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The Unknown - Public Node BBS
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Dienstag, 22. Mai 2012; 05:40:03 *
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Dienstag, 20. Februar 2007; 13:38:11 #0
Dr. Know

Auf fehlende Freunde...

Schweigend saßen die sieben Gestalten auf den bequemen Sesseln des Clubs. Baker-Six hatte sich eben noch einen Drink eingeschenkt und sich gerade wieder hingesetzt, alle anderen saßen reglos da, ihr Blick starrte ins Nichts. Einer der Sessel war leer heute abend - Jeronimo hatte es vor wenigen Stunden erwischt.


Eigentlich sollte es ein kurzer Ausflug werden. Init-0 hatte von einem Kontakt die Adresse eines interessanten Matrixknotens bekommen, indem sie Infos für ihren aktuellen Auftraggeber finden würden. Nach kurzer Rücksprache mit allen hatte man sich getroffen, um dem Host gemeinsam einen Besuch abzustatten. Nach erster Analyse des Knotens stellten sie fest, daß es sich doch um ein größeres System handelte - der erste Knoten war nur eine Tarnung nach außen, ein Schaufenster. Kurz durchsuchten sie diesen Knoten und sicherten ein paar Dateien, die sich eventuell als Paydata verwerten ließen - jedoch nichts weltbewegendes. Die Sicherheit dieses Systems war für sie kein Hinderniss, der Knoten verhielt sich ruhig und brav wie ein Lamm. Ein kleines Helferlein von Octron machte sich schonmal dran, den nächsten Knoten zu analysieren. Die Gestaltung des Knotens war recht unspektakulär - das System erinnerte wage an einen kleineres Ladengeschäft, war aber nicht sehr liebevoll gestaltet worden.

Unser Weg führte uns schnell weiter. Der zweite Knoten war besser geschützt als der erste und erforderte zumindest einigen Aufwand, bevor wir ihn geknackt hatten. Eine Analyse des Systems ergab jedoch kaum nutzbare Daten - ein Decoy? Wir nahmen den Knoten genauer unter die Lupe. Anscheinend hatten wir beim Eintreten Glück gehabt - es gab einige verborgene Fallen in dem System. Es stellte anscheinend eine Art Flur da - entgegen unserer ersten Analyse von außerhalb des Systems führten Verbindungen zu weiteren Knoten. Die Daten unseres Informaten waren eindeutig falsch, hinter dem öffentlichen System verbarg sich ein ganzer Hort von anderen Knoten.

Kurz berieten wir uns, wie wir weiter vorgehen wollten. Aufteilen wäre wohl das beste und so zog ich mit Jeronimo, Baker-Six und Init-0 in eines der weiteren Systeme, während Octron, Candy, Billard und JohnBob sich eines der anderen Systeme vornahmen.

Wir analysierten das System - besser gestaltet als die bisherigen und mit deutlich besserer Sicherheit. Die Firewall war von guter Qualität, dazu lief ein Analyseprogramm - die Tür war wie eines dieser von Flughäfen bekannten Scannersysteme gestaltet. Bei näherer Analyse des Scannerprogrammes war klar, daß hier nicht jeder reinkommen würde. Wir spielten das Spiel mit und passten uns an die Gestaltung an - alle metallischen Gegenstände und anderes Zeug, daß einen Scanner ansprechen lassen würde, wanderte in ein Plastikkörbchen, dann passierten wir nach und nach den Scanner.

Im inneren angekommen, fanden wir uns in einem Labor wieder - schön gestaltet und mit sehr spielerischen Details versehen. Wir schauten uns erstmal ein wenig um, einen kurzen Augenblick lang damit beschäftigt, erstmal die Architektur und das Design des Knotens auf uns wirken zu lassen. Dann jedoch ging von der anderen Seite aus die Tür auf und ein Mensch im Laborkittel betrat den Raum. Ein kurzes Stutzen auf beiden Seiten, dann von ihm: "Äh - Guten Tag. Was machen Sie hier?"

To be continued...


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Mittwoch, 28. Februar 2007; 19:48:48 #1
Dr. Know

Re: Auf fehlende Freunde...

