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The Unknown - Public Node BBS
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Samstag, 19. Mai 2012; 18:14:25 *
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Samstag, 06. August 2011; 00:25:17 #45
Sputnik

Re:Sputniks Aufzeichnungen (wie einfallsreich, Sputnik...)

Freitag, 09. September 2072

Der Montag startete mit Einführungsveranstaltungen ins neue Semester. Ich besuchte zwei Präsenzveranstaltungen und stellte mir dann meinen Vorlesungsplan für dieses Semester zusammen. Mit den verschiedensten Kursen gab es einiges zu tun - so be it. Es gab ein paar wenige Vorlesungen, die ich tatsächlich real besuchen wollte, den Rest des Programms bildeten virtuelle Kurse und Vorlesungen. Nur so hatte ich die nötige Flexibilität und die Resourcen, um das Programm auch zu schaffen.

Am frühen Nachmittag war es dann Zeit, im Institut vorbeizuschauen - wir hatten heute Kickoffmeeting für das neue Semester, zudem starteten einige Projekte - und ich mußte unsere neuen wissenschaftlichen Mitarbeiter einarbeiten. In diesem Jahr hatten wir zwei neue - ein Student aus dem 7. Semester und eine Studentin aus dem 5. Semester, die ihren Weg zu uns gefunden hatten. Aufgrund der hohen Projektlast, die wir in diesem Semester haben würden, suchten wir gerade einiges an neuem Personal. Ich war gespannt, wie sich die beiden neuen machen würden.

Nach dem Meeting rauchte mir schon ganz ordentlich der Schädel. Eine ganze Menge der Projektanträge - an vielen davon hatte ich mitgewirkt - fanden Zustimmung von unterstützenden Unternehmen und sollten ab diesem Semester umgesetzt werden. Neben dem allgemeinen Aufwand, den ich für die Budgets  und die generelle Verwaltung unserer Projekte hatte, war ich bei zwei der größeren Projekte auch noch selbst als Projektleiter gesetzt - au Backe. Das erste der beiden war das OSConCom-Projekt, das wir letztes Semester angeleiert hatten. Es ging um die Entwicklung von DeepSpace-Kontrollnetzen zur Steuerung von Sonden und Raumflugkörpern außerhalb des LEO und würde sicher ein paar Jahre Arbeit erfordern - das Projekt interessierte mich aufgrund der enthaltenen Komponenten allerdings sehr und lies sich sicher auch für mein Studium verwenden. Das zweite Projekt war tatsächlich etwas aus dem Bereich bemannte Raumfahrt, zu dem aber auf dem offiziellen Kickoff noch keine Daten mitgeteilt wurden. Walter stellte mich als Projektleiter für das Projekt vor, hielt sich ansonsten aber zurück, weitere Details zu nennen - das würden wir in Kürze noch nachholen, sagte er mir leise hinterher. Jetzt war ich ja schon ziemlich neugierig.

Um kurz nach 20:00 Uhr kam ich aus dem Institut und fuhr erstmal zur Werkstatt. Ich hatte unverhofft die nächsten Abende frei - Julia hatte mich am Nachmittag angerufen und mir gesagt, das sie erst noch ein paar Tage bei ihrer Oma blieb, die wohl übers Wochenende ins Krankenhaus gekommen war. Ich machte mir Gedanken, ob ich zu ihr fahren sollte, aber sie wiegelte ab - aktuell war alles soweit im Lot, sie wollte einfach nur noch ein paar Tage oben bleiben. Also nutzte ich die Zeit, um den Keller weiter vorzubereiten. Im Laufe der Woche wollte ich die baulichen Änderungen durchführen, um den Kellerteil vom Rest des Gebäudes abzuschotten, was sicher noch einige Arbeit benötigte.

Die weiteren Tage der Woche waren gefüllt mit Arbeit - tagsüber Studium und Institut, abends Arbeit in der Werkstatt. Letztere ging zum Glück - auch dank der Unterstützung durch Drohnenarbeitskraft - gut voran und am Donnerstag Abend war das Werk vollbracht - ein Teil des Kellers war physikalisch und magisch abgeschottet vom Rest und konnte als meine "Operationsbasis" in Betrieb genommen werden. Als ich an dem Abend die Projektionsfläche in meinem neuen "OpsCenter" in Betrieb nahm, konnte ich tatsächlich einen Ausdruck der Freude nicht verbergen, als die Projektionsfläche verschiedenste Kamerafeeds von Freiburg und Umgebung zeigte. Die letzten Wochen hatte ich fleißig gesammelt - verborgene Accounts, Hintertüren etc. halfen mir dabei, Zugang zu vielen Knoten in und um Freiburg zu erhalten und diese auswerten zu können. Mir war klar, das zumindest einige der Accounts sicher nicht ewig bestehen würden, aber es war ein Anfang und von vornherein war mir klar, das ich für permanente Datenströme auch regelmäßig Accounts erneuern mußte - das Ergebnis war diese Arbeit aber auf jeden Fall wert. Und es schien, als ob mehr als nur ein Teil von mir mit der umgesetzten Leistung zufrieden war.

