Sputnik

- Stammkunde
- Beiträge: 258
-
|
 |
Re:Sputniks Aufzeichnungen (wie einfallsreich, Sputnik...)
|
Wir landeten am späteren Freitagnachmittag auf dem Flughafen von Freiburg, dort wurden die beiden T-Birds in einem Hangar abgestellt. Anscheinend hatten TypeRyder und der Cap die Dinger geflogen - hätte ich dem Cap gar nicht zugetraut, das der mit sowas umgehen kann. Mein Dad hatte da so Andeutungen gemacht - ich glaube, ich muss da nochmal etwas genauer recherchieren, was die beiden angeht - aber das mußte erstmal warten.
Aktuell war hier in der Halle einiges los - neben uns fünf hatten die zwei noch ein paar weitere Leute von Wildenstein mitgenommen und so herrschte aktuell einiger Betrieb hier bei den T-Birds im Hangar. Plötzlich und ohne Vorwarnung machte Nihoshi Anstalten, sich ebenfalls in einen Wendigo zu verwandeln! Scheiße! Und ich hatte kein Salz zur Hand. Etwas panisch suchte ich nach etwas, um ihn davon abzuhalten, als meine Augen eine alte, lange Eisenstange erspähten, die ich mir sogleich griff. Damit würde ich ihn prima in Schach halten können! Gemeinsam mit Freund Eisenstange machte ich ihm unmißverständlich klar, was ihm blühen würde, wenn ich auch nur ein einziges weißes Fellbüschel bei ihm sehen würde. Nachdem ich dann im ersten Augenblick dachte, daß er sich gleich auflöst, weil sein Körper anfing zu flimmern und zu de-rezzen wie eine Persona, die gerade aus der Matrix gejubelt wird, schwebte er dann plötzlich zur Decke, der Feigling!
Nikolas und ich schauten uns mehr als verwundert an - wir wußten ja beide, daß Nihoshi irgendwas mit Magie zu tun hatte, aber das hier war jetzt wirklich unheimlich. Das auf einmal Ino, der Gnom aus Irland, ankam und mich dazu anstachelte, Nihoshi auf die Mappe zu hauen, machte es nicht besser - er wartete anscheinend auch weiterhin auf eine zünftige Prügelei, obwohl Nihoshi dann gottseidank doch keine Anstalten machte, sich in einen Wendigo zu verwandeln. NUR EIN WEISSES HAAR, mein Freund...
Sowohl Timo als auch Zweiblum, der auch schon auf uns gewartet hatte - wie macht der Kerl das bloss... - haben sich dann der Sache angenommen und irgendwas mit Nihoshi gemacht, versicherten mir aber beide unabhängig voneinander, das er immernoch Nihoshi wäre mit dem gleichen bläulichen, für Japaner typischem Schimmer in der Aura. Kein Wendigo, puh. Hätte mir wirklich leid getan, meinem neuen Kumpel Nihoshi die Eisenstange über den Schädel zu ziehen. Und noch peinlicher wäre es sicherlich gewesen, wenn dann jeder gemerkt hätte, das ich damit eigentlich gar nicht hätte umgehen können. Eine Sache, die ich abstellen sollte - die Eisenstange vermittelte wirklich ein gutes Gefühl - zumindest, solange man kein allmächtiges Salz dabei hatte.
Als wir schon dachten, daß sich Nihoshi jetzt beruhigt hätten, mutierte er plötzlich zu einem Troll! Zumindest dachte ich das - meine eigenen Augen sagten, er wäre ein Troll, meine Kameras zeigten allerdings auch weiterhin Nihoshi in seiner normalen Gestalt. Ganz eindeutig ein Fall für Zweiblum - Leute, die seltsame Sachen machen, sollten sich auch um die Aufklärung von anderen seltsamen Sachen kümmern. Und komm mir jetzt bloss keiner mit "It's Magic" - Billy, meine treue Eisenstange, liegt auch weiterhin gut in den Händen!
Zweiblum, Nihoshi, Nikolas und ich machten uns dann gemeinsam mit den anderen in den bereitstehenden Kleinbussen auf zum Dreisampiraten, wo wir uns noch kurz aufhielten, bevor Nikolas nach Hause in sein Bett und Zweiblum, Nihoshi und ich zur Werkstatt fuhren. Auf dem Weg dahin sorgte ich dafür, daß das Tag, das so ein Echsenposerkiddy Nihoshi angeheftet hatte, für etwas Abwechslung bei dem Jungen sorgte - ich hätte zu gerne das Gesicht gesehen, wenn er auf der Suche nach dem Tag auf einmal in der Damentoilette im "Schwarzwaldperle" - einem Trollpuff - gestanden hätte...
