlechte Idee, etwas wehrhafter zu werden - und auch den Umgang mit Billy, meiner treuen Eisenstange, die ich gestern mit zur Werkstatt genommen hatte, würde ich vertiefen.

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« Letzte Änderung: Dienstag, 06. Juli 2010; 13:01:16 von Sputnik »

Fliegen wir zu Dir oder zu(r) MIR?
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Mittwoch, 02. Juni 2010; 23:04:55 #13
Sputnik

Re:Sputniks Aufzeichnungen (wie einfallsreich, Sputnik...)

Ich kehrte am Samstagnachmittag in die Werkstatt zurück und machte mir ein paar Gedanken, wie ich Billy modifizieren konnte. Die hohle Eisenstange bot Platz für die eine oder andere Erweiterung, aber ich mußte gut überlegen, was ich hier anbauen wollte. Billy sollte eine Art Priesterstab werden - eigentlich eine verrückte Idee, aber ich konnte sie auch nicht wieder aus meinem Kopf bekommen. Abends telefonierte ich noch kurz mit Julia, die an diesem Wochenende ihre Großeltern besuchte und daher nicht in Freiburg war.

Danach gönnte ich mir noch etwas Unterhaltung und führte meine Geisterbärensterne in die Schlacht, aus der wir - mit einigen wenigen Verlusten nach einigen harten Schlachten - siegreich hervorgingen. Dann haute ich mich hin und fiel in einen tiefen Schlaf mit wirren Träumen...

Am nächsten Morgen war irgendwas anders... erst beim Frühstück kapierte ich allerdings, was genau passiert war und mußte unwillkürlich grinsen. Mein neues Wissen wandte ich direkt an, indem ich die bisherigen Datensammlungen zu Oceans, Wildenstein und den anderen Erlebnissen in den letzten Wochen und Monaten schützte. Das würde eine nette Überraschung geben...

Kurz darauf machte ich mich mit Susi auf den Weg zum Steinweg und holte unterwegs noch Nikolas ab. Auch das Komlink von Zweiblum hatte ich dabei. Als ich im Steinbruch ankam, traf ich dort einige Bekannte wieder - Nihoshi war dort, auch Timo hatte sich eingefunden, Georg und Räptör waren auch hier und noch jemand - anscheinend eine Art Geist, dessen Name mir aber irgendwie entfallen war. Und natürlich der Smutje, der einiges an Zeug dabei hatte - haufenweise Munition und mehrere Waffen.

Kurz gesagt: Der Vormittag war sehr lehrreich. Ich wußte jetzt nicht nur, wie man mit schweren Pistolen und einem Sturmgewehr umgeht und hatte mir beim Stockkämpfen einige blaue Flecke eingeholt, nein, ich wußte jetzt auch aus erster Hand wie es ist, wenn jemand mit Gelmunition auf einen schießt. Darauf hätte ich allerdings auch gerne verzichten können, Nikolas!

Er revanchierte sich damit, daß er meine Kenntnisse im Stockfechten vertiefte - er hatte da einiges drauf, daß mußte ich neidlos gestehen. Im Laufe des Vormittages sind dem Smutje dabei einige interessante Äußerungen herausgerutscht - sowohl in Richtung Waffen als auch in die Richtung des einen oder anderen interessanten Telefonates. Und ich bin gespannt, ob er mir beim nächstenmal tatsächlich eine Drohne mitbringt, mit der ich üben könnte.

Zwischendurch hatte ich immer wieder mal ein Auge auf den Dealer, den ich die nächsten fünf Tage beobachten sollte. Nachdem er erst abgetaucht war, bekam ich im Laufe des Vormittags sein Signal wieder - und hatte auch gleich einen Treffer, so wie es aussah. Die Komlinkdaten zeigten einen Geldtransfer von 20k Euro an, ein Koffer mit kleinen Ampullen mit einer gelben Flüssigkeit wechselten den Eigentümer. Ich versuchte, Hinweise auf die Person zu bekommen und konnte zwar einige AccessIDs aufgreifen in der Umgebung, diese aber leider nicht richtig zuordnen. Eines war klar, der Typ befand sich nicht gerade in einer guten Gegend von Freiburg. Ich gab die Infos an den Schnüffler weiter - und erhielt dafür auch prompt eine Gegenleistung, über die ich mehr als erfreut war. Er schien soweit zufrieden, ich sammelte allerdings noch weiter. Das Verfolgen seiner Spuren durch die Matrix war gottseidank nicht sehr problematisch und der Datenspeicher groß genug, um sein Bewegungsprofil, seine Komlinkverbindungen und Datenströme permanent mitzuschneiden und zu protokollieren.