Nicht so gut gefiel mir gegen Ende der Woche das Telefonat, das ich mit Julia führte und in dem sie mir vorsichtig beizubringen versuchte, das sie noch länger fort bleiben würde. Sie plante aktuell, ein Urlaubssemester zu machen und bei ihren Großeltern - die beiden waren schon recht alt - zu bleiben für ein paar Wochen. Das stimmte mich nicht gerade fröhlich, trotzdem konnte ich ihren Wunsch irgendwo aber auch nachvollziehen. Sie hatte eine enge und gute Bindung zu ihren Großeltern, speziell zu ihrer Großmutter und war auch in der Vergangenheit immer wieder für einige Zeit bei ihnen gewesen. Trotzdem war ich etwas mißmutig und schlecht gelaunt am Donnerstag abend, als ich ins Wohnheim fuhr. Zudem schiffte es aus Kübeln an dem Abend, als ein richtig heftiges Sommergewitter über die Stadt hinwegzog (und dabei auch eine Demonstration auf dem Münsterplatz mehr oder weniger "hinwegspülte". Im Treppenhaus traf ich Amalia und Bea, die gerade vom Abendessen hochgingen. Wir tauschten uns kurz aus über Neuigkeiten und aktuellen Tratsch aus dem Wohnheim, dann ging ich erstmal auf meine Bude und räumte hier ein bisschen auf. Es dauerte nicht lange, bevor es nach einem ziemlich grellen Blitz extrem laut rumpelte - und zeitgleich war plötzlich das Licht weg. Die Naturgewalten hatten wieder mal gesiegt über die moderne Zivilisation und uns klar gemacht, wie abhängig wir von elektrischem Strom waren. Als nach ein paar Minuten die Stromversorgung noch immer nicht wiederhergestellt war, stellte ich zudem noch genervt fest, das ich keine Kerzen mehr hier hatte. Verdammt. Also irgendwie in Richtung des Flurs tasten und Bea oder Amalia fragen. Der Flur war dunkel, von unten hörte man ein paar leise Stimmen. Bei Bea reagierte niemand auf mein Klopfen, aber bei Amalia hatte ich mehr Glück. Sie schien allerdings schon geschlafen zu haben und wirkte etwas verstört - dafür sah sie in ihrer Nachtwäsche aber auch ziemlich sexy aus, wie ich an der Stelle bemerkte. Wie immer in der letzten Zeit lächelte sie allerdings, als sie mich sah und bat mich in ihr Zimmer. Von ihrem Zimmer aus hatte man einen guten Blick auf das Gewitter und das interessante Spiel aus Licht und Dunkelheit, das es über die Stadt zauberte. Kerzen hatte sie - nach der letzten Partyrunde auf dem Balkon - anscheinend auch keine mehr, trotzdem ließen wir uns für ein paar Minuten auf ihrem Sofa nieder, von dem aus wir uns das Gewitter ansahen und die Dunkelheit und den technischen Ausfall nutzen, um uns angeregt zu unterhalten und das Gewitter zu beobachten, womit wir einige Stunden rumbrachten. Das nächste was ich weiß ist, das ich am frühen Morgen immernoch auf dem gleichen Sofa erwachte und Amalia - immernoch in ihrem Nachthemd - im Arm hielt. Wir sahen uns ein wenig irritiert, aber auch ein wenig erheitert an. "Wo du eh schon hier bist und es schon so spät ist..." "Ja, lange ist es eigentlich nicht mehr bis zum nächsten aufstehen..." ...

Den Freitag war ich den ganzen Tag über relativ beschäftigt - nicht nur die Arbeit ging mir durch den Kopf an dem Tag. Am frühen Abend schnappte ich mir meinen Gleiter und verzog mich in die Lüfte.