Einem kurzen Augenblick lang gaben wir uns unserer Überraschung über den Eindringling hin, dann wandte sich Init-0 dem Icon zu, um ihn abzulenken und zu beschwichtigen. Es handelte sich anscheinend um einen Nutzer des Systems, der hier vorbeigekommen war.

Wir anderen untersuchten indessen den Knoten nach Informationen, die uns und unserem Auftraggeber weiterhelfen würden. Es ging um medizinische Forschungen in Bezug auf Leonisationsverfahren - ein Thema, das mir zu dem Zeitpunkt noch wenig sagte, Das Unternehmen, zu dem der Knoten hier gehörte, war für Forschungen auf dem Gebiet bekannt, doch dieser Knoten enthielt nur sehr wenig interessantes Material. Wir zogen einige neutrale Datenpakete als Paydata herunter, aber würden unsere Suche fortsetzen müssen. Ich öffnete ein zweites Fenster und nahm Kontakt zu /dev/null auf, um ihr die Paydata anzubieten, da sie auch öfter im medizinischen Bereich tätig war und daher möglicherweise mit den Daten etwas anfangen konnte. Währenddessen schritten wir voran in den nächsten Knotenpunkt - den lästigen Besucher wurde Init-0 recht zügig los.

Wir nahmen also die Tür, durch die auch unser Besucher gekommen war und schauten, wohin der Weg führen würde. Am anderen Ende des kleinen Flures, der von dieser Tür ausging, fanden wir eine weitere Sicherheitstür, gesichert mit Zahlenschloss und einem Retinascanner. Das könnte haarig werden und wir fuhren unsere Stealth-Programme hoch, bevor wir uns daran machten, daß System zu analysieren und zu kompromitieren. Der Einstieg war schwierig und herausfordernd, doch gemeinsam konnten wir die Sicherheitssysteme überlisten und uns zutritt in den dahinterliegenden Knoten verschaffen. Das System wimmelte vor Aktivität - ein Haufen unterschiedlicher Icons war hier vertreten und wir waren extrem auf der Hut. Jeronimo startete eine Analyse, um sich und uns einen Überblick über die unterschiedlichsten Icons zu verschaffen, während Init-0 anfing, nach verwertbaren Daten zu suchen. Baker-Six und ich achteten derweil auf das System und fuhren ebenfalls weitere Analysen, um zusammen mit Jeronimo möglichst schnell einen Überblick zu bekommen.

Init-0 meldete sich nach kurzer Zeit - er hatte einen sehr interessanten Datenbestand zu aktuellen Forschungen und Ergebnissen gefunden, der sich mit unserem Zielthema beschäftigte. So wie es aussah, würden diese Daten unseren Auftraggeber mehr als zufriedenstellen. Einziges Problem war, daß die Daten gesichert waren - Init-0 mußte sich durch mehrere Verschlüsselungsalgorithmen und Datenbomben arbeiten, bevor er die Daten gefahrlos herunterladen konnte.

Mit sicherer Hand zog er seine Entsprechung des Codebreakers und sein Icon verwandelte sich in einen Entschärfungsspezialisten. Für einen kurzen Augenblick schaute eines der anderen Icons in unsere Richtung, doch da hatte sein Stealth den Effekt auch schon wieder überdeckt und sein Icon wieder an die anderen Icons angepasst. Trotzdem waren wir auf der Hut, als das andere Icon, daß ihn gesehen hatte, den Host verließ und es eilig zu haben schien. Wir vermuteten, daß wir entdeckt worden waren - und eine kurze Analyse des Systems bestätigte dies. Der Knoten war in den Alarmstatus versetzt worden, nun würde es wohl bald heiß hergehen. Noch taten die übrigen Icons ihre Arbeit, doch vom Flur her war bereits das Trampeln von mehreren Stiefelpaaren zu hören. Bis auf Init-0 hielt jeder von uns seine Angriffsprogramme bereit und aktivierte die Armor-routinen, die unsere Icons vor größerem Schaden bewahren würden. Wir brauchten Zeit, damit Init-0 die Dateien vollständig entschlüsseln und sichern konnte.

Derweil hatten die Stiefelpaare die Tür erreicht und sie geöffnet. Wir sahen mehrere Sicherheitskräfte in den Raum treten, die sofort in Aktion verfielen. Im Knoten brach die Hölle los...

