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Autor Thema: Jane und wie er die Welt sieht  (Gelesen 2428 mal)

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Jane

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Jane und wie er die Welt sieht
« am: Dienstag, 07. Juli 2015; 19:24:56 Nachmittag »

Aus dem Leben eines Minotaurus...

Da war ich also, gestrandet in Berlin. Man, was für ein Mist, sag ich. Sauer schaute ich mich in meiner Bleibe um - ein alter Loft, keine gute Gegend. Aber zumindest vernünftig und wohnbar für einen, der ein wenig größer geraten war als seine Mitmenschen. Dem Schicksal hatte es gefallen, aus mir einen Minotaurus zu machen. Das bedeutete, das normales Zeug seither wirkte wie Puppenspielzeug und ich mich in normalen Häusern und Wohnungen immer unwohl fühlte. Beengt, eingezwängt, wenn ihr versteht, was ich meine. Ich bin nicht unbedingt klein mit meinen knapp zweieinhalb Metern - und die Hörner sind da auch nicht grad hilfreich. Hey, nicht das wir uns falsch verstehen: nichts gegen meine geilen Hörner, die haben es in sich! Allerdings - wenn ich mich an damals erinnere, als mir die Dinger aus dem Kopf rausgewachsen sind: Ich sage dir, das waren die heftigsten zwei Tage meines Lebens, was Kopfschmerzen anging.

Was macht man, wenn man mutiert und einen die eigenen Eltern nicht mehr wollen? Man versucht sein Glück anderswo. Hab ich auch gemacht, bin zum Militär gegangen. Da kann man so Wonnepropen wie mich immer gebrauchen, hieß es. War auch ganz nett, wenn man von den gelegentlichen Beleidigungen und Rassismus absah. Konnte mich ja wehren, nich? Das war es dann auch, was nach sechs Jahren für einen Berufs- und Tapetenwechsel gesorgt hat. Vielleicht hätt' ich nicht grad meinem Kasernenkommandeur die Fresse polieren sollen, der hat mir das irgendwie krumm genommen. Dann kam das übliche: Disziplinarverfahren, unehrenhaft entlassen und das ganze Zeug. Naja, blöd gelaufen eben. War schon eine Umstellung, nach den Jahren wieder ein "Ziviler" zu sein. Bringt ganz neue Probleme mit sich, wenn man seine Spielzeuge dabeihaben will - und wer will das nicht, oder? Hab nämlich noch ein paar kleinere Andenken mitgenommen - gut, wenn man sich mit dem Quartiermeister gut versteht, sag ich.

Meine neue Bleibe hatte ich vor ein paar Tagen bezogen, nachdem der alte Bewohner eingesehen hatte, das ich diese Wohnung besser brauchen konnte als er. Jetzt hieß es, hier erstmal Fuß zu fassen. Passend, das gerade ein Anruf von meiner alten Bekannten Anita reinkam...
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