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Donnerstag, 08. Dezember 2011; 00:21:30 #46
Sputnik

Re:Sputniks Aufzeichnungen (wie einfallsreich, Sputnik...)

12. September 2072

Ich genoß den luftigen Ausflug und hielt mich cirka zwei Stunden in der Luft auf. Während ich dort oben meine Sensoren  und mein Kommunikationsequipment laufen ließ, rief mein Dad an. Noch mehr Konfusion.

Ich landete und brachte danach den Gleiter wieder zum Werkstattgelände. Dann schnappte ich meine Tasche und kehrte zurück zum Flugplatz, wo der Jet schon auf mich wartete. Eine Stunde später landeten wir in Essen.

Der Rest vom Wochenende war anstrengend. Tests, Interviews, Tests, Interviews... manman. Ich hätte absagen sollen und am Anfang von dem ganzen Prozedere hatte ich eigentlich auch vor, mich absichtilich dämlich anzustellen, um das ganze Zeug möglichst schnell hinter mir zu haben. Mein Dad wäre aber vermutlich sauer gewesen, wenn ich so eine Gelegenheit vergeigen würde. Und nachdem die ersten, ziemlich allgemeinen, Tests vorüber waren, kam tatsächlich der interessante Teil. Der wiederum weckte meinen Ehrgeiz - ich würde mich ewig vor mir selbst schämen müssen, wenn ich diese Gelegenheiten nicht genutzt hätte. Das Equipment war hervorragend und die Aufgaben waren nicht wirklich schwer, wenn man Ahnung von der Materie hatte. Die anderen Jungs und Mädels aus der Gilde hätten mich ausgelacht und mich gleichzeitig verhöhnt, so eine Chance nicht wahrzunehmen. Also gab ich mir Mühe, nutzte mein Wissen und meine Fähigkeiten. Dabei merkte ich auch, das ich mit mit dem einen oder anderen Thema noch mehr beschäftigen mußte, um meine Fertigkeiten noch zu verbessern - für die Tests reichte es allerdings dicke. Mein Dad war stolz auf mich, als ich am Sonntag nachmittag zurückflog nach Freiburg.

Abends traf ich mich mit Antonius und Sephonee, wir wollten zum Dreisampirat, um eine Rollenspielrunde zu besuchen. Auf dem Münsterplatz trafen wir Sam, den ich auch vom Dreisampirat her kannte. Wir bemerkten, das hier einiger Aufruhr herrschte - verschiedenste Gruppen hatten sich zusammengefunden und es schien, als ob sich die Aggressionen der letzten Tage entladen würden. Bevor die Aktivitäten uns hier überraschen würde, gingen wir schnellstens zu Bruder Pax - vermutlich wären wir bei ihm am sichersten. Die Entscheidung war goldrichtig - es dauerte nicht lange, bis auf dem Platz der Punk losging. Wir beobachteten das sehr aufmerksam, bis wir schließlich angegriffen wurden - drei maskierte Bewaffnete hatten sich den Bus zum Ziel gesetzt und griffen uns massiv an. Bis Zweiblum eingriff. Er "kümmerte" sich um die drei Angreifer - danach war das Problem tatsächlich beseitigt. Wir kümmerten uns um die "Restebeseitigung", was mir ganz nebenbei eine Aufstockung meiner Waffenkammer einbrachte. Dann sahen wir zu, das wir zur Werkstatt kamen, um uns dort zurückzuziehen.

Am nächsten Tag sind wir alle leicht verkatert. Während Antonius recht früh aufbricht, um sein Motorrad vom Platz zu holen, stelle ich - nicht ganz ohne Hintergedanken - Sephonee meine Dusche zur Verfügung, nachdem wir alle zusammen gefrühstückt haben. Nachdem dann noch die Cops vorbeikamen und meine Aussagen zu einigen Krawallbrüdern hier in der Straße aufgenommen hatten, fuhren wir in Richtung Stadt. Sephonee brachten wir bei ihrer Arbeit vorbei, dann organisierten Antonius und ich ein paar dinge, um dann den Rest des Tages mit Basteln zu verbringen. Abends schmeißen wir dann mal wieder den Grill an - die Anschaffung hat sich auf jeden Fall schon mal gelohnt.. Die Gespräche sind lebhaft - wir unterhalten uns über den gestrigen Tag und die Erlebnisse auf dem Platz, auch über die Aktion von Zweibĺum. Dies bringt Antonius schließlcih dazu, mit Zweiblum loszuziehen, um ihm einige Aspekte des menschlichen Miteinanders (kurz: käuflichen Sex) näherzubringen. Sephonee und ich bleiben in der Werkstatt und lassen es ruhig angehen, der Abend klingt mit Bastelei und ein wenig Recherche am späten Abend aus.  Die Recherche ergibt noch einige nette Hinweise - die Komlinks der drei sind ziemlich blank, wirken gestripped. Bei den Waffen schließlich ergibt sich aber eine Spur, die zu den Canoretties führt. Die Waffe stammt aus einem Waffendiebstahl bei der Bundeswehr, den die Canoretties vor ca. einem Monat durchgezogen hatten.
« Letzte Änderung: Dienstag, 14. Februar 2012; 10:03:42 von Sputnik »