To be continued...
« Letzte Änderung: Dienstag, 19. Februar 2008; 14:41:04 von Dr. Know »

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Dienstag, 06. März 2007; 11:34:23 #2
Dr. Know

Re: Auf fehlende Freunde...

Wir starrten auf mehrere ganz in schwarz gehüllte Sicherheitskräfte - höchstwahrscheinlich die Entsprechung von schwarzem Ice, möglicherweise Black Hammer. Wir machten uns auf das schlimmste gefaßt.

Unsere Angreifer zögerten nicht lange und eröffneten das Feuer. Der Knoten mußte eine ansehnliche Rechenleistung besitzen, denn auch jetzt noch war noch keine Beeinträchtigung der Systemleistung zu bemerken. Rasch duckten wir uns hinter Konsolen und andere Deckungsmöglichkeiten, um den Salven der Wachleute auszuweichen. Init-0 war immernoch mit dem Entschlüsseln des Codes beschäftigt und stellte daher keine große Hilfe dar - im Gegenteil mußten wir ihn beschützen.

Baker-Six und ich bezogen eine Verteidigungsposition, aus der wir Init-0 schützen konnten, ohne selber allzuviel Schaden einzustecken. Jeronimo hechtete durch den Raum, um Init-0 den Rücken freizuhalten und setzte eine kurze Meldung an die anderen ab, damit sie über unseren aktuellen Status informiert waren.

Eine kurze Salve hämmerte in meine Deckung und durchbrach sie teilweise, wurde aber von der Panzerung aufgehalten. Kurz hebelte ich mich aus der Deckung, um meinerseits den Schützen aufs Korn zu nehmen, konnte aber gegen seine schwere Panzerung nichts ausrichten. Baker-Six hatte mehr Glück, den er schien einen der Angreifer erwischt zu haben. Kurz darauf wirbelte er allerdings zu Boden, eine Salve hatte ihn am Arm erwischt. Die Wunde sah übel aus, aber sein BioFeedbackfilter schien die schlimmsten Auswirkungen gedämpft zu haben.

Eine kurze Analyse der Situation sagte mir, daß wir ganz schön in der Scheiße steckten. Die normalen Icons waren mittlerweile alle verschwunden, stattdessen waren hier die sechs IC-Konstrukte, die durch die Sicherheitsleute dargestellt wurden. Einen hatte Baker-Six erwischt, er war aber noch kampffähig. Einen anderen hatte Jeronimo ausgeschaltet, im Gegenzug jedoch ebenso wie Baker-Six eine Salve abbekommen. Init-0 war immernoch mit der Entschlüsselung beschäftigt und ich konnte bisher mit meinem Angriffsprogramm noch nicht viel ausrichten. Es wurde dringend Zeit, daß sich die Lage zu unseren Gunsten änderte, wenn wir hier lebend herauskommen wollten. Ich aktivierte Trooper, eine Kampfunterstützung, die schon lange auf ihren Einsatz wartete. Ein kurzer Befehl reichte und mein Soldat stürzte sich aus der Deckung hervor, um unsere Gegner mit Feuer einzudecken, während auch er in eine gedeckte Position am anderen Ende des Raumes hechtete. Währenddessen versuchte ich, ihm Feuerschutz zu geben und konnte einen der Sicherheitsleute am Bein erwischen. Im Gegenzug fing ich mir eine schwere Salve ein, die von der Panzerung nur unzureichend aufgehalten wurde. Schmerz explodierte vor meinen Augen, bevor der Biofeedbackfilter die schlimmsten Auswirkungen eindämmte. Ich sackte hinter meiner Deckung zusammen und war für einen kurzen Augenblick unfähig zu handeln.

To be continued...



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Mittwoch, 21. März 2007; 01:39:23 #3
Dr. Know

Re: Auf fehlende Freunde...

Trooper verschwand auf der anderen Seite in Deckung, während ich kurz meinen Status prüfte. Die Wunde schmerzte zwar, aber lies sich ignorieren. Die Panzerung und der BioFeedbackfilter hatten den größten Teil des Schadens aufgefangen, ich war noch kampffähig. Ich stimmte mich kurz mit Trooper ab, dann eröffneten wir gleichzeitig das Feuer auf einen der Wächter. Das konzentrierte Feuer aus zwei Richtungen war anscheinend zuviel für ihn - wir schafften es, ihn auszuschalten, so daß das Verhältnis etwas ausgeglichener war.