Überhaupt war der Typ - Räptör - irgendwie merkwürdig. Sein Körper war modifiziert - irgendeine Art von Implantat bedeckte große Teile seines Torsos, seiner Arme und seiner Beine und als wir in Freiburg ankamen, lief er in einem auffälligen Schuppenmuster herum. Entweder ein gut gemachtes Tattoo oder eine andere Modifikation, die ihm erlaubte, sein Aussehen zu verändern. Irgendein Fuchs hatte ihn anscheinend auf die Idee gebracht, daß es etwas bringen würde, wenn er nicht nur ein, sondern gleich zwei Komlinks nutzen würde. Das eine sendete ganz normal und hatte sogar eine ganz ordentliche Sendeleistung von knapp vier Kilometern Reichweite, während das andere anscheinend nur über Skinlink eingebunden war. Beide hatten eine ordentliche Systemleistung, die das eine oder andere Programm zulassen würden. Daneben - passend zum Outfit - noch Echsenkontaktlinsen mit einigen Verbesserungen und Sichtmodifikationen, einen InEar-Plug und ein AR-Handschuh, dazu den einen oder anderen Markenposertag. Durch Analysen sicherte ich mir die AccessIDs seiner Elektronik, vor allem der beiden Komlinks - man konnte ja nie wissen, wozu man sie nochmal brauchen konnte.
Auf dem Con wurde er - soweit ich das auf den Aufzeichnungen richtig sah - von den dortigen "Wikingern" ganz ordentlich rangenommen. Die spielten wohl das "Wieviel Bier passt in einen Echsenposer"-Spiel mit ihm - und er machte keine gute Figur dabei. Das er anscheinend irgendwas studierte oder lernte, in dessen Rahmen auch Magietheorie gelehrt wurde, machte es wohl nicht besser...
Als wir abends bei der Werkstatt ankommen, kümmern sich Nihoshi und Zweiblum um Nihoshis magischen "Schluckauf" - scheint was ernsteres zu sein. Und überhaupt, Herr Zweiblum, wir sollten uns bei Gelegenheit auch nochmal unterhalten... Irgendwann wurde ich müde und haute mich erstmal hin - am nächsten Morgen waren wir um 10:00 Uhr bei den Dreisampiraten zum Brunchen eingeladen.
Am nächsten Tag machte ich Susi startklar - das war das erstemal, daß ich meinen Bus, den ich gemeinsam mit Nikolas mühevoll restauriert hatte, nutzen würde. Klar würden wir damit alle zusammen zu den Dreisampiraten fahren! Es war ein gutes Gefühl, als die alte Dame sachte und artig auf die Straße rollte - der Motor schnurrte wie ein rolliges Kätzchen und die Lady ließ sich wirklich sehr angenehm fahren und reagierte auf jeden kleinsten Lenkbefehl. Alte Qualitätsmechanik meets moderne Hochtechnologie - so wollen wir das!
Nikolas schlief wohl noch, als wir bei ihm ankamen. Nihoshi öffnete also und wir gingen gemeinsam hoch. Man, Nikolas war ja echt genauso ein Freak wie ich - er war IN seinem Onlinerollenspiel eingeloggt und eingeschlafen *lach* Wobei mir das die Gelegenheit gab, etwas auszuprobieren, das ich schon längere Zeit mal testen wollte. Ich schaute, ob ich kurzfristig ein Attackprogramm zusammenstümpern konnte, was mir auch mehr schlecht als recht gelang. So, wie ging das jetzt mit dem Persona-crashen...
Einige Zeit später hatte ich es herausgefunden - zumindest bekamen wir Nikolas so wach und konnten ihn aus seinem Spiel rausholen. Schien allerdings so, als ob er dadurch einige Kopfschmerzen bekommen hätte - und dringend aufs Klo mußte. Ich machs auch nicht wieder, versprochen!
Bei den Dreisampiraten angekommen sehen wir, daß auch alle anderen Mitreisenden von gestern wieder anwesend sind - unter anderem auch der Gnom, bei dem wir gestern noch Pizza bestellt hatten. Man, den hatte ich ganz vergessen... er wirkte auch irgendwie etwas unzufrieden. Hatte wohl gestern seinen Job verloren und hatte nun bei den Dreisampiraten eine neue Stelle als Küchenhilfe gefunden - ob die sich was dabei gedacht hatten?