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Samstag, 21. Januar 2012; 15:40:59 #47
Sputnik

Re:Sputniks Aufzeichnungen (wie einfallsreich, Sputnik...)

Donnerstag, 15. September 2072

Nachdem wir in den letzten Wochen nicht dazu gekommen sind, haben wir in dieser Woche endlich das Thema "Drohnenrallye" wieder aufgegriffen. Nachdem Antonius und ich die letzten Tage die Drohnen für das Rennen vorbereitet hatten, war heute der große Tag - unser erstes Drohnenrennen.

Um unsere Chancen zu steigern, traten wir in zwei Teams an - Team "Schwarz-Blau" aka "Mega-Määhn!" mit Antonius und Sam und Team "Schwarz-Orange" mit Sephonee und mir.

Die Teilnehmer haben alle einiges auf dem Kasten und die Rennen sind spannend bis zum Schluß - und wir schaffen beide einen der ersten drei Plätze und qualifizieren uns damit für die höhere Liga. Insgesamt waren 10 Teams am Start und Antonius und mir wurden nicht gerade gute Chancen eingeräumt.

Im Rahmen der anschließenden Rennparty knüpfen wir interessante Kontakte zu den "Tie Fighters" und den "Red Foxes" (letztere eine reine Frauenmannschaft - lauter rothaarige schnuckelige Ladies! *g*) - und ja, die Party war echt gut!


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Sonntag, 29. Januar 2012; 02:39:42 #48
Sputnik

Re:Sputniks Aufzeichnungen (wie einfallsreich, Sputnik...)

Freitag, 16. September 2072

Am nächsten Tag unternehmen wir (Antonius, Sam, Sephonee und ich) zu dem uns schon bekannten Schrottplatz, um dort nach Bauteilen zu suchen für schnellere Drohnen. Auf dem Hinweg zu dem Schrottplatz hängt sich uns auf einmal ein Fahrzeug ans Heck, in dem fünf Orks sitzen und die Stoßdämpfer des armen Fahrzeuges auf eine harte Belastung stellen. Nachdem die fünf auffallend lange an meinem Heck kleben, checke ich das Fahrzeug - geklaut. Na toll. Und die Typen werden aufdringlicher, holen Knarren hervor. WTF?

Nachdem von den anderen anscheinend keiner eine Idee hat, wie wir die Typen loswerden, hacke ich die Elektronik des Wagens, um diesen lahmzulegen und die Türen zu verriegeln. Damit ist das Problem erstmal erledigt. Brave Bürger, die wir sind, erstatten wir Anzeige und fahren dann weiter zum Schrottplatz.

Hier wurden wir umfangreich fündig. Angefangen bei Sam, der einen gut erhaltenen großen Kühlschrank inklusive Eiswürfelspender und einen alten Manservant mit nur einem Bein fand zu Sephonee, die ein Herz für verwaiste Robotertiere entdeckte und eine "Saugschildkröte" ebenfalls mit nur einem Bein und einen sprechenden Touretteroboterpapageien fand hin zu Antonius, der den Grundstein für eine neue Drohne in Form eines Vektorschubantriebes legte bis schließlich hin zu dem Strahltriebwerk, das ich fand. Nach diesem Fund war der Plan für die neue Renndrohne langsam greifbarer - es würde mehr oder weniger ein steuerbares Triebwerk mit Aerodynamikeigenschaften werden, auf Schnelligkeit und Wendigkeit ausgelegt.  Ich ergänzte meinen Triebwerksfund noch mit ein paar Kleinteilen, die sich als wertvoll zeigen würden oder die ich so zumindest nicht mehr vollständig neu bauen mußte.