Ich hatte die Infos gerade weitergegeben, als Zweiblum mit einer ähnlichen Bitte an mich herantrat. Er hatte von Herrn Faust einen Anruf erhalten und wurde gebeten, ein Auge auf einen der Türsteher vom Shadowworld zu haben für die nächsten fünf Tage. Zweiblum fragte mich daraufhin, ob ich den Türsteher anhand einer AccessID, die Zweiblum von Herrn Faust erhalten hatte, durch die Matrix zurückverfolgen könnte - das sollte sich einrichten lassen. Dachte ich zumindest. Das Tracken verlief deutlich schwieriger als gedacht und nach einigen Versuchen war mir klar, dass das so nichts werden würde. Ich würde etwas Unterstützung brauchen - ein Helferlein stimmte meiner Bitte aber gerne zu und unterstützte mich bei der Suche in der Matrix. Ein weiterer Helfer sorgte dafür, daß ich dabei möglichst unentdeckt bleiben würde. Es war wirklich nicht einfach - aber ich wäre nicht ich, wenn ich es nicht schließlich doch geschafft hätte, der Spur zu folgen. Daraufhin warf ich einen Blick auf das Komlink, zu dem die AccessID gehörte - ein Hammerteil. Eine absolut hochstufige Firewall, ein ebenso hochstufiges Betriebssystem, daneben mehrere Programme - Analyze, Stealth, Track - und Black Hammer. Nicht gerade eine übliche Programmliste für einen normalen Türsteher, würde ich sagen. An das Komlink gelinkt war eine schwere Pistole mit Schalldämpfer aus Keramik, das smartlinkfähig war. Dazu eine Brille mit Sichtmodifikatoren, ebenso Ohrstöpsel mit Modifikationen. Außerdem waren noch drei Drohnen an das Komlink gebunden - eine Steel Lynx und zwei Dobermänner, deren AccessIDs ich mir gleich besorgte und sicherte.

Die Person befand sich in einem Gebäude in der Stefan-Mayer-Straße 6 in Freiburg. Das Haus hatte zu Anfang des 21. Jahrhunderts noch das Kreiswehrersatzamt beheimatet, dann ab 2010 galt es als Unterkunft für eine Spezialeinheit der Bundeswehr. Allerdings wurde auch dieser Posten im Jahr 2020 aufgelöst. Das Gebäude fand einen privaten Käufer, der das Gebäude in einen Gewerbepark umwandelte. Seitdem beherbergt das Gebäude vier Läden (darunter auch einen Waffenladen) und insgesamt 10 Büros - 2 Ingenieurbüros (1x für spezielle solarbetriebene Flugdrohnen), ein Tiefbaubüro, ein Schulungsanbieter, der gleich zwei Büros gemietet hatte, eine Computerbude, die drei Büros gemietet hatte, die über und über mit Nexi gefüllt waren (das merkte ich mir mal für später), ein Büro eines Autovermieters und das Büro einer Baufirma.

Interessant war, dass das Gebäude im Inneren über keinerlei Kameras oder ähnliches verfügte, dafür war die Außenseite und die Zugänge zu dem Gebäude umso besser gesichert - Kameras, Mikrofone, Cyberwarescanner, Waffenscanner etc. - ein ganz schön übles Programm. Und Zweiblum, der wohl irgendwas in Richtung Magie gemacht hatte, ergänzte das durch den Berich von sehr starken und umfassenden magischen Sicherheitsmaßnahmen. Gewerbepark? Klar...

Und noch etwas fiel mir auf: Diese AccessID war heute auch irgendwie in die Sache mit dem Dealer verwickelt - der Typ hielt sich ebenfalls zur Zeit des Deals in den Slums auf. Die Nachverfolgung der AccessID durch die Stadt zeigte dann, das der Typ über einige Umwege von den Slums zum Gewerbepark gegangen war, wofür er eine ganze Stunde benötigte.

Nachdem ich Zweiblum einen Gefallen getan hatte, revanchierte er sich und stattete nun seinerseits dem Schieber einen magischen Besuch ab. Der Schieber hielt sich in einem wirklich üblen Teil der Stadt auf - Ganggebiet der "Notschrey-Riders", einer mittlerweile berüchtigten Gang, die sogar schon der örtlichen Polizei negativ aufgefallen war - es gab unter anderem schon einige gesuchte Typen unter ihnen und die Polizei suchte ihren Unterschlupf. Vielleicht würde sich hier ein kleines Geschäft anbieten...