Egal, wir genossen erstmal den Brunch - und wischten die kurze aufkeimende Panik weg, als uns einfiel, daß Wildenstein auch mit einem opulenten Mahl begonnen hatte. ich beschloß, beim Brunch auf fleischhaltige Sachen zu verzichten.
Der Cap kam zwischenzeitlich zu uns - und er wirkte auch nicht so ganz auf der Höhe. Er erzählte unter anderem davon, daß er durch Conspiracy X anscheinend vor acht Jahren seinen Sohn verloren hätte und die Typen seitdem sogar regelrecht jagen würde und versicherte uns, daß er mit dem Zwischenfall aber nix zu tun hätte. Ich beschloß, ihm zu glauben und wir tauschten uns kurz etwas zu den Geschehnissen aus. Am Rande des Gespräches zeigte er mir einen modifizierten BattleMech, der anscheinend irgendwie mit Nanotechnologie bearbeitet wurde. Ich war für einen Moment etwas sauer, weil es im ersten Augenblick so wirkte, als ob man hier in Freiburg wohl nix machen könnte, ohne das die Dreisampiraten da ihre Finger drin haben. Andererseits würde das gut zu meiner Tabletop-idee passen, die ich im Hinterkopf hatte, vielleicht könnte man sich da ergänzen. Ich würde den Cap dazu zu einem späteren Zeitpunkt nochmal kontaktieren, für den ersten Augenblick behielt ich mein Vorhaben aber erstmal für mich.
Während sich Zweiblum und Timo auch weiterhin um Nihoshi kümmern, spreche ich mit Nikolas über die weiteren Umbauten und Modifikationen von Susi. Sie schnurrt wie ein Kätzchen, aber wir waren noch nicht mit ihr fertig. Als nächstes würden ihre inneren Werte auf den Prüfstand kommen - ich wollte den Innenumbau praktisch und bequem gestalten, so daß man mit zwei bis vier Mann gut auf Tour fahren konnte mit Susi. Eine neue Küchenzeile, Überarbeitung und Ergänzung der Sitz- und Schlafgelegenheiten, zusätzlichen Stauraum und ein Behelfsbadezimmer - und dazu war die aktuelle Einrichtung irgendwie noch sehr ... ungemütlich, daran mußte ich auch noch arbeiten. Ebenso beschlossen wir, die Scheiben auszutauschen. Zum einen hatte ich noch einen kleinen Umbau vor, der mit elektromagnetischer Abschirmung zu tun hatte, zum anderen wollte ich etwas modernere Fenster, die man stufenlos tönen und verdunkeln konnte als Schutz gegen Magie - die wirkte wohl meist nur auf Sicht, also: Nix sehen, nix Magie. Vielleicht würde es ja funktionieren.
Wir merkten allerdings, daß dieser komische Wendigo uns immer noch ärgerte - Zweiblum sprach davon, daß wir anscheinend eine Art Fluch oder ähnliches auf uns liegen hätten. Dazu passt, daß Nikolas mich auf einmal ganz seltsam ansah, als ich leise vor mich hinmurmelnd Anstalten machte, einen Teil der Aufzeichnungen von Wildenstein zu löschen. Als er mich direkt darauf ansprach, war ich schon etwas verwirrt und bat Zweiblum, ob er nicht irgendwas machen konnte - der Typ schien uns nachwievor zu beeinflußen. Wenig später ging es uns dann tatsächlich besser - ich teilte die Erkenntnisse über diesen Wendigo der paranormalen Crittermeldestelle an der Uni mit, schnitt allerdings jeglichen Hinweis auf die Beteiligung von uns heraus - die Meldestelle bekam nur den Hinweis, daß sie doch bitte Herrn Konrad Düttner unter die Lupe nehmen sollten, da es starke Verdachtsmomente gäbe, das es sich bei ihm um einen Wendigo handelte und schickte den Videoausschnitt mit, indem er sich vom Troll zum Wendigo wandelte - nachdem ich vorher genau darauf achtete, daß sämtliche eventuell noch vorhandene Spuren, die auf eine Verwicklung von uns hindeuten könnten, entfernt waren...