Nachdem wir am Schrottplatz die Formalitäten erledigt hatten, luden wir unseren Fund auf den Anhänger und fuhren - unterbrochen von eiem kurzuen Anruf der Cops - zur Werkstatt.

Antonius begann gleich, das von ihm gefundenen Triebwerk durchzusehen, während ich nach dem Abladen erstmal für Gutwetter bei Sephonee sorgte, in dem ich mich um ihre beiden neuen Haustiere kümmerte. Der Tourettepapagei bekam erstmal nötige Softwareupdates, während wir der Schildkröte ein neues Holzbein verpassten.

An den Werkstattteil schloß sich ein Barbeque mit anschließendem Besuch einer Karaokebar an. Dort stoßen wir auf ein Mitglied der Street Rapiers, einer hiesigen kleinen Gang, die sich hauptsächlich mit stümperhaft durchgeführten Autodiebstählen mehr schlecht als recht durchschlägt. Ich recherchiere kurz ein bisschen und finde heraus, das der Knilch auch einer der fünf war, die uns heute vormittag verfolgt hatten. Nur wenige  Sekunden später genießt der Typ meinen kostenfreien Cloudbackupservice und ich checke bei der Gelegenheit auch gleich mal seine Kommunikationsdaten.  Er selbst firmiert unter "Ghettoboy", drei seiner Kumpel heißen Skull, Atlas und Axies. Mit Skull steht er wohl häufiger in Kontakt.

Vor der Kneipe stellen wir den Typ zur Rede, der natürlich so tut als ob er von nichts wüßte, aber rumtönt, das seine Kumpel auch schon auf dem Weg seien. Es kommt zu einer Schießerei, bei der auch die Cops beteiligt sind, vorher wurden wir bereits mit einer Machete bedroht. Außerdem hat Ghettoboy einen Dad namens Doni - ein statdtbekannter Schläger, der aber anscheinend gute Verbindungen hat. Wir schaffen es, bei der Schießerei nicht weiter in die Schußlinie zu geraten und setzen uns dann schließlich ab. Im Laufe der Nacht fangen die Cops Axies und Atlas, Skull allerdings ist immer noch flüchtig. Seine Komlinkdaten und Tracerergebnisse zeigen, das er sich in die alte Schattenmall abgesetzt hat, wo sich seine Spur erstmal verliert. Blöd.


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Dienstag, 14. Februar 2012; 10:45:27 #49
Sputnik

Re:Sputniks Aufzeichnungen (wie einfallsreich, Sputnik...)

Samstag, 17. September 2072
Den Samstag verbringen Antonius, Sephonee und ich in der Werkstatt, um zu basteln. Die Werkstattdrohnen übernehmen die Demontage der Schrottteile, während Antonius und ich uns nochmal um Sephonees Papagei und ihre Schildkröte kümmern. In den Papagei und die Schildkröte sollten jeweils eine modfizierte Antidiebstahlsicherung mit E-Schockfunktion eingebaut werden zur Erhöhung der Wehrhaftigkeit.
Sephonee versucht, die Systeme über die Bundeswehr zu beziehen. Sie schafft es schließlich, die beiden Diebstahlsicherungen zu besorgen und dann fangen wir an, die Drohnen zu modifizieren.
Nachdem wir die Drohnen modifiziert haben, überlegen wir für einen Augenblick, nochmal zum Schrottplatz zu fahren, verwerfen die Idee dann aber wieder.
Der Alternativplan ist, sich weiterhin um die Orks zu kümmern: Warum haben die uns beobachtet / verfolgt? Wer ist deren Auftraggeber? Warum? Wieso?

Damit einher geht, das wir uns geringfügig eindecken mit Equipment. Dann fahren Antonius, Sephonee und ich zur Schattenmall (mit Motorrad), um die Spur aufzunehmen. Dort unterhalten wir uns mit den Türstehern (zwei Trollen), die uns dezent abblitzen lassen. Ich scanne das Comlink des einen Trolls, erstelle ein Sicherheitsupdate seiner Daten inklusive verschlüsselter Daten, Telefonnummern etc. Der Troll hat Cyberware – einen Sporn, einen Cyberarm, ein implantiertes Komlink etc. Außerdem hat er eine Brille mit Sichtmodifikationen und zwei Manhunter. Während ich mich in der virtuellen Schattenmall umsehe, logt sich jemand ein und crasht den Knoten. Gerade noch ausgeloggt, puh.