Der Schieber selbst traf sich anscheinend gerade mit zwei magisch begabten Gangmitgliedern und berichtete von seinem Kauf. Er selber war im übrigen auch magisch - und Zweiblum meinte, daß er ein paar ganz komische schwarze Spuren in der Aura hat. Das würde noch spannend werden...

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« Letzte Änderung: Donnerstag, 03. Juni 2010; 12:47:17 von cryphos »

Fliegen wir zu Dir oder zu(r) MIR?
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Dienstag, 22. Juni 2010; 17:57:10 #14
Sputnik

Re:Sputniks Aufzeichnungen (wie einfallsreich, Sputnik...)

Am späten Nachmittag brachen wir unsere Zelte im Steinbruch ab und machten uns auf den Heimweg - für heute genug trainiert. Der Smutje gab noch den interessanten Hinweis, das es in Freiburg und noch eher außerhalb der Städte anscheinend durchaus üblich ist, Waffen mit sich zu führen - ich hatte etwas ähnliches schonmal gelesen.

Zurück in der Werkstatt aktivierte ich die Sicherheitssysteme und verschloß auch das Eingangstor. Susi fuhr ich wieder in die Werkstatt - bislang fuhr sie sich wirklich gut, die geplanten Ergänzungen und Modifikationen würden sie noch interessanter machen - und für mich noch nützlicher.

Dann machte ich es mir im Gemeinschaftsraum gemütlich. Kaffeemaschine an, Klimaanlage auf vernünftige Werte einstellen, Daten der Sicherheitssysteme als periphäre Datenströme aktivieren - und dann abtauchen in die virtuelle Welt der Matrix.

In meiner virtuellen "Kommandozentrale" sorgte ich für etwas musikalische Untermalung, bevor ich drei weitere Fenster öffnete, um die Datensuchen anzustoßen. Ich wollte Daten haben zu dem Leibwächter, den wir beschatteten, außerdem weitere Informationen über die Notschrey Ryders. Und dann war da noch diese Detektei, die mich mit der Beschattung beauftragte - auch dazu wollte ich gerne ein paar Daten haben. Außerdem war es wichtig, daß ich bei meiner Suche möglichst kein Aufsehen erregte - also bat ich einen Helfer, mich bei meinen Versuchen, unentdeckt zu bleiben, zu unterstützen. Wir unterhielten uns kurz über die Aufgaben, die vor mir standen - und da mich Red bereits vorher unterstützt hatte, machte er mir einen Vorschlag, auch längerfristig dafür zu sorgen, das ich über die Matrix schwerer zu entdecken war. Die Idee war verlockend - und schließlich willigte ich ein.

Auf diese Art und Weise bewegte ich mich gut getarnt in den Weiten der Matrix - und machte mich sodann auf die Suche nach den Infos über den Leibwächter, über die Notschrey-Ryders und eben auch über die Detektei in Frankfurt. Die Sucherei nahm ein paar Minuten in Anspruch, da ich die Suche auf die komplette Matrix ausdehnte. So dauerte es fast 15 Minuten, bis ich sämtliche Daten, derer ich habhaft werden konnte, gesammelt und sicher abgelegt hatte.

Bei meinen Suchen stieß ich immer wieder mal auf merkwürdige Verweise auf Seiten, die nur über gewisse Umwege erreichbar waren - das weckte natürlich mein Interesse und so vertiefte ich meine Suche in diese Richtung ein wenig. Ich hatte schon in der Vergangenheit hier und da mal über sogenannte Schattenforen und ähniches gehört, aber mich bisher noch nicht genauer damit beschäftigt - das änderte ich heute und suchte nach Spuren...

Schließlich war es Abend und ich entwickelte Hunger - viel gegessen hatte ich heute noch nicht, das sollte ich nachholen. Ich beendete meine VR-Sitzungen und wechselte wieder in die Realität 1.0, um mir etwas zu essen zu machen.

Eine Stunde später fühlte ich mich besser und hatte genug Energie, mich um einen weiteren Helfer für die Matrixunterstützung zu kümmern...
« Letzte Änderung: Mittwoch, 23. Juni 2010; 12:43:33 von Sputnik »

Fliegen wir zu Dir oder zu(r) MIR?
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