Sputnik

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Re:Sputniks Aufzeichnungen (wie einfallsreich, Sputnik...)
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Freitag, 09. September 2072
Der Montag startete mit Einführungsveranstaltungen ins neue Semester. Ich besuchte zwei Präsenzveranstaltungen und stellte mir dann meinen Vorlesungsplan für dieses Semester zusammen. Mit den verschiedensten Kursen gab es einiges zu tun - so be it. Es gab ein paar wenige Vorlesungen, die ich tatsächlich real besuchen wollte, den Rest des Programms bildeten virtuelle Kurse und Vorlesungen. Nur so hatte ich die nötige Flexibilität und die Resourcen, um das Programm auch zu schaffen.
Am frühen Nachmittag war es dann Zeit, im Institut vorbeizuschauen - wir hatten heute Kickoffmeeting für das neue Semester, zudem starteten einige Projekte - und ich mußte unsere neuen wissenschaftlichen Mitarbeiter einarbeiten. In diesem Jahr hatten wir zwei neue - ein Student aus dem 7. Semester und eine Studentin aus dem 5. Semester, die ihren Weg zu uns gefunden hatten. Aufgrund der hohen Projektlast, die wir in diesem Semester haben würden, suchten wir gerade einiges an neuem Personal. Ich war gespannt, wie sich die beiden neuen machen würden.
Nach dem Meeting rauchte mir schon ganz ordentlich der Schädel. Eine ganze Menge der Projektanträge - an vielen davon hatte ich mitgewirkt - fanden Zustimmung von unterstützenden Unternehmen und sollten ab diesem Semester umgesetzt werden. Neben dem allgemeinen Aufwand, den ich für die Budgets und die generelle Verwaltung unserer Projekte hatte, war ich bei zwei der größeren Projekte auch noch selbst als Projektleiter gesetzt - au Backe. Das erste der beiden war das OSConCom-Projekt, das wir letztes Semester angeleiert hatten. Es ging um die Entwicklung von DeepSpace-Kontrollnetzen zur Steuerung von Sonden und Raumflugkörpern außerhalb des LEO und würde sicher ein paar Jahre Arbeit erfordern - das Projekt interessierte mich aufgrund der enthaltenen Komponenten allerdings sehr und lies sich sicher auch für mein Studium verwenden. Das zweite Projekt war tatsächlich etwas aus dem Bereich bemannte Raumfahrt, zu dem aber auf dem offiziellen Kickoff noch keine Daten mitgeteilt wurden. Walter stellte mich als Projektleiter für das Projekt vor, hielt sich ansonsten aber zurück, weitere Details zu nennen - das würden wir in Kürze noch nachholen, sagte er mir leise hinterher. Jetzt war ich ja schon ziemlich neugierig.
Um kurz nach 20:00 Uhr kam ich aus dem Institut und fuhr erstmal zur Werkstatt. Ich hatte unverhofft die nächsten Abende frei - Julia hatte mich am Nachmittag angerufen und mir gesagt, das sie erst noch ein paar Tage bei ihrer Oma blieb, die wohl übers Wochenende ins Krankenhaus gekommen war. Ich machte mir Gedanken, ob ich zu ihr fahren sollte, aber sie wiegelte ab - aktuell war alles soweit im Lot, sie wollte einfach nur noch ein paar Tage oben bleiben. Also nutzte ich die Zeit, um den Keller weiter vorzubereiten. Im Laufe der Woche wollte ich die baulichen Änderungen durchführen, um den Kellerteil vom Rest des Gebäudes abzuschotten, was sicher noch einige Arbeit benötigte.
Die weiteren Tage der Woche waren gefüllt mit Arbeit - tagsüber Studium und Institut, abends Arbeit in der Werkstatt. Letztere ging zum Glück - auch dank der Unterstützung durch Drohnenarbeitskraft - gut voran und am Donnerstag Abend war das Werk vollbracht - ein Teil des Kellers war physikalisch und magisch abgeschottet vom Rest und konnte als meine "Operationsbasis" in Betrieb genommen werden. Als ich an dem Abend die Projektionsfläche in meinem neuen "OpsCenter" in Betrieb nahm, konnte ich tatsächlich einen Ausdruck der Freude nicht verbergen, als die Projektionsfläche verschiedenste Kamerafeeds von Freiburg und Umgebung zeigte. Die letzten Wochen hatte ich fleißig gesammelt - verborgene Accounts, Hintertüren etc. halfen mir dabei, Zugang zu vielen Knoten in und um Freiburg zu erhalten und diese auswerten zu können. Mir war klar, das zumindest einige der Accounts sicher nicht ewig bestehen würden, aber es war ein Anfang und von vornherein war mir klar, das ich für permanente Datenströme auch regelmäßig Accounts erneuern mußte - das Ergebnis war diese Arbeit aber auf jeden Fall wert. Und es schien, als ob mehr als nur ein Teil von mir mit der umgesetzten Leistung zufrieden war.