Bei einer erneuten Analyse bemerke ich, das das Komlink jetzt an einen Nexus geslaved ist, der ziemlich heftige Sicherheitseinstellungen hat. Die Firewall ist sehr hochrangig (6), es laufen einige Agents, Analyse, Track etc. Der Zugang ist verschlüsselt und mit einer Datenbombe zusätzlich gesichert. Scheint, als ob da jemand vorsichtig geworden wäre.


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Mittwoch, 28. März 2012; 12:40:09 #50
Sputnik

Re:Sputniks Aufzeichnungen (wie einfallsreich, Sputnik...)

Am Abend nach unserem Ausflug zur Schattenmall erhält Sephonee eine Einladung zu einer hochkarätigen Gothicparty in einem angesagten Club in Freiburg, dem "Dark Kingdom". Die Party beginnt um 21:00 Uhr und sie darf bis zu drei Freunde mitbringen - wir beschließen, hinzufahren.

Die verbliebene Zeit bis zum offiziellen Beginn nutzen wir  (Antonius, Sephonee und ich) zum Einkaufen, um uns passend einzukleiden. Jeder von uns findet auch ein paar passende Dinge, die sich bei mir in einem Outfit der "Vashon Island Renaissance Line" äußert - Gehrock, Beinkleider, passende Schnallenschuhe, gutes Rüschenhemd, dazu ein Dreispitz und ein Gehstock. Die Kleidung ist durchschnittlich gepanzert und äußert bequem zu tragen - perfekt.

Im Eingangsbereich das übliche Prozedere - Waffen, Drogen, Cyberware etc. werden abgeprüft, dann erhalten wir ein Nietenarmband inklusive RFID-Chip, über den Getränke und andere "Dienstleistungen" abgerechnet werden. Fragezeichen.

Die uns verfügbaren Daten nutze ich, um eine TacNetabbildung des Clubs zu erstellen, das wir zur besseren Orientierung in dem Laden nutzen können. Da ich auch die Speisekarte in die Daten eingepflegt habe, teste ich diese und bestelle einen PapuaOtaku. Während ich diesen genieße und meine Sinne dabei durch den Club schweifen lasse, werde ich auf die Präsenz zweier weiterer Technomancer aufmerksam.

Wir beginnen, uns umzusehen und die verschiedenen "Rooms" zu begutachten. Wir starten in einem "Grünen Raum" mit Entspannungsmusik, von dort geht es direkt weiter in einen "Dark Room". Antonius trifft dort auf weibliche Gesellschaft, die an ihm Gefallen zu finden scheint - die drei entschwinden in Richtung "Dachschwimmbad", während Sephonee und ich uns dazu entscheiden, uns die "Grotte" anzuschauen. Und es sogleich bereuen. Es handelt sich um einen kalten, klammen Raum, der mit Steinen gefüllt und sehr ungemütlich ist. Wir wollen gerade den Raum verlassen, als wir auf ein weiteres Feature in dem Raum aufmerksam werden - eine Falltür, die sich unter uns öffnet und der wir nur knapp entkommen. Sie führt wohl in einen weiteren Raum, dem wir aber nicht weiter nachgehen, sondern die Grotte wieder verlassen.

Während wir durch die Räume spazieren und uns dabei nett unterhalten, lasse ich immer wieder mal meine Sinne schweifen und stoße auf allerlei Daten wie z. B. Kamerastreams und weitere Bewegungsdaten der vorhandenen IDs. Ich ergänze unser TacNet um die Daten. Wir stoßen außerdem auf merkwürdige "Kennzeichnungen" mit spezieller, nur mit UV-Licht sichtbarer Farbe in Form von Händen - grüne für Menschen, rote für Elfen, blaue für Trolle und gelbe für Zwerge. Orks kommen nicht vor - merkwürdig.