Während ich noch mit Nikolas über die weiteren Arbeiten für Susi fachsimpelte, bat mich Timo plötzlich, ob ich einen Anruf zurückverfolgen könnte. Ich bat Zweiblum und Nikolas, mal kurz auf meinen Körper zu achten und nahm mich der Sache an - nach knapp drei Sekunden hatte ich die Quelle des Anrufes ausfindig gemacht. Es handelte sich anscheinend um einen kleinen Dealer, der in der Nähe des Bahnhofs unterwegs war. Er schien hier in Freiburg gut im Geschäft zu sein, sein Komlink war allerdings geradezu nachlässig unsicher, vor allem für einen Mann in seiner Position. Ich sorgte für einen Adminaccount und legte vorsichtshalber ein Sicherheitsbackup seiner Daten an. Ich war gerade mit dem Kopieren fertig, als nun ich plötzlich einen Anruf erhielt. Ein kurzer Trace zeigte mir, daß der Anruf aus Karlsruhe kam - ein Privatschnüffler, der den Dealer wohl schon einige Zeit im Auge hatte, jetzt zufällig mitbekam, daß ich gerade eine Auge auf selbigen geworfen hatte und mir anbot, mich für weitere Daten und Observation von dem Typ zu bezahlen. 10.000 Euro zuzüglich 200 Euro pro Tag - war eigentlich ein gutes Angebot für eine Aufgabe, die sicher Spass machen würde - und das Geld konnte ich auch gebrauchen für ein paar Anschaffungen.
Allerdings - konnte ich den Dealer bespitzeln, die Daten weitergeben und Timo trotzdem da raus halten? Selbiger beichtete mir dann nämlich (nachdem er mich einen Augenblick lang etwas merkwürdig ansah), daß er auch schon mit dem Dealer zu tun hatte und der Typ ihn jetzt angerufen hätte, um mit ihm ins Geschäft zu kommen. Timo ist anscheinend durchaus daran interessiert, weil er wohl selber irgendwelches Zeug herstellte - laut seiner Aussage auf rein pflanzlicher Basis und unschädlich... - und sich ausrechnete, über den Kontakt zu dem Dealer an andere und bessere Kundenkreise heranzukommen. Der Typ hatte ihn wohl gefragt, ob Timo für ihn ein paar Untersuchungen über Herkunft und Qualität von Stoff vornehmen könnte. Eine echte Zwickmühle. Möglicherweise könnte ich die Daten so liefern, daß Timo zumindest vorerst nicht auftauchen würde - aber garantieren konnte ich das nicht. Von Drogendealern hielt ich allgemein nix - andererseits hatte Timo mir unter anderem auf Burg Wildenstein auch schon geholfen, daher würde ich ihn nicht gern reinreiten. Ganz davon abgesehen, daß gegen ein bisschen Gras nix einzuwenden war, solange er tatsächlich nur mit sowas handelte und mit dem harten Drogenscheiss nix zu tun hatte. Ich vereinbare mit dem Privatschnüffler, daß ich mich wieder bei ihm melde und sichere derweil die Daten, die ich zudem noch verschlüssele.
Ein dienstbarer Helfer versucht derweil, den Dealer über die Matrix im Auge zu behalten, das wird allerdings dadurch erschwert, daß der Typ sein Komlink auf einmal deaktiviert. Blöder Hund - aber irgendwann mußte er es ja auch wieder anmachen und dann würden wir seine Spur wieder aufnehmen - Kimble sorgte dafür, daß uns nicht entging, wenn er wieder online gehen würde.
Gegen zwei Uhr schließlich löste sich die Brunchrunde langsam auf. Der Smutje lud uns für den nächsten Tag (Sonntag, 08. Mai 2072) in den Steinbruch ein - bisschen Zielschießübungen und sowas. Im ersten Augenblick war ich etwas erstaunt, aber als er dann davon sprach, daß es nach Wildenstein und dem Wendigo nicht schaden könnte, mußte ich ihm beipflichten. Was mich dazu brachte mir zu überlegen, wie ich meine Ares, die ich von Dad bekommen hatte, zum Steinbruch schaffen konnte. Die Waffe war aktuell nur auf die gefälschte SIN eingetragen, die ich von ihm bekommen hatte - und davon mußte erstmal niemand wissen. Ich beschloß, die Waffe erstmal daheim zu lassen und zu sehen, was der Smutje morgen dabeihaben würde. Prinzipiell war es wohl keine schlechte Idee, etwas wehrhafter zu werden - und auch den Umgang mit Billy, meiner treuen Eisenstange, die ich gestern mit zur Werkstatt genommen hatte, würde ich vertiefen.
Bonus vom SL: 5 Karma
« Letzte Änderung: Dienstag, 06. Juli 2010; 13:01:16 von Sputnik »
Fliegen wir zu Dir oder zu(r) MIR?
|