Nicht so gut gefiel mir gegen Ende der Woche das Telefonat, das ich mit Julia führte und in dem sie mir vorsichtig beizubringen versuchte, das sie noch länger fort bleiben würde. Sie plante aktuell, ein Urlaubssemester zu machen und bei ihren Großeltern - die beiden waren schon recht alt - zu bleiben für ein paar Wochen. Das stimmte mich nicht gerade fröhlich, trotzdem konnte ich ihren Wunsch irgendwo aber auch nachvollziehen. Sie hatte eine enge und gute Bindung zu ihren Großeltern, speziell zu ihrer Großmutter und war auch in der Vergangenheit immer wieder für einige Zeit bei ihnen gewesen. Trotzdem war ich etwas mißmutig und schlecht gelaunt am Donnerstag abend, als ich ins Wohnheim fuhr. Zudem schiffte es aus Kübeln an dem Abend, als ein richtig heftiges Sommergewitter über die Stadt hinwegzog (und dabei auch eine Demonstration auf dem Münsterplatz mehr oder weniger "hinwegspülte". Im Treppenhaus traf ich Amalia und Bea, die gerade vom Abendessen hochgingen. Wir tauschten uns kurz aus über Neuigkeiten und aktuellen Tratsch aus dem Wohnheim, dann ging ich erstmal auf meine Bude und räumte hier ein bisschen auf. Es dauerte nicht lange, bevor es nach einem ziemlich grellen Blitz extrem laut rumpelte - und zeitgleich war plötzlich das Licht weg. Die Naturgewalten hatten wieder mal gesiegt über die moderne Zivilisation und uns klar gemacht, wie abhängig wir von elektrischem Strom waren. Als nach ein paar Minuten die Stromversorgung noch immer nicht wiederhergestellt war, stellte ich zudem noch genervt fest, das ich keine Kerzen mehr hier hatte. Verdammt. Also irgendwie in Richtung des Flurs tasten und Bea oder Amalia fragen. Der Flur war dunkel, von unten hörte man ein paar leise Stimmen. Bei Bea reagierte niemand auf mein Klopfen, aber bei Amalia hatte ich mehr Glück. Sie schien allerdings schon geschlafen zu haben und wirkte etwas verstört - dafür sah sie in ihrer Nachtwäsche aber auch ziemlich sexy aus, wie ich an der Stelle bemerkte. Wie immer in der letzten Zeit lächelte sie allerdings, als sie mich sah und bat mich in ihr Zimmer. Von ihrem Zimmer aus hatte man einen guten Blick auf das Gewitter und das interessante Spiel aus Licht und Dunkelheit, das es über die Stadt zauberte. Kerzen hatte sie - nach der letzten Partyrunde auf dem Balkon - anscheinend auch keine mehr, trotzdem ließen wir uns für ein paar Minuten auf ihrem Sofa nieder, von dem aus wir uns das Gewitter ansahen und die Dunkelheit und den technischen Ausfall nutzen, um uns angeregt zu unterhalten und das Gewitter zu beobachten, womit wir einige Stunden rumbrachten. Das nächste was ich weiß ist, das ich am frühen Morgen immernoch auf dem gleichen Sofa erwachte und Amalia - immernoch in ihrem Nachthemd - im Arm hielt. Wir sahen uns ein wenig irritiert, aber auch ein wenig erheitert an. "Wo du eh schon hier bist und es schon so spät ist..." "Ja, lange ist es eigentlich nicht mehr bis zum nächsten aufstehen..." ...
Den Freitag war ich den ganzen Tag über relativ beschäftigt - nicht nur die Arbeit ging mir durch den Kopf an dem Tag. Am frühen Abend schnappte ich mir meinen Gleiter und verzog mich in die Lüfte.
Fliegen wir zu Dir oder zu(r) MIR?
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