Antonius scheint die Zeit genutzt zu haben und hat mit den beiden Damen "engere Kontakte" geknüpft. Trotzdem scheint dieses nette Miteinander nach einiger Zeit sein Ende gefunden zu haben. Während sich Antonius wieder zu uns auf den Weg macht, läuft er einem aufdringlichen Oger über den Weg, der bereits vorhin schon mit ihm Bekanntschaft schließen wollte. Diesmal ist der Oger nachhaltiger - über die Kamerafeeds bekomme ich mit, wie er Antonius mit einem Taser ausschaltet, ihn sich über die Schulter wirft und in Richtung der Dachterasse verschwindet. Dort geht er in Richtung eines kleinen Aufbaus, in dem er verschwindet. Über die Einspeisungen von Antonius an das TacNet bekommen wir mit, das sich innerhalb des Gebäudes neben dem Oger und Antonius noch weitere Personen befinden - vier Menschen, dazu gesellt sich nur kurze Zeit später noch ein Elf. Der Anbau verfügt über ein umfangreich eingerichtetes Labor und ergänzend dazu eine Art "Behandlungszimmer" mit reichhaltiger Ausstattung und einem Behandlungsstuhl, wie man ihn vom Zahnarzt her kennt (und an diesen erinnern auch einige der Instrumente in dem Zimmer). Antonius wird auf dem Stuhl festgeschnallt, dann wird eine Kamera und ein Spot auf den Stuhl gerichtet. Die umfangreiche Technik in dem Raum ist an einen fremden Knoten gelinkt - ein Technomancer. Gar nicht gut.

Sephonee und beschließen, das wir etwas tun müssen - alleine kommt Antonius da oben nicht mehr raus. Wir versuchen, in seine Nähe zu kommen, scheitern aber vorerst an der verschlossenen Tür zur Dachterasse (und mangelnder Handlungsmöglichkeiten). Daraufhin ziehen wir uns in einen nahegelegenen Raum zurück, um von da aus kurz zu planen und dann aktiv zu werden. Das ist störungsfrei allerdings nicht möglich - schon nach kurzer Zeit nähert sich jemand im Treppenhaus, dessen Bewaffnung und Art nicht darauf schließen läßt, das die Person uns freundlich gesinnt ist. Auf der Dachterasse gehen der Oger zusammen mit zwei weiteren in eine Art "Waffenkammer" geht, um sich einzudecken. Währenddessen habe ich die Kontrolle über das Türschloss der Verbindungstür zur Dachterasse bekommen und gesichert und dehne diese Kontrolle auf die Tür zur Waffenkammer aus. Damit sitzen die drei Typen erstmal fest. Sephonee kümmert sich bereits um unseren ganz persönlichen Gast, den wir dann gemeinsam auschalten (Zapperdrohnen sind Gold wert!).

Scheint, als ob die Aktivität den Typen in der Bude zu heiß geworden wäre: Aus Richtung des Anbaus, in dem Antonius steckt, verschwinden auf einmal ein paar Kapuzentypen (sechs an der Zahl) in Richtung Feuertreppe. Antonius haben sie anscheinend nicht dabei. Es gelingt mir zwar, die Komlinks der Typen zu hacken und Backups anzulegen, aber die Typen selbst kriegen wir nicht. Also wenden wir uns der "Zahnarztbude" zu und haben damit den gleichen Plan wie der Oger, der sich mitsamt der anderen zwei aus der Waffenkammer befreien konnte. Sephonee wird es zu bunt - sie schießt auf den Oger und erwischt ihn ziemlich schwer, so das er leicht zu überwältigen ist. Wir fesseln ihn oben in der Zahnarztbude, nachdem wir Antonius befreit haben und hauen dann ab.

Die Ereignisse haben uns ganz schön geschafft. Ich bringe Sephonee nach Hause, dann fahre ich mit Antonius im Schlepptau zur Werkstatt. Nachdem ich die dortigen Sicherheitseinstellungen auf Paranoiastufe hochgezogen habe, werfe ich einen ersten Blick auf die Daten aus dem "Zahnarztstudioknoten". Das war mal keine gute Entscheidung.



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Montag, 07. Mai 2012; 22:29:47 #51
Sputnik

Re:Sputniks Aufzeichnungen (wie einfallsreich, Sputnik...)

Freitag, 23. September 2072 - 23:42 Uhr

Die nächsten Tage versuche ich, den Spuren des Snuffringes, den wir da augenscheinlich entdeckt haben, zu folgen. Die Jungs geben sich extrem viel Mühe und in mir festigt sich im Laufe der fünf Tage, die ich mich an die Spuren hefte der Eindruck, das der Technomancer für diese Truppe arbeitet. Der Level, mit dem die Spuren verschleiert wurden, ist für normale Matrixjockeys eigentlich nicht machbar, man muss schon die Resonanz selbst verstehen und manipulieren können, um die Spuren und Informationen so umfangreich und restlos zu löschen.