Trotzdem sollten wir uns langsam beeilen - wir hatten immernoch vier unverletzte und einen verletzten Wächter auf der Gegenseite und wir waren alle angeschlagen oder noch gebunden. Baker-Six streckte grade gemeinsam mit Jeronimo einen weiteren Wächter nieder. Ich versuchte, Kontakt zu den anderen aufzunehmen, bekam aber aktuell keine Rückmeldung. Wir konnten nur hoffen, daß die anderen nicht ebenso in Schwierigkeiten waren.

Die gegnerischen Wächtersysteme hatten sich mittlerweile auch hinter Deckung verschanzt und handelten sehr koordiniert - immer wieder nahmen sie uns in konzentriertes Feuer. Init-0 meldete, er war fast fertig - nur noch einen winzigen Moment, und dann hatte er die verschlüsselten Dateien entschärft!

Ich sah noch, wie er hinter seiner Deckung die Datenpakete herausnahm und in seine Aktentasche stopfte - die Entsprechung eines passenden Speicherchips, auf den der die Dateien gerade herunterlud. Der Prozess war in vollem Gang, als er von den Wächtern in konzentriertes Feuer genommen wurde - ein Schrei, dann ein Schlag, als er schwer getroffen zu Boden fiel.

Erschrocken sahen wir uns einen Moment an. Während die Wächter immernoch in die Richtung von Init-0 feuerten, stimmten wir uns kurz ab, um unsere Taktik aufeinander abzustimmen. Wir würden die Wächter zu dritt ablenken, damit Jeronimo, der am dichtesten an Init-0 dran war, herüberhechten und nach ihm sehen konnte. Wenn möglich, würden wir das System auf dem schnellsten Weg verlassen - auch wenn das üble Kopfschmerzen nach sich ziehen würde - aber schlimmer als jetzt konnte es kaum kommen.

Wir setzen den Plan um - Baker-Six, Trooper und ich erhoben uns hinter unserer Deckung und feuerten, was das Zeug hielt. Ich sah noch, wie Jeronimo aus der Deckung hechtete - dann hörte ich ein lautes Donnern und sah im nächsten Augenblick, wie Jeronimo auf den Boden aufschlug - er hatte eine volle Salve aus einer Schrottflinte abbekommen, die einer der Wächter gezückt hatte. Ich vermutete Black Hammer - und Jeronimo sah überhaupt nicht gut aus. Ich weiß noch, wie ich irgendwie zu ihm herübereilte - und da sah ich, daß er sehr schwer verletzt war. Die Salve hatte ihm voll erwischt und er blutete stark - in seinen letzten Atemzügen schaute er mich sehr überrascht, aber auch verängstigt an. Leise versuchte ich, ihn zu beruhigen - aber helfen konnten wir ihm nicht mehr, das IC hatte ihn zu schwer erwischt. Sehr schnell war es vorbei - Jeronimo schloß seine Augen, dann begann sein Icon zu flimmern, bevor es sich endgültig auflöste. Jeronimo war nicht mehr.

Baker-Six war inzwischen zu Init-0 herübergehechtet und untersuchte ihn kurz. "Los, raus hier! Init-0 ist schwer verletzt, aber er schafft es, wenn wir uns beeilen - die Daten haben wir! Los, raus hier!" schrie er mir zu, dann sah ich, wie sein Icon begann, sich aufzulösen. Ich konzentrierte mich darauf, diesen Ort zu verlassen - bei schwarzem IC kein leichtes Unterfangen. Die Ausstrahlung der Wächter lähmte uns, aber schließlich spürte ich die gewohnte Desorientierung, die immer dann eintrat, wenn man die Matrix zu schnell verließ. Alles um mich herum taumelte und ich war dankbar für die Schwärze, die mich umfing.

Als ich wieder zu mir kam, war Init-0 bereits versorgt, seine schlimmsten Wunden behandelt. Die Daten konnten wir retten - aber wir verloren einen guten Freund. Wir trafen uns alle im Kaminzimmer, um sein Andenken zu bewahren. Still saßen wir zusammen in trauter Runde. Nur ein Sessel war leer - Jeronimo hatte uns für immer verlassen.

- Ende -


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