Auch sonst geht wer auch immer das Treiben dieses Ringes verschleiern will, sehr direkt und zielgerichtet vor. Der Elf, den wir dort gesehen haben, wird schon relativ schnell festgesetzt, bei dem Polizeieinsatz kommen mehrere "potentielle Täter" zu Tode. Der Oger, der sich über Antonius hermachen wollte, erwischt es am 5. Tag nach den Ereignissen (22. September) im Krankenhaus - dank des Messers in seiner Brust wird er nie wieder reden. Dazu passt die Medien- und Nachrichtensperre, die es anscheinend zu dem Thema gibt. Da hängen ganz wichtige Leute mit drin, denen die Sache gefährlich wird. Die sechs Typen, die wir oben in dem "Zahnarztstudio" gesehen haben, scheinen als Gemeinsamkeit alle einer Art "Orden" anzugehören. Der Elf der Truppe ist ein stadtbekannter Bodyguard, der anscheinend schon den einen oder anderen Cop auf dem Gewissen hat. Fest steht, das die Vorgänge dermaßen unter den Tisch gespielt und die Spuren so gezielt und professionell beseitigt werden, das es mir Schauer über den Rücken jagt.

Ich beschließe, mehrere Notfallpläne vorzubereiten - die Lektionen zu dem Thema, die ich in letzter Zeit von verschiedenen Seiten bekommen habe, sollen sich schließlich auszahlen und mein ganzes Wissen, das ich mir in den vergangenen Wochen und Monaten über Geheimdienstoperationen, Legenden und Undercoveraktivitäten angeeignet habe, soll sich schließlich auch auszahlen.

Ich überschlug die aktuelle Situation: Ich hatte aktuell eine offizielle Wohnadresse im Studentenwohnheim, die sich bewußt einfach finden lies. Meine zweite Adresse hier in der Werkstatt war ganz ohne Anhaltspunkte kaum herauszufinden, dafür hatte ich schon gesorgt. Aber es gab noch genug Mitwisser, die den Ort kompromitieren könnten selbst ohne es zu wollen. Mit diesem Risiko mußte ich leben, da ich diese Tatsache nicht ohne größeren Aufwand revidieren konnte. Trotzdem würde die Werkstatt vorerst meine Hauptoperationsbasis bleiben, die ich aber mit ein oder zwei Adressen zum Untertauchen ergänzen würde. Dazu brauchte ich zum einen jeweils einen geeigneten Unterschlupf selbst und zum anderen für den jeweiligen Unterschlupf noch ein Notfallpaket, das neue Kleidung, Ausrüstung, Vorräte, finanzielle Mittel und eine neue Identität beinhalten mußte. Die Notfallunterkünfte sollten dem Zweck dienen, im Notfall für einige Zeit abtauchen und dann mit einer neuen Identität wieder auftauchen zu können. Das bedeutete aber auch, das ich Wege finden mußte, bereits die Vorbereitungen so zu gestalten, das sie nicht zu mir zurückzuführen waren. Einige der Einkäufe konnte ich anonym erledigen, für andere Zwecke brauchte ich einen falschen Namen mit den dazugehörigen Unterlagen. Besser wären sogar mehrere verschiedene Identitäten, um die Einkäufe und Investitionen zu verteilen. Ich sah einen neuen Schock auf meine finanziellen Mittel zukommen. Und noch ein Problem: Mein normales Konto konnte ich dazu natürlich nicht nutzen, sondern mußte anonyme Zahlungsmethoden gebrauchen: Credsticks und Nummernkonten zum Beispiel. Einen Teil meines normalen Geldes könnte ich über Daddy vermutlich in Credsticks umwandeln, das wäre ein Anfang. Für weitere Investitionen kam ich wohl nicht darum herum, einen Teil des Geldes aus Ocean2 zu nutzen, das ich aber vorher waschen müßte. Manman...

Ich saß in meiner OpsZentrale und plante Unterschlüpfe und Notfallpläne? War das wirklich noch ich? Was war aus dem leicht verpeilten und raumfahrtvernarrten Technikfreak geworden, der ich zu Anfang des Studiums war? Ich verstand die Welt nicht mehr. Es wurde wohl mal wieder Zeit für einen Ausflug zur Station, um mich mal auszutauschen. Die Jungs und Mädels vom Funkclub waren kein Stück normaler, aber die meisten von ihnen kannten ähnliche Situationen oder waren selbst durch eine Verkettung verschiedener Umstände in Situationen geraten, die ihr Leben komplett geändert hatten. Das könnte eine lange, aber unterhaltsame Nacht werden...



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